Ministerium des Kirchen- und Schulwesens / Kultministerium (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, E 200
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Kabinett, Geheimer Rat, Ministerien 1806-1945 >> Ministerium des Kirchen- und Schulwesens/Kultministerium
1806-1945, Vorakten ab 1765
Inhalt und Bewertung
Enthält (Rubriken): Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten; Schulwesen allgemein; Volksschule; Staatsbeiträge zum Unterhalt von Volksschulen und Kirchen; Höhere Schulen; Lehrerseminare; Universität Tübingen; Sonstige Hochschulen und Berufsfachschulen; Kunstförderung; Hofsachen; Landjahr und Lehrerausbildung 1939-1945. Die Masse der Akten entstand in der 1. Hälfte des 19. Jh.
1935 vom Kultministerium eingekommen, ergänzt durch Abgaben des Kultusministeriums von 1970
I. Kurze Charakterisierung des Bestandes: Die Akten des Bestandes E 200 sind vom ehemaligen württembergischen Kultministerium im Jahre 1935 abgeliefert worden. Weitere kleinere Abgaben sind in den Beständen E 201a (evangelische und katholische Kirche), E 201b (Waisenhäuser, Klostersachen und Ehedispense) und E 201c (Israeliten) zusammengefasst. Die Akten der dem Kultministerium angegliederten Behörden (etwa die Studienratsakten zur Universität Tübingen und zur Polytechnischen Schule in Stuttgart) befinden sich im Staatsarchiv Ludwigsburg. Im Zweiten Weltkrieg wurden die in der Registratur des Kultministeriums verbliebenen Akten bei Luftangriffen vernichtet. Bei vorliegendem Bestand muss daher von einem Restbestand gesprochen werden, der nur einen kleinen Teil der ehemaligen Aktenbestände des Kultministeriums ausmacht. Das nach der Zerstörung der Registratur des Kultministeriums vom Sommer 1944 bis Kriegsende im Frühjahr 1945, das um 1970 an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart gelangte, ist dem Bestand angegliedert worden. Aus den gleichfalls der Vernichtung im Zweiten Weltkrieg entgangenen Akten über evangelische und katholische örtliche Kirchenstellen wurde der Bestand E 200a gebildet. Den weitaus größen Teil des Restbestandes E 200 stellen die Akten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Akten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg sind in weit geringerem Maß vorhanden. Zumeist handelt es sich um Fortsetzungen älterer Serien. Gering ist der Anteil der Akten aus der Zeit zwischen den Kriegen wie aus dem Zweiten Weltkrieg. (s. Abt. 11). Obwohl kein Teilbestand lückenlos erhalten ist, bieten die Akten zu einzelnen Bereichen der Kultverwaltung eine recht umfangreiche Dokumentation. Die wichtigsten Teile seien hier kurz genannt, ohne dass damit etwas über den Dokumentationswert der übrigen, weniger umfangreichen Bestandteile gesagt sein soll. Reichhaltig kann vor allem die sozialhistorisch interessante Dokumentation zur Lage der Volksschullehrer im 19. Jahrhundert genannt werden. Hier finden sich neben unzähligen (verstreuten) biographischen Angaben Materialien zu den Anstellungs- und Besoldungsverhältnissen der württembergischen Lehrer. In weit geringerem Maß sind Unterlagen über die Lehrer der anderen Schultypen vorhanden. Die Entwicklung einiger Gymnasien und Lyzeen ist wohl für einige Jahrzehnte gut dokumentiert, doch Unterlagen zu den neu geschaffenen Schulzweigen wie Real- und Gewerbechulen gibt es nur wenige. Nicht nur vom Umfang her bedeutend ist das Material zur inneren Geschichte der Universität Tübingen in der Restauration und des Vormärz. Erwähnenswert sind auch die Angaben zur wirtschaftlichen Lage der Gemeinden, welche die langen Serien der Gesuche um Staatsbeiträge zum Unterhalt von Volksschulen und Kirchen enthalten. Überhaupt lassen sich immer wieder statistische Daten und Übersichten ausfindig machen, von denen einige in der Abteilung "Schulwesen allgemein" zusammengefasst sind. Außerdem sei noch auf die Fülle von Beilagen, meist Broschüren und kleinere handschriftliche Aufsätze, hingewiesen.
II. Zur Verzeichnung und Neuordnung: Die Akten wurden zumeist in der Reihenfolge, wie sie durch das Übergabeverzeichnis von 1935 vorgegeben waren, verzeichnet. Die meisten Titel dieses Verzeichnisses enthielten ungenaue, oft irreführende Angaben; ebenso mussten in vielen Fällen die Jahreszahlen berichtigt werden. Eine Aufteilung der Büschel nach inhaltlichen Kriterien erwies sich nur in wnigen Fällen als notwendig. Von den Registratoren zusammengestellt, enthielten die Büschel zusammengehöriges Material, das durchweg chronologisch angelegt war. Da jedoch viele Büschel vom Umfang her zu stark und unhandlich waren, mussten sie auf eine Normalgröße von etwa sieben Zentimetern reduziert werden. Dabei wurden einzelne Büschel in zwei, drei oder auch mehr chronologisch aufeinander folgende neue Büschel aufgeteilt. Die Akten aus den ersten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts sind in den Registraturen nach Rubrikenschemata zusammengefasst und die einzelnen Unterfaszikel durchnummeriert worden. Nach 1830 - wohl in Zusammenhang mit einer Änderung der Registratursignaturen - wurden die einzelnen Schriftstücke oder Unterfaszikel nur noch in chronologischer Folge aneinandergereiht. Zu beachten ist aber, dass bei umfangreicheren Serien die Jahresangaben der neu geschaffenen Büschel nicht immer nahtlos aufeinanderfolgen. Obwohl sich eine Registraturordnung des Kultministeriums aus dem 1935 ans Hauptstaatsarchiv Stuttgart gelangten Teilbestand nicht rekonstruieren lässt, muss doch darauf hingewiesen werden, dass die Beachtung von Registraturvermerken auf Schriftstücken und Umschlägen in einzelnen Fällen nützlich sein kann. Alte Verweiszettel enthalten oft Hinweise auf Umstellungen. Die umgestellten Schriftstücke sind nicht selten in demselben Büschel oder in den darauffolgenden zu suchen. Genaue, machmal sehr umfangreiche Inhaltsverzeichnisse finden sich auf den (meist blauen) Umschlägen von Unterfaszikeln. Da die einzelnen Büschel innerhalb der Abteilungen ohne jede erkennbare Systematik zusammengestellt waren, empfahl sich eine vollständige Neuordnung und Umgruppierung der Büschel ohne Rücksicht auf ihre bisherige Anordnung. Der insgesamt 37,2 lfd. m. umfassende Bestand wurde in den Jahren 1975 und 1976 unter der Leitung des Unterzeichneten im wesentlichen von Staatsarchivreferendar Dr. Alfred Straub geordnet und verzeichnet. Staatsarchivreferendar Dr. Wolfgang Stein wirkte bei den Titelaufnahmen mit. Stuttgart, den 20. Juli 1977 (Dr. Paul Sauer)
546 Büschel
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