Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Akten (Bestand)
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Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Akten
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1752-1799
Einführung: Die Geschichte der Hofanlagsbuchhaltung ist bereits an anderer Stelle ausführlich dargelegt(1). Die Einführung zu diesem Repertorium kann sich daher im wesentlichen auf die Beschreibung des darin erschlossenen Aktenmaterials und weitergehende Erkenntnisse zur Behörden- und Registraturgeschichte beschränken.
Die sich in den überlieferten Akten der Hofanlagsbuchhaltung widerspiegelnden Aufgaben bestanden in erster Linie in der Überprüfung der eingeschickten Hofanlagsbücher. Daneben arbeitete Johann Georg Krenner an der Anlage einer neuen Landtafel. Zu diesem Zweck ließ er sich von allen Hofmarken und Sitzen Verzeichnisse über deren Besitzer sowie die Besitzveränderungen einschicken. Ferner widmete sich die Hofanlagsbuchhaltung seit 1780 auch der Erfassung der Zubaugüter und der Baugenehmigungen neuer Häuser sowie deren Belegung mit den Hofanlagen. Ziel Krenners scheint es also gewesen zu sein, ein möglichst vollständiges Verzeichnis aller Güter unter Berücksichtigung der Judisdiktionsverhältnisse zu erstellen.
Registraturgeschichte
Die in der Hofanlagsbuchhaltung im Zusammenhang mit der Rektifikation der Hofanlagsbücher und dem Schriftwechsel mit Unterbehörden und Untertanen erwachsenen Akten wurden zunächst auch dort zusammen mit den Amtsbüchern verwaltet. Als Registrator war Martin Daniel Strigler beschäftigt, der zuvor in der Registratur der Geheimen Statuskommission gearbeitet hatte und offenbar mit dem von dort übernommenen Schriftgut (v.a. Scharwerkstraktate und Güterkonskriptionen) zur Hofanlagsbuchhaltung kam(2). Seine bereits von den Akten der Geheimen Statuskommission bekannten Registrierungen auf der Rückseite der Vorgänge finden sich bis August 1789 auch auf allen Schreiben der Hofanlagsbuchhaltung.
Wichtig für das weitere Schicksal der Registratur war die Neuorganisation der Hofkammerregistratur durch Franz Joseph Samet(3). In seinem Entwurf von 1788 zählte er die bisherigen Teilregistraturen auf, unter denen sich auch die Hofanlags- und Schwarwerksregistratur mit den darin integrierten früheren Registraturen des Visitationsrates und der Geheimen Statuskommission befand. Samet schlug dann eine Zusammenführung aller Teilregistraturen und eine Gliederung der neuen Gesamtregistratur in eine General- und Hofamtsregistratur und eine nach den 5 Rentmeisterämtern aufgeteilte Spezialabteilung vor. Eine der Sachgruppen innerhalb der untersten Gliederungsstufe der Spezialabteilung sollte das Hofanlagswesen sein, worunter auch die Zugbaugüter und die Hausbausachen ausdrücklich subsumiert wurden. Wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des Jahres 1789 gab die Hofanlagsbuchhaltung die meisten ihrer Akten an die Hauptregistratur ab. In einem Abgabverzeichnis vom Oktober 1789, das sicher nur eine Teilabgabe enthält, sind v.a. Einzelfallakten über Nachlaß- und Moderationssachen im Hofanlagswesen enthalten (4). Alle ab diesem Zeitpunkt entstandenen Akten gelangten nun weitgehend in die Hauptregistratur. Nur ein kleiner Teil blieb, wahrscheinlich eher zufällig, in der Hofanlagsbuchhaltung.
1788 wurde der Hofkammersekretär Josef Ludwig Wolf(5) in der Hofanlagsbuchhaltung angestellt. Von seiner Hand stammen die für die Hofanlagsbuchhaltung typischen Tekturen und die auf der Verwaltungsgliederung beruhenden Signaturen. Weil seit 1789 nur noch relativ wenige Akten in der Hofanlagsbuchhaltung selbst lagerten, trägt nur dieser Teil der Akten Tekturen oder Signaturen von Wolf.
Bei der Bestandsbildung sind auch die Akten, die seit 1789 mutmaßlich in der Hofkammerhauptregistratur lagen, einbezogen worden, weil sie in der Hofanlagsbuchhaltung im Rahmen der Wahrnehmung ihrer Aufgaben entstanden sind. Das Fehlen der typischen Tekturen spielte bei der Zuordnung keine Rolle. Die von den Vorgängerbehörden übernommenen Registraturen (Scharwerksrat, Visitationsrat, Geheime Statuskommission) wurden hingegen nicht berücksichtigt. Sie sollen als eigene Fonds wiederhergestellt werden.
Um eine Verwechslung mit dem bereits vorhandenen Amtsbuchbestand zu vermeiden, wurde die Zählung der Bestellnummern nicht mit Nr. 1, sondern mit Nr. 1001 begonnen.
November 2001
Claus Mannsbart
(1) Joachim Wild, Die Hofanlagsbuchhaltung bei der bayerischen Hofkammer, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern 27/28, 1981/82, S. 18ff.; Einführung zum Inventar des Amtsbuchbestandes (Kurbayern Hofkammer Hofanlagsbuchhaltung, Bayerische Archivinventare Bd. 44, München 1992, bearbeitet von Martin Dallmeier und Monika Ruth Franz).
(2) vgl. HR I Fasz. 394 Nr. 1205.
