Friedrich [III.], Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen übereignet mit Zustimmung seiner Brüder Balthasar und Wilhelm [I.] genau aufgeführte Geld-, Eier-, Hühner- und Käsezinse{1}, die an Michaelis, Philippi et Jacobi und Ostern fällig sind, von namentlich genannten Zinspflichtigen{2} in Mertitz bei Lommatzsch (Mereticz que sita est prope Lomacz) an Dompropst Johann [von Strehla], Domdechant Dietrich [von Goch] und das ganze Domkapitel Meißen, vertreten durch Albrecht Knut, Bautzner Propst, und Friedrich [von Miltitz], Wurzner Propst. Diese Zinse hat die Witwe Agnes des Ulrich von Görtitz (Gorenczk) als ihr Heiratsgut (nomine dotis seu donationis propter nuptias) mit Einverständis ihrer Söhne Henelin, Dietrich, Wolfram, Nikolaus und Michael für 138½ Schock und fünf Groschen Freiberger oder Prager Münze verkauft und vor dem Markgrafen aufgelassen. Die Verwendung der Zinse durch das Domkapitel wird ausführlich festgelegt. Dabei wird auch eine genaue Bestimmung für jene sechs Schock Groschen getroffen, die Dietrich, Hospitalmeister, und Burkhard, Vorsteher der Margaretenkapelle in Meißen, bereits erworben haben. - Siegel des Ausstellers angekündigt. 1 Die genannten Käse sollen je Stück einen alten Freiberger Pfennig, der gemeinhin pfundiger Pfennig (phundychz phennik) genannt wird, wert sein. 2 Matthäus; Peter (Pecz) Swag; Heinrich Lomnitz, Bürger zu Lommatsch (Henelinus Lompnicz opidnus in Lomacz); Heinrich Arnoldi (Ornoldi); Martin Smordin; Johann (Jenchinus); Müller Johann (molendinator); der Müller der Obermühle; der Supan.