Mobile Kommandobehörden II (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, E 289 b
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Kabinett, Geheimer Rat, Ministerien 1806-1945 >> Kriegsministerium >> Kommandobehörden
1866-1871
Überlieferungsgeschichte
Nach 1871 in die Registratur des Kriegsministeriums.
Inhalt und Bewertung
Enthält: 1) Felddivision 1866: Divisionskommando (Kommandant; Büro des Inneren Dienstes mit den Rubriken Ausrüstung, Ausrückrapporte, Ärzte, Aufmarsch, Einsatz, Berichte an den König, Denkmäler, Dislokationen, Einteilungslisten,
Feldmusterlisten, Feldpost, Journal, Kassenangelegenheiten, Korpsbefehle, Krankenrapporte, Meldungen, Monatsrapporte,
Parolen, Pferde, Personalangelegenheiten, Rückmarsch, Stabskompanie, Spenden, Tagesbefehle, Telegramme, Verpflegung, Verlustlisten, Weisungen; Büro der Operationen betr. v. a. Dislokationsfragen, Befehle, Rapporte); Kommandos der 1., 2. und 3. Feldbrigade (v. a. Befehle und Rapporte); Kommando der Artillerie (Befehle) 2) Divisionshauptquartier 1869/70 3) Felddivision 1870/71: Divisionskommando: v. a. Weisungen, Karten, Rubriken Ausbildung, Ausrüstung, Berichte, Dekorationen, Dienst-, Etatangelegenheiten, Feldzugsakten, Gesundheitspflege, Landjäger, Militärgericht, Mobilmachung, Musiker, Organisation, Verpflegung; Chef des Generalstabs: v. a. Tagebuchaufzeichnungen; Büro des Inneren Dienstes: Meldungen, Rubriken v. a. Ausbildung, Ausrüstung, Armeebefehle, Annoncen, Bürgerliche Ehren- und Dienstrechte, Beförderungen, Belohnungen, Civilanstellung, Contributionen, Disziplin, Dienstgang, Dekorationen, Deserteure,
Einquartierung, Eisenbahn, Entlassung von Theologen, Feldgendarmerie, -postamt, -telegraph, -geistlichkeit, -musterlisten, Gesundheitspflege, Geldverpflegung, Justiz, Inventar, Kriegsbeute, Kriegsgefangene, Kommandierungen, Montierung, Munition, Nachschub, Offiziereinteilungslisten, Pferde, Polizei, Quittungen, Requisitionen, Rapporte, Rekruteneinteilung, Tagesbefehle, Telegramme, Todesfälle, Transport, Verpflegung, Vorspann, Verluste, "Erledigte Akten" (v. a. Personalangelegenheiten); Büro der Operationen: Rubriken Mobilmachung der Felddivision, Nachrichten, Kommandierungen und Detachierungen, Eisenbahn- und Etappenwesen, Operationen und Kriegsmarsch Stuttgart bis vor Paris, Belagerung von Paris, Meldungen an das Kriegsministerium, Dislokationen, Varia (v. a. Organisation), Occupation französischer Gebiete, Rückmarsch in die Heimat, Garnison Straßburg, Erfahrung aus dem Feldzug, kriegsgeschichtliche Darstellungen, Tagebücher; 1.-3. Feldbrigade: Meldungen, Befehle, Gefechtsberichte, Ausrückrapporte, Feldmusterlisten, Sachakten betr. v. a. Auszeichnung, Mobilmachung, Ordnung und Disziplin, Belagerung von Paris, Vormarsch, Demobilisierung, Einzug in Stuttgart, Personalfragen; Kommando der Feldartillerie: Feldzugsakten (Mischserie), Befehle, Meldungen; Reiterfeldbrigade: Befehle, Meldungen, Gefechtsberichte, Ausrückrapporte, Sachakten betr. v. a. Kommandierungen, Pferdeangelegenheiten, Demobilmachung, Auszeichnung.
