Streit um die Jurisdiktion zu Wissen an der Sieg. Der Kläger beansprucht die Oberlehns- und Landesherrschaft (Lehnsgerechtigkeit und „superioritas“) über das halbe Dorf, Kirchspiel und Gericht Wissen, das die Beklagten von ihm zu Lehen tragen. Er benenne den Schultheißen und drei Schöffen aus den Bewohnern jenseits der Sieg. Das Gericht sei für das ganze Dorf und Kirchspiel Wissen in Zivil- und Strafsachen zuständig. Appellationsinstanz sei nicht Wildenburg, sondern das kölnische Obergericht. Straftäter würden zum Haus des kurkölnischen Amtmanns zu Schönstein (bei Wissen) gebracht. Die Auseinandersetzungen wurden dadurch ausgelöst, daß Jobst Heinrich von Mühlenthal zu Wissen, der inzwischen im Gefängnis von Wildenburg gestorben ist, seinem säumigen Pächter ein Pferd pfändete. Mühlenthal sei wegen Malefizsachen zu Bonn angeklagt worden. Die Beklagten von Hatzfeldt ließen diesen jedoch verhaften und nach Wildenburg führen. Ludwig Heinrich von Hatzfeld habe ferner friedbrüchigerweise Soldaten nach Schönstein entsandt, um Hermann Ludwig Ruderstorff, den wildenburgischen Schultheißen und Bürgermeister im Kirchspiel Wissen, verhaften zu lassen, was allerdings der Amtmann zu Schönstein verhindern konnte. Die Beklagten von Hatzfeldt behaupten, sie und ihre Vorfahren hätten das Recht, kölnische lehnbare Untertanen zu Wissen nach Wildenburg und Friesenhagen (w Freudenberg) zitieren zu lassen und dort zu richten. Die Herrschaft Wildenburg und das Kirchspiel sowie Gericht Friesenhagen sind immediat dem Kaiser unterworfen. Zu Wildenburg gehört das halbe Gericht Schönstein.
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Streit um die Jurisdiktion zu Wissen an der Sieg. Der Kläger beansprucht die Oberlehns- und Landesherrschaft (Lehnsgerechtigkeit und „superioritas“) über das halbe Dorf, Kirchspiel und Gericht Wissen, das die Beklagten von ihm zu Lehen tragen. Er benenne den Schultheißen und drei Schöffen aus den Bewohnern jenseits der Sieg. Das Gericht sei für das ganze Dorf und Kirchspiel Wissen in Zivil- und Strafsachen zuständig. Appellationsinstanz sei nicht Wildenburg, sondern das kölnische Obergericht. Straftäter würden zum Haus des kurkölnischen Amtmanns zu Schönstein (bei Wissen) gebracht. Die Auseinandersetzungen wurden dadurch ausgelöst, daß Jobst Heinrich von Mühlenthal zu Wissen, der inzwischen im Gefängnis von Wildenburg gestorben ist, seinem säumigen Pächter ein Pferd pfändete. Mühlenthal sei wegen Malefizsachen zu Bonn angeklagt worden. Die Beklagten von Hatzfeldt ließen diesen jedoch verhaften und nach Wildenburg führen. Ludwig Heinrich von Hatzfeld habe ferner friedbrüchigerweise Soldaten nach Schönstein entsandt, um Hermann Ludwig Ruderstorff, den wildenburgischen Schultheißen und Bürgermeister im Kirchspiel Wissen, verhaften zu lassen, was allerdings der Amtmann zu Schönstein verhindern konnte. Die Beklagten von Hatzfeldt behaupten, sie und ihre Vorfahren hätten das Recht, kölnische lehnbare Untertanen zu Wissen nach Wildenburg und Friesenhagen (w Freudenberg) zitieren zu lassen und dort zu richten. Die Herrschaft Wildenburg und das Kirchspiel sowie Gericht Friesenhagen sind immediat dem Kaiser unterworfen. Zu Wildenburg gehört das halbe Gericht Schönstein.