(3) vgl. Walter Jaroschka, Reichsarchivar Franz Joseph von Samet, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern, Sonderheft 8, S. 4ff.
(4) Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Akten 1038.
(5) vgl. HR I Fasz. 344 Nr. 341.
Die sich in den überlieferten Akten der Hofanlagsbuchhaltung widerspiegelnden Aufgaben bestanden in erster Linie in der Überprüfung der eingeschickten Hofanlagsbücher. Daneben arbeitete Johann Georg Krenner an der Anlage einer neuen Landtafel. Zu diesem Zweck ließ er sich von allen Hofmarken und Sitzen Verzeichnisse über deren Besitzer sowie die Besitzveränderungen einschicken. Ferner widmete sich die Hofanlagsbuchhaltung seit 1780 auch der Erfassung der Zubaugüter und der Baugenehmigungen neuer Häuser sowie deren Belegung mit den Hofanlagen. Ziel Krenners scheint es also gewesen zu sein, ein möglichst vollständiges Verzeichnis aller Güter unter Berücksichtigung der Judisdiktionsverhältnisse zu erstellen.
Registraturgeschichte
Die in der Hofanlagsbuchhaltung im Zusammenhang mit der Rektifikation der Hofanlagsbücher und dem Schriftwechsel mit Unterbehörden und Untertanen erwachsenen Akten wurden zunächst auch dort zusammen mit den Amtsbüchern verwaltet. Als Registrator war Martin Daniel Strigler beschäftigt, der zuvor in der Registratur der Geheimen Statuskommission gearbeitet hatte und offenbar mit dem von dort übernommenen Schriftgut (v.a. Scharwerkstraktate und Güterkonskriptionen) zur Hofanlagsbuchhaltung kam(2). Seine bereits von den Akten der Geheimen Statuskommission bekannten Registrierungen auf der Rückseite der Vorgänge finden sich bis August 1789 auch auf allen Schreiben der Hofanlagsbuchhaltung.
Wichtig für das weitere Schicksal der Registratur war die Neuorganisation der Hofkammerregistratur durch Franz Joseph Samet(3). In seinem Entwurf von 1788 zählte er die bisherigen Teilregistraturen auf, unter denen sich auch die Hofanlags- und Schwarwerksregistratur mit den darin integrierten früheren Registraturen des Visitationsrates und der Geheimen Statuskommission befand. Samet schlug dann eine Zusammenführung aller Teilregistraturen und eine Gliederung der neuen Gesamtregistratur in eine General- und Hofamtsregistratur und eine nach den 5 Rentmeisterämtern aufgeteilte Spezialabteilung vor. Eine der Sachgruppen innerhalb der untersten Gliederungsstufe der Spezialabteilung sollte das Hofanlagswesen sein, worunter auch die Zugbaugüter und die Hausbausachen ausdrücklich subsumiert wurden. Wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des Jahres 1789 gab die Hofanlagsbuchhaltung die meisten ihrer Akten an die Hauptregistratur ab. In einem Abgabverzeichnis vom Oktober 1789, das sicher nur eine Teilabgabe enthält, sind v.a. Einzelfallakten über Nachlaß- und Moderationssachen im Hofanlagswesen enthalten (4). Alle ab diesem Zeitpunkt entstandenen Akten gelangten nun weitgehend in die Hauptregistratur. Nur ein kleiner Teil blieb, wahrscheinlich eher zufällig, in der Hofanlagsbuchhaltung.
1788 wurde der Hofkammersekretär Josef Ludwig Wolf(5) in der Hofanlagsbuchhaltung angestellt. Von seiner Hand stammen die für die Hofanlagsbuchhaltung typischen Tekturen und die auf der Verwaltungsgliederung beruhenden Signaturen. Weil seit 1789 nur noch relativ wenige Akten in der Hofanlagsbuchhaltung selbst lagerten, trägt nur dieser Teil der Akten Tekturen oder Signaturen von Wolf.
Bei der Bestandsbildung sind auch die Akten, die seit 1789 mutmaßlich in der Hofkammerhauptregistratur lagen, einbezogen worden, weil sie in der Hofanlagsbuchhaltung im Rahmen der Wahrnehmung ihrer Aufgaben entstanden sind. Das Fehlen der typischen Tekturen spielte bei der Zuordnung keine Rolle. Die von den Vorgängerbehörden übernommenen Registraturen (Scharwerksrat, Visitationsrat, Geheime Statuskommission) wurden hingegen nicht berücksichtigt. Sie sollen als eigene Fonds wiederhergestellt werden.
Um eine Verwechslung mit dem bereits vorhandenen Amtsbuchbestand zu vermeiden, wurde die Zählung der Bestellnummern nicht mit Nr. 1, sondern mit Nr. 1001 begonnen.
November 2001
Claus Mannsbart
(1) Joachim Wild, Die Hofanlagsbuchhaltung bei der bayerischen Hofkammer, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern 27/28, 1981/82, S. 18ff.; Einführung zum Inventar des Amtsbuchbestandes (Kurbayern Hofkammer Hofanlagsbuchhaltung, Bayerische Archivinventare Bd. 44, München 1992, bearbeitet von Martin Dallmeier und Monika Ruth Franz).
(2) vgl. HR I Fasz. 394 Nr. 1205.
(3) vgl. Walter Jaroschka, Reichsarchivar Franz Joseph von Samet, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern, Sonderheft 8, S. 4ff.
(4) Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Akten 1038.
(5) vgl. HR I Fasz. 344 Nr. 341.
2196
Bestand
Akten
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:04 MESZ