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Es wird bekundet, dass es zwischen Adalbert [von Schleifras], Abt
von Fulda, und dem Reichsfreiherrn Wolf Daniel von Boyneburg, Geheimer
Rat in Fu...
Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1701-1710
1710 März 8
Ausfertigung, Papier, zwei aufgedrückte Lacksiegel
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: So geschehen Fuldt den 8ten Martii 1710
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Es wird bekundet, dass es zwischen Adalbert [von Schleifras], Abt von Fulda, und dem Reichsfreiherrn Wolf Daniel von Boyneburg, Geheimer Rat in Fulda und in Kempten sowie Oberamtmann, zu folgendem Tauschvertrag gekommen ist: Der Abt überlässt Wolf Daniel und dessen Erben die von Rittmeister Georg Franz von Buchenau hinterlassenen 37 Teile am adeligen Burgsitz in Buchenau mit allen zur Meierei gehörenden Gütern sowie Äcker, Wiesen, Burggraben, Gärten, Hutweiden,, Schäferei, der neben einer Linde stehende Viehhof und dem sogenannten Schwarzen Häuslein. Wolf Daniel kann diesen Besitz, den er als Lehen erhält, künftig mit allen Rechten und allen Einnahmen nutzen. Das Kloster behält sich jedoch die Nutzung einer Wiese, die unterhalb der Hausener Mühle liegt und drei Wagen junges und altes Futter abwirft, sowie einen am Buchwald gelegenen Acker vor. Zu dem erwähnten Gut gehören auch die durch den von Buchenau hinterlassenen Rechte wie Grund- und Erbzinsen, Lehnschaften, Schankrechte (zapffenrecht), Wälder, Jagd- und Fischereirechte und die geistliche und weltliche Gerichtsbarkeit in den zugehörigen Gemeinden sowie das Recht am Zenthaus, der Brücke und dem darüber stehenden Gesamthäuslein [?]. Diese Rechte behält das Kloster jedoch in seinem Besitz; auch soll nach wie vor ein Gulden Erbzins von der Rock- oder Mühlwiese an das Amt Fürsteneck gegeben werden. Im Gegenzug erhält das Kloster von Wolf Daniel das im Mühlgarten stehende Wohnhaus mit Scheune, Stallung und den Grasgarten. Mit Zustimmung seines Schwagers Friedrich Wilhelm von Buchenau erhält das Kloster außerdem folgende Erbzinsen und Lehnschaften: Von Johann Sippel aus Silges im Amt Mackenzell zwei Viertel Roggen, zwei Viertel Hafer, eine Gans, zwei Hähne, ein Huhn, fünf Böhmische [Groschen] Zins und ein Böhmischer [Groschen] für ein Festbrot (schönbrod); von Johann Fladung aus Geismar dreieinhalb Viertel Roggen und dreieinhalb Viertel Hafer; von Werner Kühl aus Geismar siebeneinhalb Böhmische [Groschen]; vom Königsmüller aus Obernüst zwei Gulden und 36 Böhmische [Groschen], ein Böhmischer [Groschen] für ein Festbrot (schönbrod) und zwei Hähne. Beide Seiten versprechen, sich an diesen Gütertausch zu halten; beide Seiten verzichten ohne Ausnahme (exceptionem in specie doli mali, fraudulentae persuasionis, laesionis ultra dimidium) auf alle jetzigen wie künftigen Ansprüche auf die genannten Güter (renuntiationem generalem non valere nisi specialis praecesserit). Friedrich Wilhelm von Buchenau hat seine Zustimmung zu diesem Rechtsgeschäft seine erteilt. Ankündigung der Unterfertigungen. Ankündigung des Sekretsiegels des Abtes. Siegelankündigung. Handlungsort: Fulda. (siehe Abbildungen: 1. Seite, 2. und 3. Seite, Rückseite; Siegel: 1. Lacksiegel, 2. Lacksiegel)
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: (Wolff Daniel von Boineburg, Friedrich Wilhelm de Buchenau)
Vermerke (Urkunde): Siegler: Wolf Daniel von Boyneburg, Friedrich Wilhelm von Buchenau
Vermerke (Urkunde): Weitere Überlieferung: StaM, 100: Urkundenabschriften, 17: Fulda 7, Nr. 165 [überprüfen]
Unterschrift und Siegel Abt Adalberts werden am Ende der Urkunde zwar angekündigt, fehlen jedoch.
Friedrich Wilhelm von Buchenau erklärt über seiner Unterschrift zusätzlich, dass er zur Übergabe (transferirung) der aufgeführten Zinsen und Lehnschaften seine Zustimmung erteilt hat und dies mit seiner Unterschrift und seinem Siegel bezeugt.
Böhmische [Groschen] werden auch als Prager Groschen bezeichnet.
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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