Hinsbeck (Bestand)
Show full title
D 2
Kreisarchiv Viersen (Archivtektonik) >> D Nettetal
Das Archiv der Gemeinde Hinsbeck wurde in drei Schichten erschlossen. Die erste Sichtung erfolgte 1936 durch die Archivberatungsstelle. Nach dem sehr knappen, im November 1956 in Düsseldorf verfassten Vorwort von Landesarchivoberrat Dr. Brandts umfasst diese erste Erschließungsschicht "Gerichtsprotokolle und Spezialakten der Herrlichkeit Hinsbeck sowie zahlreiche Gemeinde- und Armenrechnungen seit dem 17. Jahrhundert. Sie wurden 1937 durch Dr. Carl Wilkes grob geordnet und eingehend verzeichnet." 1941/42 setzte der Archivpfleger des Landkreises Kempen-Krefeld, Hauptlehrer Josef Deilmann aus Süchteln, die Erschließung fort. Sie umfasst die Nummern 1 bis 540.Im Frühjahr 1958 beschloss der Gemeinderat die Abgabe des gesamten Bestands, also auch der bis dahin nicht erschlossenen Teile, an das Kreisarchiv. Kreisarchivar Walther Föhl schloss am 15. November 1959 das Vorwort zu der zweiten Erschließungsschicht ab und resümierte zur Bestandsgeschichte:"Der Erhaltungszustand des Archivs ist befriedigend, doch fehlen manche Akten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und aus den Jahrzehnten 1870-1920, die beim Abbruch des alten schönen Rathauses von Hinsbeck im Jahre 1955 wohl nicht mehr vorhanden waren. Das Gemeindearchiv ist schon früher geteilt und an verschiedenen Orten deponiert worden.[...] Die Akten des 19. Jahrhunderts waren nach dem Gemeinderatsbeschluss zur Übergabe des ganzen Archivs an das Kreisarchiv in Kempen zusammenzusuchen.Der ältere Teil wurde gefunden auf dem treppenlosen Söller des Spritzenhauses, der mittlere (1870-1920) unter sequestrierten Möbeln in einem Gemeindeschuppen, der dritte (bis 1950) auf dem Dachboden des 1958 aufgegebenen zweiten Rathauses von Hinsbeck. Nach vollendetem Neubau des dritten Rathauses wurden sämtliche Akten des Gemeinderatsbeschlusses vom Frühjahr 1958 vom Kreisarchiv übernommen, die verbleibenden Bestände den Registraturen im neuen Rathaus überwiesen.Die Leuther Akten reichen nur bis Anfang 1936, dem Zeitpunkt, zu dem Leuth zum Amt Kaldenkirchen kam.Das Ordnen und Verzeichnen des Gemeindearchivs wurde 1958 begonnen und im Sommer 1959 abgeschlossen. An dieser Arbeit waren Herr Schilder vom Kreisarchiv und Herr cand. phil. Manfred Laufs aus Düsseldorf als Werkstudent, den die Archivberatungsstelle Rheinland für diese Arbeit eingesetzt hat, beteiligt." Diese zweite Erschließungsschicht umfasste ursprünglich die Nummern 541 bis 1599. Die letzte Erschließungsschicht besteht aus umfassenden Ergänzungen. Sie wurden kontinuierlich zunächst einzeln maschinenschriftlich und handschriftlich, dann mit ausgeschnittenen Ausdrucken in die 1959 abgeschlossene Klassifikation von Schilder und Laufs eingefügt. Im September 1998 erfolgte die Ergänzung der Nummern 1648 bis 1728; das Findbuch wurde neu gebunden. 2019 wurden alle Schichten des Findbuchs durch Jürgen Grams retrokonvertiert und importiert bzw. aus dem älteren Archivinformationssystem migriert. In seinem Vorwort von 1959 zeichnete Walther Föhl auch die Verwaltungsgeschichte der Gemeinde Hinsbeck nach und verband dies mit wichtigen Hinweisen zur Benutzung; einen Klammerhinweis ergänzte Vera Meyer-Rogmann:"Am 1. Januar 1900 wurde die Zivilgemeinde Leuth-Leutherheide von der Gemeinde Hinsbeck verwaltet. Von 1890 bis 1919 wurde Hinsbeck, Leuth und Leutherheide von Bürgermeister August Färvers verwaltet. Sein Nachfolger wurde Bürgermeister Roth bis 1933. So gehörte Leuth bis zum 1.8.1929 zum Landkreis Geldern und wurde zu diesem Zeitpunkt mit Hinsbeck in den Landkreis Kempen-Krefeld überführt.Seit der Einrichtung der preußischen Verwaltung in der Rheinprovinz bestand zwischen den Gemeinden Hinsbeck und Leuth im Kreise Geldern eine aus wirtschaftlichen Gründen resultierende Personalunion. Der Bürgermeister von Hinsbeck, 1616 Graf von Schaesberg, bekleidete zugleich den Posten des Bürgermeisters von Leuth. (Bis 1822 besaß Leuth einen eigenen Bürgermeister namens Schmitter (vgl. KAV, D 4, Nr. 69/1 und 107.) Ohne Aufgabe ihrer Selbständigkeit einigten sich 1816 beide Gemeinden auch auf eine gemeinsame Verwaltung - und zwar so, daß der Schwerpunkt in Hinsbeck lag, in Leuth der Ortsvorsteher mit dem Schreiber die Geschäfte führte. Hinsbeck blieb Sitz auch des späteren Amtes Hinsbeck. Die beiden Bürgermeistereien schlossen am 30. Juni/1. Juli 1926 einen Vertrag über ihre weitere gemeinsame Verwaltung.Bei der neuen Kreiseinteilung vom 1. August 1929 kamen beide Gemeinden zum Landkreis Kempen-Krefeld: Das Amt Hinsbeck bestand bis zum 31. März 1936. Ab 1. April 1936 wurde Leuth dem neugebildeten Amt Kaldenkirchen, Hinsbeck dem Amt Lobberich zugeteilt. Diese Verbindung löste der Einmarsch der gegen Deutschland verbündeten Truppen im Frühjahr 1945, die Gemeinden Hinsbeck und Leuth wurden de facto selbständig. Erst als am 1. Oktober 1955 das Amt Kaldenkirchen, das de jure seit 1936 bestand, durch den Oberkreisdirektor wiederhergestellt wurde, kam Leuth wieder zu diesem Amt. Die Gemeinde behielt einen hauptamtlichen Gemeindedirektor.In der Regel sind für Hinsbeck und Leuth getrennte Akten angelegt und geführt worden. Das Repertorium führt sie daher auch getrennt auf, das Archiv wurde in zwei Teilen aufgestellt. Da aber eine Reihe von Vorgängen gemeinsam behandelt und abgelegt wurde, empfiehlt sich das Zusammenbleiben der Teile und jeweils die Durchsicht beider Repertorien."
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET