Paul Holz (Hohensalza) an Lea Kruse, 15.3.1915-28.7.1915
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Autographen-Bildende-Kunst 272
W60, W61
Autographen-Bildende-Kunst Sammlung Paul Holz
Sammlung Paul Holz
März-Juli 1915
Enthält: 2 Malpostkarten und 17 Liebesbriefe 15.3.1915: "Als einen Augenblick später ein anderer Leutnant herein kam und mich als den Bat. Mater vorstellte, [...]" 23.3.1915: "Mir geht es trotz aller Vorsicht und Pflege immer noch nicht besonders gut. Immer noch Schmerzen im Kreuz und in den Beinen und Müdigkeit nach langem Gehen.", "Nervenfrage ist ja auch eine Zeitfrage.", "Du sollst sehen, wenn wir unterliegen, was ich wohl nicht für möglich halte, so ist Österreich schuld." 26.3.1915: "Liebling, wie wärs, wenn ich Leutnant würde. Ich gehe mit hinaus, werde dann aber bestimmt Offizier. Liebling, solche Chancen werden einem nie wieder geboten.", "Ich muss mich dann hernach auch ungemein schön machen und - ein bischen größer." 29.3.1915: "Ich fühle mich seit ein paar Tagen wohler. Viel hängt auch vom Wetter ab. Hier ist es schöne klare Winterluft. Fußhoch liegt der Schnee." 30.3.1915: "Nun denke mal einen Osterbrief 'bekommst' Du auch noch." [Anm. v. Christiane Holz: Dieser ist nicht dabei. Ich vermute meine Mutter hat nicht alle Briefe aufgehoben.] 16.4.1915: "Heute habe ich Autofahren gelernt.", "Kürzlich auch wieder einige Male geritten.", "[Zigger] hat uns heute Lektüre mitgebracht, den Simplizissimus - Unten der: 'Gott strafe England.' Das kannst du Vater'n auch mitbringen. Viele, viele Karikaturen von Gulbranson. Sehr schön.-" 19.4.1915: "Ich habe jetzt viel Zeit zum Draußensein und ich kann 2/3 des Tages im Freien zubringen." 25.4.1915: "Der Berliner Bruder ist auch fertig ausgebildet und wird mit einem der nächsten Transporte in den Schützengraben gehen. Auch schwer." 27.4.1915: "Wann nun endlich der Krieg zu Ende ist?" 10.5.1915: "Aber Liebling, obgleich ich auch draußen war und auch die Kugeln habe pfeifen hören, ich kann und möchte den Krieg doch hier nicht in der Garnison verleben, wo alle anderen bluten." 12.5.1915: "Der Himmelfahrtstag ist in jedem Jahre ein Frühlingsfest unserer jungen Liebe gewesen, wenigstens der meinigen. So soll's auch diesmal sein. [Ohne Titel "Soldaten mit Pferden und Wagen", Alt. Sign. W60] 13.5.1915: "Wie schön war es, so beim Sonntag-Nachmittagskaffee im Flur bei den guten Rohrstühlen.", "Mit meinem Befinden bin ich zufrieden, bis auf die Nerven." 21.5.1915: "Die Hoffnung auf das große Fest meines Lebens mit meinem einzigen, süßen, allerbesten Lee[Lea]kind lässt mich immer zufrieden verzichten.", "Ich höre den süßen kleinen Laut von deinen Lippen, mein Lee[Lea]kind." 24.5.1915: "Ich noch zeitig garnisonsdienstfähig. Solange wir diesen Bataillonsarzt behalten, wird es wohl so bleiben, weil er meinen Magen kennt. Kommt ein anderer so bin ich sofort felddienstfähig.", [Brief unvollständig] 26.5.1915: "Die Italiener haben die Dresche gekriegt. Gottseidank. Wenns bloß bald ein Ende nähme." 4.7.1915: "Heute, Sonntagmorgen einen Ausritt gemacht mit meiner großen Fuchsstute. Eigentlich gehört sie dem Major, aber der ist beurlaubt." 9.7.1915: "Ich muss wohl noch einmal kommen und die Ranken anbinden, Tisch nach oben tragen, Maschine in den Vorflur bringen. Ja? Auch stellvertretender Hausherr sein?", [Siehe: Frühe Zeichnungen (Karton), Hohensalza I, Ohne Titel "Feuerwache", Alt-Sign. W61] 18.7.1915: "Die Karte an Dich war doch nicht hässlich mein Liebes. Es war ein fallender Krieger also: zeitgemäß.-" 28.7.1915: "Herzchen unsere Seelen sind ja doch längst kriegsgetraut", "Mein Gärtnerbruder [Ernst] liegt im Schützengraben im Argonnerwald [bei Arvas und Neuville]. Brenzliche Ecke."
19 Blatt
Archivale
Hohensalza
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Rechte beim Datengeber klären
02.12.2025, 11:05 MEZ