AA 0627, 971 - Nachtrag 73
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1619
Enthaeltvermerke: Kläger: Erzbischof Ferdinand von Köln Beklagter: Heinrich Ludwig, brandenburgischer Obrist, Wilhelm Bastian, mainzischer Rat und Amtmann auf dem Eichsfeld, und Franz Wilhelm, kölnischer Kammerjunker, Brüder und Vettern von Hatzfeldt zu Wildenburg und Schönstein Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Konrad Lasser (1619) Prokuratoren (Bekl.): Dr. Sibald Stockhamer (1620) Prozeßart: Mandati der pfandung Jobst Henrichen von Müllenthall verstrickung betreffendt Instanzen: RKG 1619/20 (1376 - 1620) Beweismittel: Lehnbrief vom 26. Feb. 1616 über die Belehnung der Brüder Wilhelm von Hatzfeldt zu Weisweiler, Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf und Franz Wilhelm von Hatzfeldt sowie ihres unmündigen Vetters Johann Adrian von Hatzfeldt zu Wildenburg mit dem halben Dorf, Kirchspiel und Gericht zu Wissen unter anderem durch Ebf. Ferdinand von Köln (6f.). Lehnbriefvom 24. Juli 1589 über die Belehnung des Hermann von Hatzfeldt zu Wildenburg, Drost zu Balve und Schönstein, mit dem Haus (und halben Gericht) Schönstein mit Gerechtsamen durch Ebf. Ernst von Köln (64f., Kloft, Reg. Nr. 1919). Urkunde des Hermann Herrn zu Wildenburg, seiner Frau Elsa und ihre Söhne Johann, Hermann, Otto und Heinrich von 1376 betr. den Hof zu Alzen (66f., Kloft, Reg. Nr. 107). Pfandverschreibung des Johann Herrn zu Wildenburg von 1408 (68f.). Ebenso von 1415 (70f., Kloft, Reg. Nr. 208). Brief des Rentmeisters zu Windeck von 1529 an die Brüder Johann und Hermann von Hatzfeldt und an Godart, Sohn des verst. Jürgen von Hatzfeldt, alle Herren zu Wildenburg (72). Liste über Hinrichtungen von Leuten aus dem Kirchspiel Wissen ”auf der Morenbach“ (73f.). Gründungsurkunde der Bergwerksbruderschaft der schönsteinischen und wildenburgischen Untertanen zu Wissen von 1472 (76f.). Brief des Grafen Adolf von Sayn an seinen Getreuen von Hatzfeldt zu Wildenburg betr. Appellation vom Gericht Wissen an die Herren von Wildenburg (78). Originale Einladung zum kurkölnischen Landtag an Hermann von Hatzfeldt, Drost zu Balve, Herrn zu Wildenburg und Schönstein, kurköln. Rat von 1596 und 1597 (81 - 88). Originale Schreiben des Grafen Eberhard zu Solms, Landdrost in Westfalen von 1597/98, 1595 (89 - 92). Originale Steuerbescheide von 1605 - 1607 für Franz von Hatzfeldt zu Wildenburg und Schönstein (93 - 95). Schreiben Kaiser Karls V. von 1551 (106 - 108) und Kaiser Ferdinands I. von 1558 und 1559 (109 - 112) an Johann bzw. Ludwig, Dam, Johann und Georg von Hatzfeldt zu Wildenburg betr. Kriegsdienst bzw. Kontributionen der Ritterschaft und des Adels des Rheinischen und Wetterauischen Kreises (109 - 112) sowie andere Dokumente bzgl. Reiterdienst der Herren von Hatzfeldt (113 - 150). RKG-Mandat vom 12. Feb. 1561 in Sachen fiskalischer Prokurator Dr. Jakob Huckell ./. Georg Hatzfeldt den Älteren betr. Reiterdienst (123 - 125). Urkunde des Erzbischofs Ernst von Köln vom 29. Jan. 1590 über den Lehnsvertrag vom 24. Juli 1589 (151f.). Lehnsbrief des Erzbischofs Dietrich von Köln von 1420 über die Belehnung des Goddert von Hatzfeldt gen. Ruwe mit Dorf, Kirchspiel und Gericht Wissen (153, Kloft, Reg. Nr. 221). Jül.- hessischer Vertrag von 1497 und weitere Aktenstücke aus einem Prozeß in Sachen Graf zu Sayn und Wittgenstein ./. von Hatzfeldt zu Wildenburg betr. Mandati poenalis die Steuer belangendt (154 - 156, 167 - 169). Privileg Kaiser Maximilians II. vom 25. Okt. 1575 für die Gebrüder und Vettern Ludwig, Heinrich, Georg und Hermann von Hatzfeldt betr. die reichsunmittelbare Herrschaft Wildenburg (157 - 160, Kloft, Reg. Nr. 1710). Bestätigungsprivileg Kaiser Rudolfs II. vom 13. Aug. 1594 für die Vettern Heinrich, Hermann, Wilhelm, Bernhard und Sebastian von Hatzfeldt (161 - 165, Kloft, Reg. Nr. 2014). Liste mit Regesten von Urkunden, die Jorgen, Johann und Godert von Hatzfeldt 1491 dem Grafen von Sayn vorgelegt haben (171). Beschreibung: 5,5 cm, 172 Bl., lose; Prot. fehlt, 66 Aktenstücke, darunter Q 33 - 37, prod. 1. Juli, 3. Dez. und 10. Dez. 1619, 3. Feb., 28. März, 13. Juni und 20. Sept. 1620. Zu den Urkunden vgl. Jost Kloft, Inventar des Urkundenarchivs der Fürsten von Hatzfeldt-Wildenburg zu Schönstein/Sieg (Inventare nichtstaatlicher Archive, Bde. 18 und 28), Köln 1975 und 1984.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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28.04.2026, 8:18 AM CEST
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