I. Geschichte der mobilen Kommandobehörden: Eine eigenständig - dauernd bestehende zentrale Kommandobehörde des württembergischen Truppenkorps wurde erst 1817 geschaffen. Ihr Leiter war der Kriegsminister, dem in dieser Funktion ein Adjutant zugeordnet war (vgl. Staatshandbücher des Königreichs Württemberg 1824 ff). Auch als 1848 der Posten des Korpskommandanten erstmals mit einer besonderen Person besetzt wurde - Herzog Friedrich von Württemberg, Sohn des Prinzen Paul und Neffe König Wilhelms I. (1808-1870) - blieb das so. 1862 und 1868 tritt in den Staatshandbüchern an die Stelle des Korpskommandanten Herzog Friedrich als Generalinspekteur des württembergischen Truppenkorps (Staatshandbuch 1862 Seite 71, 1866 Seite 77), während als eigentlicher Korpskommandant wieder der Kriegsminister fungierte, der auch im Krieg 1866 im Range eines Generalleutnants die württembergischen Felddivisionen kommandierte. Erst 1869 scheint, wohl als Auswirkung des Krieges von 1866, eine größere Korpskommandantur bestanden zu haben. Dem Korpskommandanten waren ein Generalmajor, ein Adjutant, ein Registrator, ein Kanzlist und ein Aufwärter unterstellt. Außerdem waren zum Korpskommando kommandiert: Ein Stabsschef - Oberstleutnant Triebig vom Generalquartiermeisterstab -, 1 Bureauchef, je ein Referent für die Infanterie und die Kavallerie, ein Stabsauditor, ein Stabsarzt, einRechner (Staatshandbuch Seite 86 f.). 1870, mit Ausbruch des Deutsch-französischen Kriegs, trat an die Stelle des Korpskommandos das stellvertretende Korpskommando. Das Korpskommando ging in der württembergischen Felddivision auf.
II. Bestandsgeschichte: Die Aktenproduktion des Korpskommandos war zunächst sehr gering, am Anfang gab es offenbar überhaupt keine eigenständige Registratur. Der Großteil der erhaltenen Unterlagen beginnt erst 1848, als ein besonderer Korpskommandant ernannt wurde. Vermutlich wurde eine besondere Registratur aber erst Ende der 60er Jahre angelegt. In ihr wurde bereits eine Art Altregistratur gesondert erfasst - wohl vor allem die Akten, die vor 1859 entstanden waren -und nach einem alphabtischen Schlagwortsystem ohne Nummern gegliedert. Umschläge dieser Registratur tragen die Aufschrift "Korpskommando - Ältere Akten". Für die neuen Akten wurde das alphabetische Schlagwortsystem zwar beibehalten, die einzelnen Schlagworte aber durchnumeriert. Wenig später wurden die Schlagworte dann durch ihren jeweiligen Anfangsbuchstaben ersetzt und dieser zusammen mit der Nummer als Aktenzeichen angesehen. Erkennbar ist außerdem eine Kasten - Fach - Ordnung, die aber der Reihenfolge der Nummern entspricht. Daneben wurden aber einige Betreffe in diese Registratur nicht förmlich eingegliedert - so Akten mit dem Titel "Ausmarsch 1848-1851" und "Mobilmachung 1859"; sie erhielten eine eigene Untergliederung mit Großbuchstaben: A-Erlasse des Kriegsministeriums, B-Erlasse des Korpskommandos, C-Meldungen, D-Übersichten, Zusammenstellungen. Die Registratur des Korpskommandos wurde während des Deutsch-französischen Krieges von der Felddivision weitergeführt, während das stellvertretende Korpskommando als immobile Behörde eine neue Registratur begann, die aber ebenfalls nach einem alphabetischen Schlagwortsystem gegliedert wurde. Die Akten gelangten nach 1871 offenbar ins Kriegsarchiv, wo ein großer Teil bereits in den Pertinenzbestand "Aufbau und Organisation" eingegliedert wurde, einige wenige Stücke wurden zu den "Feldzugakten III" und "Bekleidung und Ausrüstung" gelegt. 1930 an das Staatsarchiv Ludwigsburg abgegeben, wurde durch K. O. Müller etwa die Hälfte der Akten in den neuen Bestand E 271, Kriegsministerium, aufgenommen. Die übrigen Akten blieben in ihrem Ordnungszustand und wurden daher noch nicht in die Gesamtübersicht von 1937 aufgenommen. In diesem Zustand gelangten die Archivalien 1969 ins neu errichtete Militärarchiv.
