In addition to the technically required cookies, our website also uses cookies for statistical evaluation. You can also use the website without these cookies. By clicking on "I agree" you agree that we may set cookies for analysis purposes. You can see and change your cookie settings here.
Die Schiedsleute Stam von Görtz (Goertz), Johann (Hans) von
Ebersberg, Philipp von Eberstein, Heinrich Küchenmeister, Ebersberg von
Weyhers, Chris...
Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1461-1470
1470 September 21
Ausfertigung, Papier, sechs aufgedrückte Papiersiegel (Fragmente)
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: ... der gegeben ist am Freytage Mathey apostoli et ewangeliste nach Cristi gepurt viertzehenhundert und im sibezigsten jaren
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Die Schiedsleute Stam von Görtz (Goertz), Johann (Hans) von Ebersberg, Philipp von Eberstein, Heinrich Küchenmeister, Ebersberg von Weyhers, Christian von Lüder, Johann (Henn) Mentze [von Geismar], Peter Rüffer, Peter Zwenger, Bürgermeister Johann Reck, Heinrich, Albrecht und Heinrich vom Wege, alle Schöffen und Bürgen in Fulda, bekunden, dass sie einen Streit zwischen Reinhard [von Weilnau], Abt von Fulda und dem Konvent von Fulda einerseits und Johann [II.], Graf von Henneberg[-Schleusingen], Hauptmann des Klosters Fulda andererseits mit folgendem Ergebnis geschlichtet haben: Johann soll Reinhard von den bestehenden Schulden entsprechend ihrer Vereinbarung freisprechen. Für die Aufnahme des Konrad Sensenschmied (Cuntz Sensensmid) ist Reinhard nicht zuständig, er soll ihn vor Gericht bringen [?] (den sol er mit recht fürnemen), die gerichtliche Entscheidung des Hauptmanns kann ihn daran nicht hindern. Zum Vorwurf den Namen [?] betreffend und zur Aussage des Hauptmanns, dass ihm keine Klage bekannt sei, er sich aber gebührlich verhalten hätte, wenn ihm dies vorgetragen worden wäre, wird entschieden, dass es dabei bleiben soll. Ebenfalls bestätigt wird die Entscheidung des Hauptmanns, den einen hierhin, den anderen dorthin zu versetzen. Die armen Leute des Klosters und der Ritterschaft sollen zukünftig nicht mehr mit zusätzlichen Abgaben durch den Hauptmann belastet werden; sie sollen bei ihren alten Gewohnheiten bleiben dürfen. Kämmerzell soll in zwei Jahren wieder eingelöst werden; sollten (huesner) [?] in den Besitz des Hauptmanns kommen, sollen sie nach alter Gewohnheit behandelt werden. Zukünftig soll der Hauptmann die Zustimmung der Bürger einholen und sie nicht mehr übergehen. Johann sichert Fulda zu, dass die Juden, die dem Hauptmann Geld geliehen haben, nach Ablauf der Frist ihr Geld zurückbekommen sollen. Hinsichtlich Biebersteins soll so verfahren werden, wie es vereinbart wurde. Ebenso hinsichtlich der Kühe und Pferde der Lüder. Da einige Leute der Lüder Personen aus Fulda auf den Straßen des Klosters überfallen haben (vor handelunge ... gethan haben), hat der Hauptmann Besitz beschlagnahmt, der erst herausgegeben wird, wenn die Täter zur Verurteilung übergeben werden. Der Hauptmann hat die Lüder auch angeklagt, weil sie ihre Güter den Riedesel übertragen haben. Dies soll rückgängig gemacht werden (abesein) und zukünftig nicht mehr geschehen, außer mit Zustimmung des Hauptmanns. Im Zusammenhang mit seiner Bestätigung [als Abt] hat der Hauptmann noch zahlreiche, nicht beglichene Forderungen (furdernissschaft), die ihm nun gezahlt werden sollen, wie es vereinbart war. Wenn er dies alles erhalten hat, soll er sofort eine Gesandtschaft wegen seiner Bestätigung nach Rom schicken. Sobald er die Bestätigung erhalten hat, soll er sich an die beschlossenen Vereinbarungen halten. Beide Seiten versichern, sich an die ausgehandelten Vereinbarungen zu halten. Alle Unstimmigkeiten werden als beigelegt bezeichnet. Vom Schiedsspruch werden zwei Ausfertigungen ausgestellt. Beide Parteien bekunden ihre Zustimmung zum Schiedsspruch und versichern, ihn einzuhalten. Siegelankündigung. (siehe Abbildungen: Seite 1, Seite 2 und 3, Seite 4; Siegel: Papiersiegel)
Vermerke (Urkunde): Siegler: [Stam von Görtz]
Vermerke (Urkunde): Siegler: [Philipp von Eberstein]
Vermerke (Urkunde): Siegler: [Stadt Fulda]
Vermerke (Urkunde): Siegler: [Reinhard [von Weilnau], Abt von Fulda]
Vermerke (Urkunde): Siegler: [Dekan und Konvent von Fulda]
Vermerke (Urkunde): Siegler: [Johann [II.], Graf von Henneberg[-Schleusingen], Hauptmann des Klosters Fulda]
Die Reihenfolge der Siegler lässt sich aufgrund der abgefallenen Siegel nicht mehr mit Sicherheit rekonstruieren. Die Siegelankündigung ist zudem nicht eindeutig formuliert.
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.