E Rep. 200-92 Nachlass Heinrich Sahm (Bestand)
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E Rep. 200-92
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> E Nachlässe und personengeschichtliche Sammlungen >> E 1 Nachlässe und Personenfonds
Vorwort: 1. Biographie
Heinrich Sahm wurde am 12. September 1877 als Sohn eines Kurzwarenhändlers in Anklam (Vorpommern) geboren. Nach dem Abitur studierte er in München, Berlin und Greifswald Rechts- und Staatswissenschaften. Seine berufliche Laufbahn als höherer Verwaltungsbeamter begann 1905 zunächst in Stettin, wo er als Magistratsassessor tätig war. 1906 übernahm er in Magdeburg den Posten eines Stadtrats und wechselte 1912 ins Ruhrgebiet, wo er in Bochum zum zweiten Bürgermeister aufstieg. 1915 schickte ihn das Reichsamt des Innern nach Warschau, wo er in der Verwaltung vorrangig mit der Lebensmittelversorgung beschäftigt war.
Im Februar 1919 wurde er Oberbürgermeister der vom deutschen Reich abgetrennten und dem Völkerbund unterstellten Freien Stadt Danzig und 1921 Präsident des Senats der Ostseestadt. Ende der 1920er Jahre geriet er mit seiner Politik des Ausgleichs zwischen die verschiedenen politischen Strömungen und musste schließlich 1930 Danzig verlassen.
Sahm wurde in Berlin für das Amt des Oberbürgermeisters vorgeschlagen und am 14. April 1931 im ersten Wahlgang zum Oberbürgermeister von Berlin gekürt. Als ihm am 15. März 1933 Julius Lippert als Staatskommissar zur Seite gestellt wurde, war der Oberbürgermeister faktisch entmachtet. Am 9. Dezember 1935 legte Sahm sein Amt nieder.
Anschließend wurde er als Gesandter in Oslo eingesetzt, wo er am 3. Oktober 1939 verstarb.
2. Bestandsbeschreibung
Die Unterlagen wurden im Februar 1988 vom Bundesarchiv Koblenz angekauft.
Enthält:
Erinnerungen aus den Danziger Jahren 1919-1930 (Kopien).- Tagebuch 1934-1935 (Kopie).
Erschlossen: 2 [AE] 0.15 [lfm]
Laufzeit:
1919 - 1939
Benutzung:
Findbuch, Datenbank
Literatur:
-> Stadtoberhäupter - Biographien Berliner Bürgermeister im 19. und 20. Jahrhundert, hrsg. von Wolfgang Ribbe, Berlin 1992 (= Berlinische Lebensbilder Bd. 7).
-> Sprenger, Heinrich: Heinrich Sahm, Kommunalpolitiker und Staatsmann 1877-1939, Köln und Berlin 1969.
Heinrich Sahm wurde am 12. September 1877 als Sohn eines Kurzwarenhändlers in Anklam (Vorpommern) geboren. Nach dem Abitur studierte er in München, Berlin und Greifswald Rechts- und Staatswissenschaften. Seine berufliche Laufbahn als höherer Verwaltungsbeamter begann 1905 zunächst in Stettin, wo er als Magistratsassessor tätig war. 1906 übernahm er in Magdeburg den Posten eines Stadtrats und wechselte 1912 ins Ruhrgebiet, wo er in Bochum zum zweiten Bürgermeister aufstieg. 1915 schickte ihn das Reichsamt des Innern nach Warschau, wo er in der Verwaltung vorrangig mit der Lebensmittelversorgung beschäftigt war.
Im Februar 1919 wurde er Oberbürgermeister der vom deutschen Reich abgetrennten und dem Völkerbund unterstellten Freien Stadt Danzig und 1921 Präsident des Senats der Ostseestadt. Ende der 1920er Jahre geriet er mit seiner Politik des Ausgleichs zwischen die verschiedenen politischen Strömungen und musste schließlich 1930 Danzig verlassen.
Sahm wurde in Berlin für das Amt des Oberbürgermeisters vorgeschlagen und am 14. April 1931 im ersten Wahlgang zum Oberbürgermeister von Berlin gekürt. Als ihm am 15. März 1933 Julius Lippert als Staatskommissar zur Seite gestellt wurde, war der Oberbürgermeister faktisch entmachtet. Am 9. Dezember 1935 legte Sahm sein Amt nieder.
Anschließend wurde er als Gesandter in Oslo eingesetzt, wo er am 3. Oktober 1939 verstarb.
2. Bestandsbeschreibung
Die Unterlagen wurden im Februar 1988 vom Bundesarchiv Koblenz angekauft.
Enthält:
Erinnerungen aus den Danziger Jahren 1919-1930 (Kopien).- Tagebuch 1934-1935 (Kopie).
Erschlossen: 2 [AE] 0.15 [lfm]
Laufzeit:
1919 - 1939
Benutzung:
Findbuch, Datenbank
Literatur:
-> Stadtoberhäupter - Biographien Berliner Bürgermeister im 19. und 20. Jahrhundert, hrsg. von Wolfgang Ribbe, Berlin 1992 (= Berlinische Lebensbilder Bd. 7).
-> Sprenger, Heinrich: Heinrich Sahm, Kommunalpolitiker und Staatsmann 1877-1939, Köln und Berlin 1969.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