Mandatum tuitorium poenale Auseinandersetzung um Absetzung aus Ämtern
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(1) 3111
Wismar S 196 (W S 6 n. 196)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 19. 1. Kläger S
(1585-1719) 20.05.1719-12.12.1719
Kläger: (2) Anthon Scheffel, Ratsherr zu Wismar
Beklagter: Bürgermeister und Rat zu Wismar
Fallbeschreibung: Bekl. haben beschlossen, Kl. in seinen Ämtern in Kämmerei und Magistratsgericht abzusetzen. Laut Bürgervertrag hätte er 6 Jahre Amtszeit gehabt, weshalb er den Oberlanddrosten um ein Mandat an Bekl. bittet, ihn wieder in seine Ämter einzusetzen. Dieser fordert am 25.05. einen Bericht vom Rat an und verbietet, bis zu einer Entscheidung des Tribunals Veränderungen im Rat vorzunehmen. Am 08.06. legen die Bekl. diesen Bericht vor, widerlegen die Beschuldigungen des Kl.s mit dem Wismarer Gebrauch und der von Kl. im Rat erteilten Zustimmung und bitten um Aufhebung des Verbots. Der Oberlanddrost fordert Kl. am 16.06. zur Erwiderung auf. Nachdem dies bis zum 20.07. nicht geschehen ist, bitten Bekl. um Aufhebung des Verbotes, erhalten aber keine Antwort. Am 28.08. bekräftigt Kl. seine Forderungen, am 22.09. fordert der Oberlanddrost die Bekl. erneut zur Erwiderung auf, wird aber am 04.11. und 20.11. von Bekl. um je 14 Tage Verlängerung gebeten. Am 05.12. antworten Bekl. sehr ausführlich auf Beschwerden und weisen sie erneut mit zahlreichen Beispielen zurück. Der Oberlanddrost fordert Kl. am 12.12.1719 zur Erwiderung auf. Weiteres ist nicht erhalten.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1719-1720
Prozessbeilagen: (7) Artikel 43 des Wismarer Bürgervertrages von 1600; von Tribunalspedell Jürgen Möller ausgestellte Übergabequittung für ein Tribunalsmandat vom 19.06.1719; Schreiben des Wismarer Tribunals an den Rat vom 30.09.1712 und 29.06.1714; Tribunalsurteil vom 13.12.1712, 16.10. und 13.11.1714; Aufstellung über Dienstjahre der Ratsherren als Kämmerer 1585-1714, als Weinherren und Aufseher über die Apotheke 1590-1708; Aufstellung über Nachfolgeämter der Kämmerer 1606-1714; Titel der Kämmereirechnung 1718-1719; Auszug aus Bürgervertrag von 1600; Auszüge aus Protokollen der Ratssitzungen vom 27.11.1714, 15.02., 20. und 30.03., 04.04., 03.08. und 11.10.1719; Aussage Bernd Orbans vom 04.12.1719; Quittung des Kl.s vom 21.09.1718; Beispiele für Weideherren 1692-1709; Auszüge aus den Kämmereibüchern 1716-1718
Beklagter: Bürgermeister und Rat zu Wismar
Fallbeschreibung: Bekl. haben beschlossen, Kl. in seinen Ämtern in Kämmerei und Magistratsgericht abzusetzen. Laut Bürgervertrag hätte er 6 Jahre Amtszeit gehabt, weshalb er den Oberlanddrosten um ein Mandat an Bekl. bittet, ihn wieder in seine Ämter einzusetzen. Dieser fordert am 25.05. einen Bericht vom Rat an und verbietet, bis zu einer Entscheidung des Tribunals Veränderungen im Rat vorzunehmen. Am 08.06. legen die Bekl. diesen Bericht vor, widerlegen die Beschuldigungen des Kl.s mit dem Wismarer Gebrauch und der von Kl. im Rat erteilten Zustimmung und bitten um Aufhebung des Verbots. Der Oberlanddrost fordert Kl. am 16.06. zur Erwiderung auf. Nachdem dies bis zum 20.07. nicht geschehen ist, bitten Bekl. um Aufhebung des Verbotes, erhalten aber keine Antwort. Am 28.08. bekräftigt Kl. seine Forderungen, am 22.09. fordert der Oberlanddrost die Bekl. erneut zur Erwiderung auf, wird aber am 04.11. und 20.11. von Bekl. um je 14 Tage Verlängerung gebeten. Am 05.12. antworten Bekl. sehr ausführlich auf Beschwerden und weisen sie erneut mit zahlreichen Beispielen zurück. Der Oberlanddrost fordert Kl. am 12.12.1719 zur Erwiderung auf. Weiteres ist nicht erhalten.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1719-1720
Prozessbeilagen: (7) Artikel 43 des Wismarer Bürgervertrages von 1600; von Tribunalspedell Jürgen Möller ausgestellte Übergabequittung für ein Tribunalsmandat vom 19.06.1719; Schreiben des Wismarer Tribunals an den Rat vom 30.09.1712 und 29.06.1714; Tribunalsurteil vom 13.12.1712, 16.10. und 13.11.1714; Aufstellung über Dienstjahre der Ratsherren als Kämmerer 1585-1714, als Weinherren und Aufseher über die Apotheke 1590-1708; Aufstellung über Nachfolgeämter der Kämmerer 1606-1714; Titel der Kämmereirechnung 1718-1719; Auszug aus Bürgervertrag von 1600; Auszüge aus Protokollen der Ratssitzungen vom 27.11.1714, 15.02., 20. und 30.03., 04.04., 03.08. und 11.10.1719; Aussage Bernd Orbans vom 04.12.1719; Quittung des Kl.s vom 21.09.1718; Beispiele für Weideherren 1692-1709; Auszüge aus den Kämmereibüchern 1716-1718
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:26 MEZ