Exekutions-Dekret bei einem allgemeinen Herrengebot
Show full title
A 2 c (Zünfte) Nr. A 2 c (Zünfte) Nr. 2561
A 2 c (Zünfte) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18) >> Bd. 8 Zünfte Allgemeines
1740 September 10
Regest: Auf flehentliches Vorstellen der Bürgerschaft ist von der Obrigkeit der richtige Steuereinzug bis nach gesegneter Ernte zurückgestellt worden, da der mehrere Teil der Bürgerschaft schon wieder sein eigen Brot haben kann, der andere etwas daneben verdient und seine Nahrung täglich in einem geringerten Preis durch Gottes Segen, wofür ihm billig herz- und gebetseifrigster Dank zu erstatten ist, ruhig geniessen kann. Hingegen werden Bürgermeister und Steuerverwalter alle Augenblicke auf das heftigste und feindseligste von den publiquen Creditoribus (= Gläubigern der Stadt) angefallen, und in ihren eigenen Häusern wird ihnen nicht die geringste Ruhe gelassen, sondern sie werden noch auf allerlei Art bedroht, gemeiner Bürgerschaft sowohl eigene als der Pflegschaften gemeine Gefälle mit Arrest zu beschlagen und sich selbst bezahlt zu machen. Die gesamte Bürgerschaft hat daher auf die von ihr selbst ausgebetene Zeit und zwar nächste Woche sich mit einer ganzen Steuer gefasst zu machen. Nächsten Mittwoch wird nach einer uralten, ununterbrochenen Zunftordnung bei den Weingärtnern der Anfang gemacht und darnach bei allen folgenden Zünften beharrlich fortgefahren. Jeder hat persönlich zu erscheinen. Wenn einer auf die ihm bestimmte Stunde nicht erscheint noch Geld bringt, so wird er unnachlässig um 5 ß gestraft und diese ihm an seiner nichts desto weniger zu erlegenden Steuergebühr abgezogen und weiter kein Nachsehen oder Dilation (= Aufschub) vergönnt, sondern unabbittlich exequiert (= gepfändet) werden. Es sind nur 4 Steuern auf dieses Jahr wieder angelegt, damit sie jedes Jahr vollkommen bezahlt werden. Deswegen soll auch die Cassa aufgehoben sein. So wird sich also jeder mit einer ganzen Steuer zu versehen und die, die noch dazu alte Steuer- und Cassa-Restanz (= Rückstand) oder andere Haus- und Güterzieler schuldig sind, ihre Sachen auch dahin einzurichten haben, dass sie etwas davon entrichten. Bei allen diesen Zahlungen aber sollen sie keine halben Kreuzer mehr auf das Steuerhaus bringen, weder jetzt noch künftig. Solche würden unentgeltlich weggenommen. Sonst bleiben die guten 1/2 Kreuzer unter dem gemeinen Mann unverboten. Jedoch sollen sie in einer solchen Menge wie bisher geschehen, zu vollkommener Zahlung niemand aufgedrungen werden noch jemand sie anzunehmen schuldig sein.
Decretum in Collegio secretiori 10. September 1740.
Decretum in Collegio secretiori 10. September 1740.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Bemerkungen: geh. Rats Protokolle erst von 1744 an vorhanden
Genetisches Stadium: Kopie
Genetisches Stadium: Kopie
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
20.03.2025, 11:14 AM CET