III. Bearbeiterbericht: Bei der kompletten Neuverzeichnung der militärischen Archivalien zwischen 1806 und 1871 schälte sich nunmehr der vorliegende Bestand heraus. Er umfaßt sämtliche Akten des Korpskommandos im Frieden sowie die wenigen Akten des stellvertretenden Korpskommandos während des Deutsch-französischen Krieges. Auch einige wenige Schriftstücke der Provenienz Generalinspekteur wurden dazugenommen, da der Generalinspekteur praktisch zeitweise Funktionen des Korpskommandanten übernommen hatte, ferner ein Faszikel Handakten des Oberstleutnants Triebig als Stabschef des Korpskommandos und einige wenige Handakten von Carl Christoph von Mertens, der von 1828 bis 1837 Adjutant des Korpskommandanten war. Die Gliederung ergab sich nach dem vorhandenen Registraturschema, das bei allen Änderungen immer auf einem Schlagwortsystem basierte. Die belegten Schlagworte wurden daher grundsätzlich übernommen, auch wenn sich vielfach Gruppen mit nur einem oder wenigen Büscheln ergaben. In einigen Fällen wurden mehrere inhaltlich ähnliche Schlagworte zusammengefasst, wobei dann das Schlagwort mit dem weitesten Spektrum vorangestellt wurde, die übrigen Schlagworte in Klammern gesetzt wurden. In der Klammer finden sich auch die jeweils noch verwendeten Aktenzeichen. An der sachlich richtigen Stelle wurden auch das Faszikel des Generalinspekteurs und die Handakten des Oberstleutnants Triebig eingeordnet, während die Handakten von Mertens an den Schluß gestellt wurden. Bei der Verzeichnung, die von 1980 bis 1986 unter Leitung von Dr. Günter Cordes durch Werner Urban sowie einigen Archivreferendaren und Archivinspektoranwärtern erfolgte, waren wegen der starken Vermischung mit anderen Provenienzen zunächst vielfach nur Titelaufnahmen mit wenigen Schriftstücken entstanden; sie wurden bei der Ordnung und Überarbeitung im Jahr 1992 durch Dr. Bernhard Theil zusammengefasst und zum Teil neu formuliert. So entstanden aus 258 Einheiten 164 Büschel. Die Aufstellung des Bestandes, die Erstellung der Indices und des Repertoriums besorgte Werner Urban. Der Bestand umfasst jetzt 1,65 lfd.m. Stuttgart, im März 1992 Bernhard Theil
Konkordanzlisten:
Alte_Bestände Neuverzeichnung
Bund Nr. Nr.
D 63 F. 45 129-130
E 271 Bü. 214 88
E 271 Bü. 215 93
E 271 Bü. 430 406
E 271 Bü. 449 58
E 271 Bü. 543 95
E 271 Bü. 759 99
E 278-282 Band 198 128
E 278-282 Band 199 398
E 278-282 Band 200 402
E 278-282 Band 201 401
E 278-282 Band 586a 86
E 283 Bü. 7 115
E 284 Bü. 78 50
E 284 Bü. 88 3, 38, 45, 84
E 284 Bü. 90 45
E 284 Bü. 91 8, 11, 14, 22-23, 25-28, 30, 35, 38, 44
E 284 Bü. 93 2, 6, 9-11, 14, 19, 22-24, 27-29, 32, 42, 44, 46, 83
E 284 Bü. 94 7, 27, 47-48
E 284 Bü. 95 4, 20, 29, 39-41, 47
E 284 Bü. 96 49, 68-76
E 284 Bü. 97 33, 76a, 77-82
E 284 Bü. 98 36
E 284 Bü. 101 19
E 284 Bü. 102 16-18
E 284 Bü. 106 34
E 284 Bü. 108 30
E 284 Bü. 110 37
E 284 Bü. 111 11, 15, 26, 30-33, 35, 43
E 284 Bü. 112 10
E 284 Bü. 116 24, 36, 43
E 284 Bü. 117 13
E 284 Bü. 120 12
E 286 Bü. 4 85, 96, 118-119, 206
