B Rep. 236-10 Nachlass Isa Gruner (Bestand)
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B Rep. 236-10
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> B Bestände (West-) Berliner Behörden bis 1990 >> B 7 Organisationen und Vereine >> B 7.5 Helene-Lange-Archiv/Frauenvereine und -verbände
Vorwort: B Rep. 236-10 Nachlass Isa Gruner
1. Biographie
Elisabeth "Isa" Gruner wurde am 14. November 1897 in Wilhelmshaven geboren. Sie war ausgebildete Kindergärtnerin und übernahm 1918 in Berlin-Charlottenburg die Stelle einer Schulpflegerin. Zeitgleich absolvierte sie die Wohlfahrtsschule des Sozialpädagogischen Seminars des Vereins Jugendheim e.V., in dem Anna von Gierke, die später ihre Lebensgefährtin wurde, Vorsitzende war. Von 1920 bis 1929 arbeitete sie im Wohlfahrts- und Jugendamt der Stadt Guben und baute zusammen mit ihrer Kollegin Idamarie Solltmann die Familienfürsorge auf. Nach Berlin zurückgekehrt, unterrichtete sie an der Wohlfahrtsschule des Vereins Jugendheim und war zugleich leitende Mitarbeiterin in der Geschäftsführung des Vereins. 1934 wurde sie - wie auch Anna von Gierke - von den Nazis all ihrer Ämter enthoben.
Zusammen arbeiteten und lebten die Frauen nun vorwiegend im Landjugendheim Finkenkrug in Falkensee, das Anna von Gierke 1921 zusammen mit Martha Abich aufgebaut hatte, und in dem sie u.a. jüdischen Kindern Unterschlupf boten. 1950 verließ sie im Konflikt mit der Gemeinde das Landjugendheim Finkenkrug, das ihr die 1943 verstorbene Anna von Gierke testamentarisch überlassen hatte, und ging nach Berlin-Zehlendorf. In den folgenden Jahren arbeitete sie weiterhin als Fürsorgerin und war sozialpolitisch aktiv.
So engagierte sie sich im Deutschen Berufsverband für Sozialarbeiter, war Mitglied des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Mitbegründerin und Förderin des Berliner Frauenbundes 1945 e.V., Vorsitzende des Kuratoriums der Agnes- und Martha-Bluhm-Stiftung, Kuratoriumsmitglied des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs, Berlin-Gatow, des Pestalozzi-Fröbel-Hauses sowie des Viktoria-Studienhauses e.V., Berlin-Charlottenburg. 1973 wurde ihr die Verdienstmedaille des Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Isa Gruner starb am 20. August 1989 in Berlin und wurde auf dem Friedhof Wilmersdorf beigesetzt.
2. Bestandsgeschichte
Der Bestand wurde dem Landesarchiv Berlin 1990 als Depositum vom Berliner Frauenbund 1945 e.V. übergeben.
Er umfasst 21 Archivalieneinheiten mit einer Laufzeit von 1921 bis 1989 und enthält Manuskripte, Lebens- und Reiseerinnerungen, Korrespondenz, Unterlagen zur Jugendfürsorge in Guben in den 1920er Jahren, zum Jugendheim Charlottenburg und zum Landjugendheim Finkenkrug.
Der Bestand ist verfilmt, es werden zur Benutzung nur Mikrofiches vorgelegt.
Bitte zitieren Sie wie folgt: Landesarchiv Berlin, B Rep. 236-10 Nachlass Isa Gruner MF-Nr. xxxx.
3. Verweise
B Rep. 235-09 Nachlass Anna von Gierke
4. Literatur (Auswahl)
Peter Reinicke: Gruner, Isa, in: Hugo Maier (Hrsg.): Who is who der Sozialen Arbeit. Freiburg 1998, S. 216f.
