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C Rep. 722 Berliner Haus für Kulturarbeit (Bestand)
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Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 2 Magistrat von Berlin und nachgeordnete Einrichtungen >> C 2.2 Nachgeordnete Einrichtungen
Vorwort: C Rep. 722 Berliner Haus für Kulturarbeit
1. Geschichte des Instituts
Das Berliner Haus für Kulturarbeit (BHfK) wurde am 5. Januar 1953 als "Berliner Volkskunstkabinett" gegründet. Das Institut sollte die Berliner Volkskunstbewegung, die bis dahin von der Abteilung Volksbildung des Magistrats, der Zentralverwaltung für Inneres und zum Teil auch vom Volksbühnenverein eher sporadisch betreut worden war, konzentrieren und fördern. Geführt von zunächst nur zwei hauptamtlichen Mitarbeitern, war das Haus der Abteilung Volksbildung des Berliner Magistrats unterstellt und ging dann in den Aufsichtsbereich der Abteilung Kultur über. Seine Aufgabe bestand in der inhaltlichen und fachlich-methodischen Unterstützung und Förderung des künstlerischen Volksschaffens und in der Entwicklung des Klublebens in der Hauptstadt der DDR. Die Volkskunstschaffenden hatten hier Konsultationsmöglichkeiten und konnten sich in den Veranstaltungen, Reihen und Lehrgängen, die das Haus organisierte, weiterbilden. Im Jahre 1954 waren die Berlin bestehenden Volkskunstgruppen erstmals einer umfassenden Pflichtregistrierung unterworfen worden.
Sitz des Kabinetts war zunächst das "Haus der Berliner Jugend" - das spätere "Haus der Jungen Talente" - in der Klosterstraße 68-70 (Podewil'sches Palais). 1958 übersiedelte das Institut in die Oberwallstraße, nunmehr unter der Bezeichnung "Berliner Haus für Volkskunst". Am 1. März 1961 erfolgte die Umbenennung in "Berliner Haus für Kulturarbeit", welches nach einem weiteren Umzug in die Behrenstraße 42-45 (1965) im Jahre 1981 endgültig in der Leipziger Straße 64 seinen Sitz nahm. Im "Haus der Jungen Talente" wurde eine Außenstelle unterhalten. Der hauptamtliche Mitarbeiterkreis war auf 37 angewachsen.
Das Haus wurde bis zu seiner Auflösung im Jahre 1991 von den Direktoren Kurt Willert (1953-1965), Karl König (1965-1968), Otto Finger (1968-1975), Uwe Nehls (1975-1980), Dr. Siegfried Tümmler (1980-1990) und Karin Nitzsche (1990-1991) geleitet.
Das BHfK war dem Stadtrat für Kultur des Magistrats von Berlin unterstellt.
Fachliche und kulturpolitische Anleitung erhielten die Mitarbeiter des BHfK durch das Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR in Leipzig. Die erhaltenen Orientierungen wurden an die Kreiskabinette für Kulturarbeit und die Klubs und Kulturhäusern in den Stadtbezirken, Wohngebieten und Betrieben weitervermittelt.
Die unter dem Dach des BHfK versammelten Bezirksarbeitsgemeinschaften boten interessierten Laien die Möglichkeit zur künstlerischen Betätigung. Der Weg zur professionellen Kunst- und Musikausübung führte über die Prüfungs- und Einstufungskommissionen, die durch den Direktor des BHfK berufen wurden: wer sich hier erfolgreich vorstellen konnte, arbeitete nicht mehr als Hobbykünstler, sondern durfte von Veranstaltern Honorare und Aufwandsentschädigungen verlangen.
Das BHfK arbeitete eng mit gesellschaftlichen Organisationen sowie künstlerischen und kulturellen Einrichtungen der Stadt zusammen. Zu den unmittelbaren Partnern zählten der Verband Bildender Künstler, die Bezirkskommission für Unterhaltungskunst und der Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler. Gute Verbindungen, die insbesondere bei der Vorbereitung der Arbeiterfestspiele und des Berlin-Jubiläums 1987 zum Tragen kamen, bestanden zu den Kreis- und Bezirksleitungen der SED und zum Bezirksvorstand des FDGB.
