Firma Brennerei Heimsath-Vieth, Bad Laer (Bestand)
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NLA OS, Dep 114
Nds. Landesarchiv, Abt. Osnabrück (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Organisationen, Betriebe, Einrichtungen >> 2.3 Firmenarchive
1737-1997
Geschichte des Bestandsbildners: Die frühesten Hinweise auf einen Brennereibetrieb (1798) sind in einem von Johann Joseph Heimsath angelegten Rechnungsbuch enthalten (Akz. 25/1998 Nr. 12). Es ist allein für diesen Gewerbezweig angelegt und vermittelt den Eindruck, dass dieser schon seit längerem Bestand hat. Ein Gründungsdatum der Brennerei ließ sich nicht ermitteln, in einer im Jahre 1780 angelegten Übersicht der Branntweinbrennereien ist sie nicht aufgeführt (vgl. Rep 100/194/8, pag. 131v./132). Sie dürfte wie fast alle auf dem Lande gelegenen Brennereien nach und nach aus einem landwirtschaftlichen Betrieb, dem Erbkotten Heimsath (zunächst auch Hemesath), hervorgegangen sein. Außer dem Zusatzerwerb, den die Brennerei bot, wurden im Laufe der Zeit als weitere Erwerbsquellen ein Steinbruchbetrieb, ein Lebensmittelhandel und ein Elektrizitätswerk begründet. Die Landwirtschaft trat dagegen mehr und mehr zurück. Der Produktionsumfang des Elektrizitätswerkes ist unbekannt. Möglicherweise wurde es durch die Kraftquelle der Brennerei ebenfalls angetrieben.
Am 4.11.1884 heiratete Ferdinand Vieth, Dampfkesselfabrikant in Osnabrück (vgl. Dep 89), Catharina Maria Heimsath aus Bad Laer (Dep 3 b 18 Nr. 315). Nachdem er 1895/1896 seine Firma aufgegeben hatte, trat er in die Brennerei seines Schwiegervaters ein. Die Brennerei erhielt mit allen weiteren gewerblichen Aktivitäten bzw. Geschäftssparten die Firmenbezeichnung "Heimsath-Vieth". Im Jahre 1913 wurde die Brennerei eingestellt, bald danach das Elektrizitätswerk an die Nike verkauft.
Bestandsgeschichte: Der vorliegende Bestand tauchte während der mit Frau Alwine Scheiper-Vieth (gest. 5.3.1997) aus Bad Laer bezüglich des Bestandes Dep 89 geführten Hinterlegungsverhandlungen auf. Gewissermaßen im Nachgang zu diesem Bestand wurde er im Jahre 1998 durch Frau G. Diekmeyer im Staatsarchiv hinterlegt.
Neben den Unterlagen zum Brennereigewerbe bietet der Bestand infolge der verwandtschaftlichen Verbindungen mit zahlreichen Familien von Bad Laer interessantes Material zu den örtlichen sozialen Verflechtungen, zum Finanz- und Kreditwesen ebenso wie zu den Bildungsverhältnissen. Der Hof Heimsath gehörte nach den in den Akten gemachten Äußerungen zu der sozialen Schicht der Erbkötter. Die erwähnten Verbindungen blieben in diesem Rahmen. Daher ist es zweifellos als ein sozialer Aufstieg zu werten, dass gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus einem ehemaligen Erbkötterhof ein Gemeindevorsteher hervorgehen konnte (Akz. 25/1998 Nr. 17). Ein erster Schritt dieses Aufstiegs wird darin zu sehen sein, dass schon vorher, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Einheirat in die münstersche Familie Homann gelang, aus der einige hohe Geistliche der katholischen Kirche hervorgingen.
Am 4.11.1884 heiratete Ferdinand Vieth, Dampfkesselfabrikant in Osnabrück (vgl. Dep 89), Catharina Maria Heimsath aus Bad Laer (Dep 3 b 18 Nr. 315). Nachdem er 1895/1896 seine Firma aufgegeben hatte, trat er in die Brennerei seines Schwiegervaters ein. Die Brennerei erhielt mit allen weiteren gewerblichen Aktivitäten bzw. Geschäftssparten die Firmenbezeichnung "Heimsath-Vieth". Im Jahre 1913 wurde die Brennerei eingestellt, bald danach das Elektrizitätswerk an die Nike verkauft.
Bestandsgeschichte: Der vorliegende Bestand tauchte während der mit Frau Alwine Scheiper-Vieth (gest. 5.3.1997) aus Bad Laer bezüglich des Bestandes Dep 89 geführten Hinterlegungsverhandlungen auf. Gewissermaßen im Nachgang zu diesem Bestand wurde er im Jahre 1998 durch Frau G. Diekmeyer im Staatsarchiv hinterlegt.
Neben den Unterlagen zum Brennereigewerbe bietet der Bestand infolge der verwandtschaftlichen Verbindungen mit zahlreichen Familien von Bad Laer interessantes Material zu den örtlichen sozialen Verflechtungen, zum Finanz- und Kreditwesen ebenso wie zu den Bildungsverhältnissen. Der Hof Heimsath gehörte nach den in den Akten gemachten Äußerungen zu der sozialen Schicht der Erbkötter. Die erwähnten Verbindungen blieben in diesem Rahmen. Daher ist es zweifellos als ein sozialer Aufstieg zu werten, dass gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus einem ehemaligen Erbkötterhof ein Gemeindevorsteher hervorgehen konnte (Akz. 25/1998 Nr. 17). Ein erster Schritt dieses Aufstiegs wird darin zu sehen sein, dass schon vorher, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Einheirat in die münstersche Familie Homann gelang, aus der einige hohe Geistliche der katholischen Kirche hervorgingen.
0,2 lfd. M. (32 Einheiten)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 10:42 MESZ