Realschule am Doventor (Olbersschule) (Bestand)
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4.39/26
Staatsarchiv Bremen (Archivtektonik) >> Gliederung >> 4. Staatliche Stellen und Eigenbetriebe des Landes und der Stadtgemeinde Bremen >> 4.8. Kultur, Bildung und Kirche >> 4.8.2. Einzelne Schulen
1878 - 1943
Enthält: Programme und Jahresberichte - Sitzungsprotokolle - Zeugnisse - Reifeprüfungen - Lehrer - Schulfeiern - Schüler - Unterricht - Korrespondenz mit der Schulbehörde - Allgemeine Korrespondenz - Verein früherer Schüler
Geschichte des Bestandsbildners: Aufgrund der hohen Schülerzahlen an der Realschule in der Altstadt im ehemaligen Katharinenkloster musste eine zweite Realschule eingerichtet werden. 1872 wurde das Grundstück des Gärtners Heins am Doventor Contrescarpe Nr. 174 erworben. Die Gestaltung des Schulgebäudes geht auf einen Architektenwettbewerb zurück. Der Plan der beiden Lehrer Templin und Reddersen an der Realschule in der Altstadt wurde angenommen und von der Baubehörde überarbeitet. Über dem dekorativen Portal mit dem Bremer Schlüssel erhob sich ein Turm ohne Spitze. Das Gebäude hatte 15 Klassenräume, Turnhalle und Festsaal sowie einen Fachraum für Physik und Chemie. Am 4.4.1876 wurde die Schule eröffnet. Sie nahm alle Schüler der Realschule in der Altstadt auf, die westlich der Sögestraße wohnten. Vorsteher wurde Franz Buchenau, der bisherige Leiter der Realschule in der Altstadt; er stand ihr bis 1903 vor; Nachfolger wurde Theodor Maréchal, der vorher ebenfalls die Realschule in der Altstadt geleitet hatte. Gebäudeerweiterungen fanden 1908/09 und 1925 statt. 1914 gab es Pläne, die Schule zu einer Vollanstalt auszubauen, doch diese zerschlugen sich bei Ausbruch des 1. Weltkrieges. Seit Beginn war Französisch die 1. Fremdsprache; zudem bildeten Rechnen/Mathematik und Naturwissenschaften Schwerpunkte; Englisch gab es ab Quarta. Seit 1922 wurde Englisch dann die erste Fremdsprache, Französisch und Spanisch wurden wahlweise zweite Fremdsprachen. Seit 1927 kam zur "Realschule am Doventor" eine "Deutsche Oberschule für Knaben", die zum Abitur führte. Seit 1938 hieß die Anstalt Olbersschule.
Geschichte des Bestandsbildners: Friedrich Nölke (* 13. Juli 1877 in Bremen; † 16. Juni 1947 in Bremen) war von 1920 bis 1945 Rektor der Schule. Er besuchte das Bremer Lehrerseminar und studierte von 1899 bis 1902 Mathematik, Physik und Geografie an der Universität Marburg und in Berlin. 1903 pro-movierte er und trat 1904 in den Schuldienst der Freien Hansestadt Bremen ein. 1905 wurde er zunächst Oberlehrer an der Realschule am Doventor, 1919 wurde er zum Professor er-nannt. Bekannt wurde er durch seine Forschung in der Astronomie. Sein zentrales Werk war "Der Entwicklungsgang unseres Planetensystems", welches von 1908 bis 1930 erschien. Er schrieb auch zu erdgeschichtlichen Themen wie zur Kontinentalverschiebung und zur Theorie des Welteises. Nölke war 1920 zusammen mit Max Völkel und Wilhelm Finke (1884-1950) Begründer der Olbers-Gesellschaft in Bremen, die zu Ehren von Wilhelm Olbers (1758-1840) entstand. Er wurde 1947 das Opfer eines Verkehrsunfalls.
Während des Krieges kamen die Schüler in die Kinderlandverschickung. Zeugnisse aus dem KLV-Lager im Hotel Pinzgauerhof in Zell am See, die in dem Bestand erhalten sind, zeugen von dieser Zeit.
Das Gebäude der Realschule am Doventor wurde im 2. Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut, obwohl 1945 noch bestimmt wurde, dass die Schule den Namen "Oberschule am Doventor" führen sollte.?
Bestandsgeschichte: Die Akten wurden mit denen der Oberrealschule (s. dort) übernommen und erst während der Ordnungsarbeiten als Fremdprovenienz entdeckt. Sie stammen zum größten Teil aus den 20er und 30er Jahren dieses Jahrhunderts. Ein Teil war lose und musste im Archiv zu Verzeichnungseinheiten formiert werden. Ordnung und Herstellung eines Aktenverzeichnisses erfolgten durch das Fachreferat im November 1986.
2016 wurden weitere Unterlagen im Zusammenhang mit der Ablieferung der Senatorin für Bildung übernommen. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen um die Zeugnisse aus den Jahren ca. 1890 bis 1942. Bei dieser Gelegenheit wurde der gesamte Bestand überprüft, enteist und neu verzeichnet.
