Militärischer Nachlass Dr. Emil Mühlhäuser, Leutnant d. Res., Assistenzarzt, *1888 +1982 (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 660/318
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe
1870-1938
1. Zur Biographie von Dr. Emil Mühlhäuser: Emil Mühlhäuser wurde am 30. Oktober 1888 als Sohn des Posthalters und Gasthausbesitzers zur Post Georg Mühlhäuser (1838-1927) und seiner Frau Friederike (*1862) in Plieningen geboren. Friederike Mühlhäuser, geborene Wiedmeyer, stammte aus Wilhelmsdorf bei Ravensburg. Ihre Berufsausbildung hatte sie in der dortigen Posthalterei ihres Vaters absolviert. In Ausübung ihrer Tätigkeit als sogenanntes "Postfräulein" hatte sie Georg Mühlhäuser kennengelernt, der zu diesem Zeitpunkt verwitwet und Vater von vier Kindern war. Georg und Friederike Mühlhäuser heirateten am 21. April 1887 in Plieningen. Der Sohn Emil war das einzige Kind des Ehepaars Mühlhäuser. Er besuchte sechs Jahre lang die Lateinschule in Hohenheim und wechselte anschließend auf das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart, das er im Juli 1907 mit der Reifeprüfung abschloss. Von Oktober 1907 bis September 1908 diente Emil Mühlhäuser als Einjährig-Freiwilliger beim (3. Württembergischen) Feldartillerie-Regiment Nr. 49 in Ulm. Ab dem Wintersemester 1908 studierte er zunächst zwei Semester Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen und anschließend Medizin an den Universitäten Tübingen, Kiel und Berlin. Emil Mühlhäuser bestand am 8. Dezember 1914 die ärztliche Staatsprüfung ("Notprüfung") in Tübingen und erhielt anschließend die Approbation als Arzt. In seiner Tübinger Zeit war Mühlhäuser Mitglied in der eher liberal ausgerichteten Studentenverbindung "Stochdorphia". Am 4. August 1914 wurde Emil Mühlhäuser infolge der Mobilmachung als Vizewachtmeister der Reserve zum Feldartillerie-Regiment Nr. 49 in Ulm eingezogen. Er nahm mit seiner Einheit in den ersten Kriegswochen am Vormarsch der deutschen 5. Armee in Nordostfrankreich sowie am anschließenden Stellungskrieg in den Argonnen teil. Von Ende September 1914 bis März 1915 war Mühlhäuser in Binarville stationiert. Am 4. Februar 1915 erlangte er die Beförderung zum Leutnant der Reserve. Mühlhäuser wurde am 18. März 1915 dem Württembergischen Feldlazarett Nr. 3 als Assistenzarzt überwiesen. Von Mai 1915 bis Juli 1916 war er in unterschiedlicher Funktion im Medizinalwesen der neu aufgestellten 121. Infanterie-Division bzw. des Pionier-Regiments Nr. 18 an der Westfront (Bois-le-Prêtre/Priesterwald bei Pont-à-Mousson, Verdun, Somme) eingesetzt. Sein Verband wurde anschließend an die Ostfront (Wolhynien) verlegt. Vom 9. September 1916 bis Kriegsende gehörte Mühlhäuser dem Württembergischen Feldlazarett Nr. 214 an. Diese Formation war bis März 1918 in Ostgalizien (Zloczow, Tarnopol), danach an der Westfront (Somme, Marne) eingesetzt. Am 13. April 1917 wurde Mühlhäuser zum Oberarzt der Reserve befördert. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ Dr. Emil Mühlhäuser sich als praktischer Arzt in Geroldshausen nieder. Er heiratete dort im Jahr 1921 Hildegard "Hilde" Fuchs. Über sein weiteres Leben ist nichts bekannt. Dr. Emil Mühlhäuser starb im Jahr 1982.
2. Zum Nachlass Dr. Emil Mühlhäusers: Der Bestand M 660/318 umfasst vor allem die Kriegstagebücher Dr. Emil Mühlhäusers, seine Feldpostbriefe und -karten an die Eltern sowie die Kriegstagebücher seiner Mutter Friederike. Hinzu kommen Fotografien, die Mühlhäusers militärischen Einsatz in den Argonnen, vor Verdun sowie auf dem östlichen Kriegsschauplatz (v.a. in Ostgalizien) dokumentieren. Die Diarien Dr. Emil Mühlhäusers und seiner Mutter sowie die überlieferte Korrespondenz decken jeweils die gesamte Kriegszeit ab. Der Nachlass gibt Einblicke in den Kriegsalltag an der West- und an der Ostfront, in die Organisation des Sanitätswesens und in die medizinischen Tätigkeiten im Krieg. Die Kriegstagebücher Friederike Mühlhäusers spiegeln den Alltag in Plieningen. Sie bezeugen die deutschnationale Gesinnung der Verfasserin. Der Nachlass Dr. Emil Mühlhäusers wurde im Jahr 2004 durch Vermittlung von Daniel Kirn dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart aus privatem Besitz übergeben. Der für das Militärarchiv zuständige Referent Dr. Franz Moegle-Hofacker nahm nach der Übergabe der Dokumente eine vorläufige Registrierung vor. Im Oktober 2018 erschloss Archivreferendarin Rebecca Schröder unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle den Bestand. Er umfasst 25 Archivalieneinheiten im Umfang von 0,50 lfd. m.
3. Quellenhinweise: - Personalakte Dr. Emil Mühlhäusers: M 430/3 Bü 7803 - Ärztliche Approbation Dr. Emil Mühlhäusers: E 151/55 Bü 64 Stuttgart, im Oktober 2018 Dr. Wolfgang Mährle Rebecca Schröder
2. Zum Nachlass Dr. Emil Mühlhäusers: Der Bestand M 660/318 umfasst vor allem die Kriegstagebücher Dr. Emil Mühlhäusers, seine Feldpostbriefe und -karten an die Eltern sowie die Kriegstagebücher seiner Mutter Friederike. Hinzu kommen Fotografien, die Mühlhäusers militärischen Einsatz in den Argonnen, vor Verdun sowie auf dem östlichen Kriegsschauplatz (v.a. in Ostgalizien) dokumentieren. Die Diarien Dr. Emil Mühlhäusers und seiner Mutter sowie die überlieferte Korrespondenz decken jeweils die gesamte Kriegszeit ab. Der Nachlass gibt Einblicke in den Kriegsalltag an der West- und an der Ostfront, in die Organisation des Sanitätswesens und in die medizinischen Tätigkeiten im Krieg. Die Kriegstagebücher Friederike Mühlhäusers spiegeln den Alltag in Plieningen. Sie bezeugen die deutschnationale Gesinnung der Verfasserin. Der Nachlass Dr. Emil Mühlhäusers wurde im Jahr 2004 durch Vermittlung von Daniel Kirn dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart aus privatem Besitz übergeben. Der für das Militärarchiv zuständige Referent Dr. Franz Moegle-Hofacker nahm nach der Übergabe der Dokumente eine vorläufige Registrierung vor. Im Oktober 2018 erschloss Archivreferendarin Rebecca Schröder unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle den Bestand. Er umfasst 25 Archivalieneinheiten im Umfang von 0,50 lfd. m.
3. Quellenhinweise: - Personalakte Dr. Emil Mühlhäusers: M 430/3 Bü 7803 - Ärztliche Approbation Dr. Emil Mühlhäusers: E 151/55 Bü 64 Stuttgart, im Oktober 2018 Dr. Wolfgang Mährle Rebecca Schröder
25 Archivalieneinheiten (0,52 lfd. m.)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