E 286 Bü. 11a 149, 265
E 286 Bü. 16 126
E 286 Bü. 17 5, 106, 110, 117, 122, 256
E 286 Bü. 18 110, 113, 120
E 286 Bü. 19 85, 97, 107-109, 112, 131, 149, 159, 190, 215, 282-305, 324, 330, 332, 336, 339-341, 343, 346, 359, 367, 369-370, 373-374, 378, 380, 382
E 286 Bü. 20 85, 117, 145, 151, 156, 188, 193, 254, 266-269, 399-400
E 286 Bü. 21 98, 122, 282-283, 305-319, 322-324, 338, 397, 466
E 286 Bü. 22 321-336
E 286 Bü. 23 337-339
E 286 Bü. 24 340-342
E 286 Bü. 25 343-354, 357
E 286 Bü. 26 355-374
E 286 Bü. 27 375-377, 379
E 286 Bü. 28 236-242, 244
E 286 Bü. 29 459
E 286 Bü. 30 117, 141, 149, 151, 198, 200, 206, 214, 258, 270, 489
E 286 Bü. 31 153, 162, 164-169
E 286 Bü. 32 170-174
E 286 Bü. 33 163, 175-186, 219, 243
E 286 Bü. 34 131-149, 152-157
E 286 Bü. 35 158-161, 187, 189-193, 196-197, 202-215
E 286 Bü. 36 147, 216-229, 231, 235, 243, 246-248, 257, 357
E 286 Bü. 37 249-253, 255
E 286 Bü. 38 129-130, 199-201, 211, 232-234, 257, 259-262, 264, 466, 485-488, 490
E 286 Bü. 39 492-496, 499-503, 505-510, 514-515
E 286 Bü. 39a 493, 495-498, 504, 512
E 286 Bü. 40 214, 408-412
E 286 Bü. 40a 98, 404, 413-416
E 286 Bü. 40a 2, 417-421
E 286 Bü. 40b 422, 424-427, 429-460, 462-464, 469, 483, 493
E 286 Bü. 40c 466-467
E 286 Bü. 41b 469-471
E 286 Bü. 41d 123-127, 403, 423, 465
E 286 Bü. 42 310, 381, 383, 385-392, 505-507
E 286 Bü. 43 384, 393-396, 466
E 286 Bü. 43a 507, 511
E 286 Bü. 45 472-476, 478-479
E 286 Bü. 46 481-483
E 286 Bü. 47 477, 480-483
E 286 Bü. 48 480, 483-484
E 286 Bü. 48b 97
E 286 Bü. 51 466, 468
E 286 Bü. 67 214, 230
E 286 Bü. 70 423
E 286 Bü 282 111
E 286 Bü 294 98
E 286 Bü 307 87, 121
E 291 Band G 87 21
Nach 1871 in die Registratur des Kriegsministeriums.
Inhalt und Bewertung
Enthält: 1) Felddivision 1866: Divisionskommando (Kommandant; Büro des Inneren Dienstes mit den Rubriken Ausrüstung, Ausrückrapporte, Ärzte, Aufmarsch, Einsatz, Berichte an den König, Denkmäler, Dislokationen, Einteilungslisten,
Feldmusterlisten, Feldpost, Journal, Kassenangelegenheiten, Korpsbefehle, Krankenrapporte, Meldungen, Monatsrapporte,
Parolen, Pferde, Personalangelegenheiten, Rückmarsch, Stabskompanie, Spenden, Tagesbefehle, Telegramme, Verpflegung, Verlustlisten, Weisungen; Büro der Operationen betr. v. a. Dislokationsfragen, Befehle, Rapporte); Kommandos der 1., 2. und 3. Feldbrigade (v. a. Befehle und Rapporte); Kommando der Artillerie (Befehle) 2) Divisionshauptquartier 1869/70 3) Felddivision 1870/71: Divisionskommando: v. a. Weisungen, Karten, Rubriken Ausbildung, Ausrüstung, Berichte, Dekorationen, Dienst-, Etatangelegenheiten, Feldzugsakten, Gesundheitspflege, Landjäger, Militärgericht, Mobilmachung, Musiker, Organisation, Verpflegung; Chef des Generalstabs: v. a. Tagebuchaufzeichnungen; Büro des Inneren Dienstes: Meldungen, Rubriken v. a. Ausbildung, Ausrüstung, Armeebefehle, Annoncen, Bürgerliche Ehren- und Dienstrechte, Beförderungen, Belohnungen, Civilanstellung, Contributionen, Disziplin, Dienstgang, Dekorationen, Deserteure,