Der zeitliche Umfang aller Unterlagen umfasst den Zeitraum von 1919 bis 1943.
Geschichte des Bestandsbildners: Aufgrund der hohen Schülerzahlen an der Realschule in der Altstadt im ehemaligen Katharinenkloster musste eine zweite Realschule eingerichtet werden. 1872 wurde das Grundstück des Gärtners Heins am Doventor Contrescarpe Nr. 174 erworben. Die Gestaltung des Schulgebäudes geht auf einen Architektenwettbewerb zurück. Der Plan der beiden Lehrer Templin und Reddersen an der Realschule in der Altstadt wurde angenommen und von der Baubehörde überarbeitet. Über dem dekorativen Portal mit dem Bremer Schlüssel erhob sich ein Turm ohne Spitze. Das Gebäude hatte 15 Klassenräume, Turnhalle und Festsaal sowie einen Fachraum für Physik und Chemie. Am 4.4.1876 wurde die Schule eröffnet. Sie nahm alle Schüler der Realschule in der Altstadt auf, die westlich der Sögestraße wohnten. Vorsteher wurde Franz Buchenau, der bisherige Leiter der Realschule in der Altstadt; er stand ihr bis 1903 vor; Nachfolger wurde Theodor Maréchal, der vorher ebenfalls die Realschule in der Altstadt geleitet hatte. Gebäudeerweiterungen fanden 1908/09 und 1925 statt. 1914 gab es Pläne, die Schule zu einer Vollanstalt auszubauen, doch diese zerschlugen sich bei Ausbruch des 1. Weltkrieges. Seit Beginn war Französisch die 1. Fremdsprache; zudem bildeten Rechnen/Mathematik und Naturwissenschaften Schwerpunkte; Englisch gab es ab Quarta. Seit 1922 wurde Englisch dann die erste Fremdsprache, Französisch und Spanisch wurden wahlweise zweite Fremdsprachen. Seit 1927 kam zur "Realschule am Doventor" eine "Deutsche Oberschule für Knaben", die zum Abitur führte. Seit 1938 hieß die Anstalt Olbersschule.
Geschichte des Bestandsbildners: Friedrich Nölke (* 13. Juli 1877 in Bremen; † 16. Juni 1947 in Bremen) war von 1920 bis 1945 Rektor der Schule. Er besuchte das Bremer Lehrerseminar und studierte von 1899 bis 1902 Mathematik, Physik und Geografie an der Universität Marburg und in Berlin. 1903 pro-movierte er und trat 1904 in den Schuldienst der Freien Hansestadt Bremen ein. 1905 wurde er zunächst Oberlehrer an der Realschule am Doventor, 1919 wurde er zum Professor er-nannt. Bekannt wurde er durch seine Forschung in der Astronomie. Sein zentrales Werk war "Der Entwicklungsgang unseres Planetensystems", welches von 1908 bis 1930 erschien. Er schrieb auch zu erdgeschichtlichen Themen wie zur Kontinentalverschiebung und zur Theorie des Welteises. Nölke war 1920 zusammen mit Max Völkel und Wilhelm Finke (1884-1950) Begründer der Olbers-Gesellschaft in Bremen, die zu Ehren von Wilhelm Olbers (1758-1840) entstand. Er wurde 1947 das Opfer eines Verkehrsunfalls.
Während des Krieges kamen die Schüler in die Kinderlandverschickung. Zeugnisse aus dem KLV-Lager im Hotel Pinzgauerhof in Zell am See, die in dem Bestand erhalten sind, zeugen von dieser Zeit.
Das Gebäude der Realschule am Doventor wurde im 2. Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut, obwohl 1945 noch bestimmt wurde, dass die Schule den Namen "Oberschule am Doventor" führen sollte.?
Bestandsgeschichte: Die Akten wurden mit denen der Oberrealschule (s. dort) übernommen und erst während der Ordnungsarbeiten als Fremdprovenienz entdeckt. Sie stammen zum größten Teil aus den 20er und 30er Jahren dieses Jahrhunderts. Ein Teil war lose und musste im Archiv zu Verzeichnungseinheiten formiert werden. Ordnung und Herstellung eines Aktenverzeichnisses erfolgten durch das Fachreferat im November 1986.
2016 wurden weitere Unterlagen im Zusammenhang mit der Ablieferung der Senatorin für Bildung übernommen. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen um die Zeugnisse aus den Jahren ca. 1890 bis 1942. Bei dieser Gelegenheit wurde der gesamte Bestand überprüft, enteist und neu verzeichnet.
Der zeitliche Umfang aller Unterlagen umfasst den Zeitraum von 1919 bis 1943.
0,5
Bestand
Literatur: Fünfzig Jahre Realschule beim Doventor 1876 - 1926, bearb. v. Studienrat Joh. Schuch, Bremen 1926 (in: 4,39/26-27).
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
30.06.2025, 11:55 AM CEST