Verband Bildender Künstler Württemberg e. V., Stuttgart (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Q 3/39 a
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Nachlässe, Verbands- und Familienarchive >> Verbands- und Familienarchive
Inhalt und Bewertung
Der "Wirtschaftliche Verband Bildender Künstler Württemberg" wurde im Jahr 1913 gegründet. Nach der Übernahme des Verbands durch die Reichskulturkammer und die Löschung aus dem Vereinsregister, wurde der Verband 1945 neu gegründet. Neben der Beteiligung an Ausstellungen und Projekten bietet der VBKW seinen Mitgliedern Unterstützung in Rechts- und Versicherungsfragen.
Aus Anlass des Umzugs des Verbands Bildender Künstler Württembergs wurde 1992 die Altregistratur des Verband in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart übernommen, wo er in kurzer Zeit erfasst und archivischen Anforderungen gemäß verpackt werden konnte
In einer pluralistischen Gesellschaft entsteht für die Gegenwart und Zukunft relevante Überlieferung nicht nur im staatlich-administrativen Bereich. Das Landesarchivgesetz hat deshalb die Möglichkeit geschaffen, dass die Archive die Aktenaussonderung bei den Behörden ergänzen durch die Übernahme, Sicherung und Bereitstellung wertvoller Unterlagen nicht-staatlicher Provenienz, etwa von Körperschaften, Verbands- und Vereinsregistraturen oder Nachlässen. Im Spannungsfeld von gesetzlichen Primäraufgaben und knappen Ressourcen sind allerdings die Gestaltungsmöglichkeiten der Staatsarchive begrenzt, durchaus im Unterschied etwa zu Parteiarchiven oder anderen Einrichtungen mit einem allgemein gehaltenen Sammlungsauftrag. Anlässlich eines Umzugs entschied sich der Verband Bildender Künstler Württemberg (VBKW), die nicht mehr benötigten Unterlagen der Vereinsregistratur dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart zur Sicherung und historischen Dokumentation anzubieten. Die Unterlagen des VBKW bilden eine wesentliche Ergänzung der staatlichen Überlieferung, zumal da der VBKW als Berufsverband in enger Verbindung mit öffentlichen Einrichtungen und Behörden steht. Nachdem der VBKW einer Bewertung, also einer Auslese der Unterlagen von bleibendem Wert, zugestimmt hatte, konnte Anfang 1992 die Altregistratur des Verbands übernommen werden. Mit Vertrag vom 18.2./4.3.1993 hat der VBKW seinen Eigentumsverzicht erklärt. Es bedeutete angesichts der Personalsituation einen glücklichen Umstand, dass zwei Werkstudentinnen, Frau Susanne Haist und Frau Aiga Horstmann, unter Anleitung des Unterzeichneten bereits wenig später, im März 1993 bzw. im September 1993, mit Erschließungsarbeiten beginnen konnten. Die zumeist in Stehordnern formierten Unterlagen wurden entmetallisiert, in Boxen verpackt und durch Kurztitelaufnahmen verzeichnet. Da kein Registraturplan existierte und die frühere Ordnung lediglich auf Vermerken auf den Stehordnern basierte, wurden dadurch Nutzung erst möglich. Bei der Erschließung wurden zwei Teilbestände gebildet, einmal der vorliegende Bestand mit den Sachakten des VBKW seit 1945/46 (Q 3/39 a), zum anderen der Bestand Q 3/39 b, die sog. Kartei der verstorbenen Mitglieder. Die Trennung erlaubt eine rasche Ergänzung und Erweiterung des Bestands bei späteren Ablieferungen. Um die dringlichsten Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten einschließlich der EDV-Erfassung weitgehend mit Werkstudentinnen abschließen zu können, erhielten Bestandserhaltung und Schaffung rascher Zugriffsmöglichkeit (differenziertes Inhaltsverzeichnis) Priorität vor einer eingehenden Erschließung; u.a. wurde vorläufig auf die Erstellung eines Index verzichtet. Da die Unterlagen in den Besitz des Hauptstaatsarchivs übergegangen sind, erfolgt eine Nutzung nach Maßgabe des Landesarchivgesetzes. Zahlreiche Archivalien des Bestands unterliegen der allgemeinen Sperrfrist von 30 Jahren; auch persönliche Sperrfristen sind zu berücksichtigen. Deshalb ist vorläufig ein Teil des Bestands für die Nutzung gesperrt. Das Entmetallisieren und Verboxen sowie die Kurztitelaufnahmen und die EDV-Erfassung besorgten im März bzw. September 1993 die Werkstudentinnen Susanne Haist und Aiga Horstmann unter Anleitung des Unterzeichneten. Klassifikation und Ordnung des Bestands sowie redaktionelle Schlussarbeiten besorgte die Archivinspektoranwärterin Carola König im September 1994. Der Bestand umfasst derzeit 245 Nummern in 11,2 lfd.m. Stuttgart, Dezember 1994 Roland Müller
243 Nummern
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