Einquartierung, Eisenbahn, Entlassung von Theologen, Feldgendarmerie, -postamt, -telegraph, -geistlichkeit, -musterlisten, Gesundheitspflege, Geldverpflegung, Justiz, Inventar, Kriegsbeute, Kriegsgefangene, Kommandierungen, Montierung, Munition, Nachschub, Offiziereinteilungslisten, Pferde, Polizei, Quittungen, Requisitionen, Rapporte, Rekruteneinteilung, Tagesbefehle, Telegramme, Todesfälle, Transport, Verpflegung, Vorspann, Verluste, "Erledigte Akten" (v. a. Personalangelegenheiten); Büro der Operationen: Rubriken Mobilmachung der Felddivision, Nachrichten, Kommandierungen und Detachierungen, Eisenbahn- und Etappenwesen, Operationen und Kriegsmarsch Stuttgart bis vor Paris, Belagerung von Paris, Meldungen an das Kriegsministerium, Dislokationen, Varia (v. a. Organisation), Occupation französischer Gebiete, Rückmarsch in die Heimat, Garnison Straßburg, Erfahrung aus dem Feldzug, kriegsgeschichtliche Darstellungen, Tagebücher; 1.-3. Feldbrigade: Meldungen, Befehle, Gefechtsberichte, Ausrückrapporte, Feldmusterlisten, Sachakten betr. v. a. Auszeichnung, Mobilmachung, Ordnung und Disziplin, Belagerung von Paris, Vormarsch, Demobilisierung, Einzug in Stuttgart, Personalfragen; Kommando der Feldartillerie: Feldzugsakten (Mischserie), Befehle, Meldungen; Reiterfeldbrigade: Befehle, Meldungen, Gefechtsberichte, Ausrückrapporte, Sachakten betr. v. a. Kommandierungen, Pferdeangelegenheiten, Demobilmachung, Auszeichnung.
I. Geschichte der mobilen Kommandobehörden: Eine eigenständig - dauernd bestehende zentrale Kommandobehörde des württembergischen Truppenkorps wurde erst 1817 geschaffen. Ihr Leiter war der Kriegsminister, dem in dieser Funktion ein Adjutant zugeordnet war (vgl. Staatshandbücher des Königreichs Württemberg 1824 ff). Auch als 1848 der Posten des Korpskommandanten erstmals mit einer besonderen Person besetzt wurde - Herzog Friedrich von Württemberg, Sohn des Prinzen Paul und Neffe König Wilhelms I. (1808-1870) - blieb das so. 1862 und 1868 tritt in den Staatshandbüchern an die Stelle des Korpskommandanten Herzog Friedrich als Generalinspekteur des württembergischen Truppenkorps (Staatshandbuch 1862 Seite 71, 1866 Seite 77), während als eigentlicher Korpskommandant wieder der Kriegsminister fungierte, der auch im Krieg 1866 im Range eines Generalleutnants die württembergischen Felddivisionen kommandierte. Erst 1869 scheint, wohl als Auswirkung des Krieges von 1866, eine größere Korpskommandantur bestanden zu haben. Dem Korpskommandanten waren ein Generalmajor, ein Adjutant, ein Registrator, ein Kanzlist und ein Aufwärter unterstellt. Außerdem waren zum Korpskommando kommandiert: Ein Stabsschef - Oberstleutnant Triebig vom Generalquartiermeisterstab -, 1 Bureauchef, je ein Referent für die Infanterie und die Kavallerie, ein Stabsauditor, ein Stabsarzt, einRechner (Staatshandbuch Seite 86 f.). 1870, mit Ausbruch des Deutsch-französischen Kriegs, trat an die Stelle des Korpskommandos das stellvertretende Korpskommando. Das Korpskommando ging in der württembergischen Felddivision auf.
