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Weimarer Zeitung, Nr. 7, 09.01.1859, S. 27: „Die Darstellung der ‚Iphigenie‘ […] war im Ganzen eine wohlgelungene zu nennen. Frl. Daun führte die Titelrolle mit sicherer Festhaltung des antiken Charakters ruhiger Klarheit durch und war besonders in ihren Bewegungen durchaus edel und plastisch. Im Tonfall ihrer Stimme glaubten wir an einigen Stellen einen Anflug etwas zu moderner Empfindsamkeit wahrzunehmen; doch erlitt dadurch das Gesammtbild der ‚Iphigenie‘, welches sie darstellte, keine wesentliche Beeinträchtigung. Nicht so gleichmäßig gehalten war der ‚Orestes‘ des Herrn Grans. Die unverkennbare Mühe, die er sich gab, das antike Element seiner Rolle zur Geltung zu bringen, ward an vielen Stellen durch einen erfreulichen Erfolg belohnt, an andern freilich verfiel er wieder in den Fehler zu lauten Schreiens, was gerade hier doppelt störend wirkte. Die übrigen Rollen […] wurden in angemessenem Einklang zum Ganzen gespielt. An Herrn Locher - als Bote des Königs – haben wir noch besonders die Art des Vortrags zu loben, wodurch er ebenso dem Wohllaut wie der Gedankenfülle der Götheschen Verse ihr volles Recht zu verschaffen wußte – ein Genuß, für den wir auch Fräul. Daun und zwar ihr, entsprechend der größeren Ausdehnung und Bedeutung ihrer Rolle, in noch reicherem Maße, verpflichtet wurden.“