Um die Mitte der 80er Jahre hatte das BHfK in etwa folgende Struktur ausgeprägt:
- Direktion (Haushalt, Kader, Planung, Dokumentationszentrum);
- Bereich künstlerisches Volksschaffen (Fachgebiete: Amateurtheater, Puppentheater, Pantomime, Zauberkunst, Bild-Dia-Ton, Vokalmusik, Amateurkabarett, Vortragskunst, Karnevalsklubs, Kinderprogramme, Liedermacher, Folkloremusik, Instrumentalmusik, Bühnentanz, Artistik, Diskotheken, Tanzmusik, Zirkel Schreibener Arbeiter);
- Bezirkskonsultationsstelle Jugendklubs;
- Klubs und Kulturhäuser (Betriebskulturarbeit, Wohngebietsarbeit, Fest- und Feiertagsgestaltung, Kreiskulturhäuser);
- Öffentlichkeitsarbeit (Arbeitskreis Berliner Traditionen, Herausgabe der Zeitschrift "Kolorit", 1969-1984).
Anfang 1991 wurde das BHfK ohne Rechtsnachfolger aufgelöst.
Einzelne Arbeitsbereiche wurden zentral von der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, andere von den Kulturämtern der Stadtbezirke übernommen. Eine Reihe der Bezirksarbeitsgemeinschaften konstituierten sich in Form von Vereinen bzw. schlossen sich bereits im Westen Berlins bestehenden Vereinen an.
2. Archivische Bearbeitung
Der größte Teil der vorliegenden Überlieferung wurde in mehreren Abschnitten im Jahre 1991 im Prozeß der Abwicklung des BHfK übernommen. Eine vollständige Übersicht über die Geschäftsregistratur des Hauses war bei der Übernahme nicht mehr gegeben, zumal an die entstehenden Vereine offenbar Teile des sie betreffenden Schriftgutes noch durch Mitarbeiter des BHfK ausgehändigt worden waren.
Mit der Erschließung des Bestandes im Landesarchiv wurde im Spätherbst 1996 durch Herrn Platow begonnen; die Arbeiten wurden 1997 durch Frau Dr. Susanne Knoblich fortgesetzt und schließlich im Spätsommer 1999 durch Frau Lysann Goldbach abgeschlossen.
Da ein Aktenplan nicht ermittelt werden konnte, erfolgte die Ordnung des Bestandes grob nach der Behördenstruktur. Der innere Zusammenhang der Akten blieb weitgehend unverändert. Kassationen wurden kaum vorgenommenn.
Obwohl der Bestand die gesamte Zeit des Bestehens des BHfK umfaßt, liegt der Schwerpunkt der Überlieferung auf der zweiten Hälfte der 70er und den 80er Jahren. 1981 verfügte der Direktor in einer Weisung zur "Arbeit mit archivwürdigem Schriftgut" die Kassation der von 1953 bis 1975 entstandenden Akten, bis auf Konzeptionen, Statistiken, Pläne und Berichte. Aber auch für die Folgezeit sind nicht alle Arbeitsbereiche des Hauses in gleichmäßiger Ausführlichkeit dokumentiert.
Der Bestand umfaßt 354 Verzeichnungseinheiten. Sammlungsgut (Plakate, Fotos) wurden in die entsprechenden Sammlungen des Landesarchivs eingearbeitet (Fotos unter Nr. 173 lagern in der Fotosammlung). Die vorhandenen Ausgaben der Zeitschrift "Kolorit" verblieben zu Informationszwecken beim Aktenbestand.
Zahlreiche Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin. [Ergänzung 2017]
Abkürzungen
AF Amateurfilm
AK Angewandte Kunst
Art Artistik
BAG Bezirksarbeitsgemeinschaft
BE Berichterstatter
BHfK Berliner Haus für Kulturarbeit
BKA Bezirkskulturakademie
BKS Bezirkskonsultationsstelle
Bl Blasmusik
BV Bildnerisches Volksschaffen
Ch Chor
Chan Chanson
Dis Diskothek(en)
DJ Discjockey
Ens Ensemble
Folk Folklore
Fot Fotographie
G Gesang
GB Gemischte Besetzungen
JK Jugendklub
K Kollektiv(e)
Kab Kabarett
KAG Kreisarbeitsgemeinschaft
Kar Karate (und Kampfsport)
Karn Karnelvalclubs
KdW Kulturhaus der Werktätigen
KKfK Kreiskabinett für Kulturarbeit
KKH Kreiskulturhaus
KM Kammermusik
Komp Komponisten
KW Künstlerisches Wort
LAV Leistungs- und Aufwandsvergleich
Lit Literarisches Laienschaffen
Lm Liedermacher
Mag Magie (Zauberkunst)
MK Musikfolklore
Mod Modegruppe(n)
Pant Pantomime
Pu Puppentheater
S Solist(en)
SA Schreibende Arbeiter
SB Sinfonische Besetzung
SK Singeklub(s)
SPU Schallplattenunterhalter
T (Bühnen-)Tanz
Th (Amateur-)Theater
TM Tanzmusik
UK Unterhaltungskunst
V Vortragskunst
Vok Vokalkunst
ZAG Zentrale Arbeitsgemeinschaft
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.