II. Bestandsgeschichte: Die Aktenproduktion des Korpskommandos war zunächst sehr gering, am Anfang gab es offenbar überhaupt keine eigenständige Registratur. Der Großteil der erhaltenen Unterlagen beginnt erst 1848, als ein besonderer Korpskommandant ernannt wurde. Vermutlich wurde eine besondere Registratur aber erst Ende der 60er Jahre angelegt. In ihr wurde bereits eine Art Altregistratur gesondert erfasst - wohl vor allem die Akten, die vor 1859 entstanden waren -und nach einem alphabtischen Schlagwortsystem ohne Nummern gegliedert. Umschläge dieser Registratur tragen die Aufschrift "Korpskommando - Ältere Akten". Für die neuen Akten wurde das alphabetische Schlagwortsystem zwar beibehalten, die einzelnen Schlagworte aber durchnumeriert. Wenig später wurden die Schlagworte dann durch ihren jeweiligen Anfangsbuchstaben ersetzt und dieser zusammen mit der Nummer als Aktenzeichen angesehen. Erkennbar ist außerdem eine Kasten - Fach - Ordnung, die aber der Reihenfolge der Nummern entspricht. Daneben wurden aber einige Betreffe in diese Registratur nicht förmlich eingegliedert - so Akten mit dem Titel "Ausmarsch 1848-1851" und "Mobilmachung 1859"; sie erhielten eine eigene Untergliederung mit Großbuchstaben: A-Erlasse des Kriegsministeriums, B-Erlasse des Korpskommandos, C-Meldungen, D-Übersichten, Zusammenstellungen. Die Registratur des Korpskommandos wurde während des Deutsch-französischen Krieges von der Felddivision weitergeführt, während das stellvertretende Korpskommando als immobile Behörde eine neue Registratur begann, die aber ebenfalls nach einem alphabetischen Schlagwortsystem gegliedert wurde. Die Akten gelangten nach 1871 offenbar ins Kriegsarchiv, wo ein großer Teil bereits in den Pertinenzbestand "Aufbau und Organisation" eingegliedert wurde, einige wenige Stücke wurden zu den "Feldzugakten III" und "Bekleidung und Ausrüstung" gelegt. 1930 an das Staatsarchiv Ludwigsburg abgegeben, wurde durch K. O. Müller etwa die Hälfte der Akten in den neuen Bestand E 271, Kriegsministerium, aufgenommen. Die übrigen Akten blieben in ihrem Ordnungszustand und wurden daher noch nicht in die Gesamtübersicht von 1937 aufgenommen. In diesem Zustand gelangten die Archivalien 1969 ins neu errichtete Militärarchiv.
III. Bearbeiterbericht: Bei der kompletten Neuverzeichnung der militärischen Archivalien zwischen 1806 und 1871 schälte sich nunmehr der vorliegende Bestand heraus. Er umfaßt sämtliche Akten des Korpskommandos im Frieden sowie die wenigen Akten des stellvertretenden Korpskommandos während des Deutsch-französischen Krieges. Auch einige wenige Schriftstücke der Provenienz Generalinspekteur wurden dazugenommen, da der Generalinspekteur praktisch zeitweise Funktionen des Korpskommandanten übernommen hatte, ferner ein Faszikel Handakten des Oberstleutnants Triebig als Stabschef des Korpskommandos und einige wenige Handakten von Carl Christoph von Mertens, der von 1828 bis 1837 Adjutant des Korpskommandanten war. Die Gliederung ergab sich nach dem vorhandenen Registraturschema, das bei allen Änderungen immer auf einem Schlagwortsystem basierte. Die belegten Schlagworte wurden daher grundsätzlich übernommen, auch wenn sich vielfach Gruppen mit nur einem oder wenigen Büscheln ergaben. In einigen Fällen wurden mehrere inhaltlich ähnliche Schlagworte zusammengefasst, wobei dann das Schlagwort mit dem weitesten Spektrum vorangestellt wurde, die übrigen Schlagworte in Klammern gesetzt wurden. In der Klammer finden sich auch die jeweils noch verwendeten Aktenzeichen. An der sachlich richtigen Stelle wurden auch das Faszikel des Generalinspekteurs und die Handakten des Oberstleutnants Triebig eingeordnet, während die Handakten von Mertens an den Schluß gestellt wurden. Bei der Verzeichnung, die von 1980 bis 1986 unter Leitung von Dr. Günter Cordes durch Werner Urban sowie einigen Archivreferendaren und Archivinspektoranwärtern erfolgte, waren wegen der starken Vermischung mit anderen Provenienzen zunächst vielfach nur Titelaufnahmen mit wenigen Schriftstücken entstanden; sie wurden bei der Ordnung und Überarbeitung im Jahr 1992 durch Dr. Bernhard Theil zusammengefasst und zum Teil neu formuliert. So entstanden aus 258 Einheiten 164 Büschel. Die Aufstellung des Bestandes, die Erstellung der Indices und des Repertoriums besorgte Werner Urban. Der Bestand umfasst jetzt 1,65 lfd.m. Stuttgart, im März 1992 Bernhard Theil
Konkordanzlisten:
Alte_Bestände Neuverzeichnung
Bund Nr. Nr.