Heidi Koschwitz, Das Jugendheim Charlottenburg (1873-1934) - Ein Beitrag zur Geschichte der sozialen Frauenberufe in Deutschland. Berlin 1984
Erika Paul, Zwischen Sozialgeschichte und Fluchtort. Das Landjugendheim Finkenkrug und seine mutigen Frauen, Berlin 2013
Berlin, September 2021 Dr. Susanne Knoblich
1. Biographie
Elisabeth "Isa" Gruner wurde am 14. November 1897 in Wilhelmshaven geboren. Sie war ausgebildete Kindergärtnerin und übernahm 1918 in Berlin-Charlottenburg die Stelle einer Schulpflegerin. Zeitgleich absolvierte sie die Wohlfahrtsschule des Sozialpädagogischen Seminars des Vereins Jugendheim e.V., in dem Anna von Gierke, die später ihre Lebensgefährtin wurde, Vorsitzende war. Von 1920 bis 1929 arbeitete sie im Wohlfahrts- und Jugendamt der Stadt Guben und baute zusammen mit ihrer Kollegin Idamarie Solltmann die Familienfürsorge auf. Nach Berlin zurückgekehrt, unterrichtete sie an der Wohlfahrtsschule des Vereins Jugendheim und war zugleich leitende Mitarbeiterin in der Geschäftsführung des Vereins. 1934 wurde sie - wie auch Anna von Gierke - von den Nazis all ihrer Ämter enthoben.
Zusammen arbeiteten und lebten die Frauen nun vorwiegend im Landjugendheim Finkenkrug in Falkensee, das Anna von Gierke 1921 zusammen mit Martha Abich aufgebaut hatte, und in dem sie u.a. jüdischen Kindern Unterschlupf boten. 1950 verließ sie im Konflikt mit der Gemeinde das Landjugendheim Finkenkrug, das ihr die 1943 verstorbene Anna von Gierke testamentarisch überlassen hatte, und ging nach Berlin-Zehlendorf. In den folgenden Jahren arbeitete sie weiterhin als Fürsorgerin und war sozialpolitisch aktiv.
So engagierte sie sich im Deutschen Berufsverband für Sozialarbeiter, war Mitglied des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Mitbegründerin und Förderin des Berliner Frauenbundes 1945 e.V., Vorsitzende des Kuratoriums der Agnes- und Martha-Bluhm-Stiftung, Kuratoriumsmitglied des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs, Berlin-Gatow, des Pestalozzi-Fröbel-Hauses sowie des Viktoria-Studienhauses e.V., Berlin-Charlottenburg. 1973 wurde ihr die Verdienstmedaille des Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Isa Gruner starb am 20. August 1989 in Berlin und wurde auf dem Friedhof Wilmersdorf beigesetzt.
2. Bestandsgeschichte
Der Bestand wurde dem Landesarchiv Berlin 1990 als Depositum vom Berliner Frauenbund 1945 e.V. übergeben.
Er umfasst 21 Archivalieneinheiten mit einer Laufzeit von 1921 bis 1989 und enthält Manuskripte, Lebens- und Reiseerinnerungen, Korrespondenz, Unterlagen zur Jugendfürsorge in Guben in den 1920er Jahren, zum Jugendheim Charlottenburg und zum Landjugendheim Finkenkrug.
Der Bestand ist verfilmt, es werden zur Benutzung nur Mikrofiches vorgelegt.
Bitte zitieren Sie wie folgt: Landesarchiv Berlin, B Rep. 236-10 Nachlass Isa Gruner MF-Nr. xxxx.
3. Verweise
B Rep. 235-09 Nachlass Anna von Gierke
4. Literatur (Auswahl)
Peter Reinicke: Gruner, Isa, in: Hugo Maier (Hrsg.): Who is who der Sozialen Arbeit. Freiburg 1998, S. 216f.
Heidi Koschwitz, Das Jugendheim Charlottenburg (1873-1934) - Ein Beitrag zur Geschichte der sozialen Frauenberufe in Deutschland. Berlin 1984
Erika Paul, Zwischen Sozialgeschichte und Fluchtort. Das Landjugendheim Finkenkrug und seine mutigen Frauen, Berlin 2013
Berlin, September 2021 Dr. Susanne Knoblich
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