D 63 F. 45 129-130
E 271 Bü. 214 88
E 271 Bü. 215 93
E 271 Bü. 430 406
E 271 Bü. 449 58
E 271 Bü. 543 95
E 271 Bü. 759 99
E 278-282 Band 198 128
E 278-282 Band 199 398
E 278-282 Band 200 402
E 278-282 Band 201 401
E 278-282 Band 586a 86
E 283 Bü. 7 115
E 284 Bü. 78 50
E 284 Bü. 88 3, 38, 45, 84
E 284 Bü. 90 45
E 284 Bü. 91 8, 11, 14, 22-23, 25-28, 30, 35, 38, 44
E 284 Bü. 93 2, 6, 9-11, 14, 19, 22-24, 27-29, 32, 42, 44, 46, 83
E 284 Bü. 94 7, 27, 47-48
E 284 Bü. 95 4, 20, 29, 39-41, 47
E 284 Bü. 96 49, 68-76
E 284 Bü. 97 33, 76a, 77-82
E 284 Bü. 98 36
E 284 Bü. 101 19
E 284 Bü. 102 16-18
E 284 Bü. 106 34
E 284 Bü. 108 30
E 284 Bü. 110 37
E 284 Bü. 111 11, 15, 26, 30-33, 35, 43
E 284 Bü. 112 10
E 284 Bü. 116 24, 36, 43
E 284 Bü. 117 13
E 284 Bü. 120 12
E 286 Bü. 4 85, 96, 118-119, 206
E 286 Bü. 11a 149, 265
E 286 Bü. 16 126
E 286 Bü. 17 5, 106, 110, 117, 122, 256
E 286 Bü. 18 110, 113, 120
E 286 Bü. 19 85, 97, 107-109, 112, 131, 149, 159, 190, 215, 282-305, 324, 330, 332, 336, 339-341, 343, 346, 359, 367, 369-370, 373-374, 378, 380, 382
E 286 Bü. 20 85, 117, 145, 151, 156, 188, 193, 254, 266-269, 399-400
E 286 Bü. 21 98, 122, 282-283, 305-319, 322-324, 338, 397, 466
E 286 Bü. 22 321-336
E 286 Bü. 23 337-339
E 286 Bü. 24 340-342
E 286 Bü. 25 343-354, 357
E 286 Bü. 26 355-374
E 286 Bü. 27 375-377, 379
E 286 Bü. 28 236-242, 244
E 286 Bü. 29 459
E 286 Bü. 30 117, 141, 149, 151, 198, 200, 206, 214, 258, 270, 489
E 286 Bü. 31 153, 162, 164-169
E 286 Bü. 32 170-174
E 286 Bü. 33 163, 175-186, 219, 243
E 286 Bü. 34 131-149, 152-157
E 286 Bü. 35 158-161, 187, 189-193, 196-197, 202-215
E 286 Bü. 36 147, 216-229, 231, 235, 243, 246-248, 257, 357
E 286 Bü. 37 249-253, 255
E 286 Bü. 38 129-130, 199-201, 211, 232-234, 257, 259-262, 264, 466, 485-488, 490
E 286 Bü. 39 492-496, 499-503, 505-510, 514-515
E 286 Bü. 39a 493, 495-498, 504, 512
E 286 Bü. 40 214, 408-412
E 286 Bü. 40a 98, 404, 413-416
E 286 Bü. 40a 2, 417-421
E 286 Bü. 40b 422, 424-427, 429-460, 462-464, 469, 483, 493
E 286 Bü. 40c 466-467
E 286 Bü. 41b 469-471
E 286 Bü. 41d 123-127, 403, 423, 465
E 286 Bü. 42 310, 381, 383, 385-392, 505-507
E 286 Bü. 43 384, 393-396, 466
E 286 Bü. 43a 507, 511
E 286 Bü. 45 472-476, 478-479
E 286 Bü. 46 481-483
E 286 Bü. 47 477, 480-483
E 286 Bü. 48 480, 483-484
E 286 Bü. 48b 97
E 286 Bü. 51 466, 468
E 286 Bü. 67 214, 230
E 286 Bü. 70 423
E 286 Bü 282 111
E 286 Bü 294 98
E 286 Bü 307 87, 121
E 291 Band G 87 21
515 Büschel
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