F 5 - Stephan Witte & Co. (Bestand)
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Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv (Archivtektonik) >> F - Firmen
1825-1960
Firmensitz: Iserlohn Branche: Metallwarenindustrie (Nadelindustrie) 1985 feierte die Fa. Stephan Witte & Co. ihr 200jähriges Bestehen. Sie geht zurück auf die seit 1788 im Bestand F 39 (Johann Caspar Harkort) des WWA urkundlich nachzuweisende Firma Hesse & Co. bzw. Hesse & Witte (bis 1800); 1804 Johann Hermann Witte & Compagnie. 1806 erste Erwähnung der Firma Stephan Witte [& Co.] (Stephan Witte = Sohn von Johann Hermann Witte, 1756-1805), Kompagnon ist Stephan Wittes Pate Franz Hermann Herbers (1753-1837). In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Ausdehnung zum führenden Nadelhersteller in Iserlohn mit überregionaler Bedeutung, mehrere hundert Beschäftigte, darunter zahlreiche Heimarbeiter; seit den 1820er Jahren Gründung mehrerer Betriebe der NE-Metallverarbeitung, u.a. die Nickelfabrik auf der Iserlohner Heide durch Herbers, Witte & Co., Wurzel der späteren Vereinigten Deutschen Nickelwerke in Schwerte; 1862 Ausscheiden von Hermann Witte (Sohn von Stephan Witte, 1817-1867) und Carl Wilhelm Herbers (Sohn von F.H. Herbers), Eintritt von Carl Witte und Friedrich Hermann Herbers; 1864 Aufgabe der Fabrikation am Ohl (und Rückgang der Beschäftigung von Heimarbeitern) und Bau der Fabrik im Weingarten (später: Stephanstraße); gegen Ende des 19. Jahrhunderts Ausbau der Exportbeziehungen, vor allem nach Ostasien; damals eine der größten deutschen Nadelfabriken; 1894 Aufnahme von Friedrich Kirchhoff als Teilhaber; Bau eines Preß- und Stanzwerks (Grundlage für die Unternehmensaktivitäten außerhalb der Nadelindustrie); 1909/10 Ausscheiden der Gründerfamilien Witte und Herbers; nach dem Ende des Ersten Weltkriegs Rückgang der Nadelproduktion, die endgültig 1959 eingestellt wird; 1978/82 Verlagerung der Betriebsstätten nach Iserlohn-Sümmern. Seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche Beteiligungen, Gründungen und Übernahmen, u.a. 1856 Drahtwerk Hobrecker, Witte & Herbers, Hamm (später: Westfälische Drahtindustrie, Hamm) 1898 Deutsche Babcock und Wilcox Dampfkessel-Werke AG, Berlin/Oberhausen 1929 Primo Aghificio Italiano S.A., Lecce / Italien 1984 Matthias Kutsch, Attendorn 10 Geschäftsbücher, 1 Karton Die Geschäftsbücher belegen die Aufnahme der weltweiten Geschäftsbeziehungen zwischen 1870 und 1910 sowie den Beginn der Fabrikation im Preß- und Stanzwerk 1894. Ein sogenanntes Lohnbuch dokumentiert die Arbeit der Nadelfeiler und letzten Heimarbeiter 1870 bis 1886. Schwerpunkt der Akten bzw. des Sammelguts bilden Verträge über den Kauf von Grundstücken zur Anlage der Fabrikationsstätten im Ohl (1825) und im Weingarten, der heutigen Stephanstraße (1864), ferner Erb- und Sozietätsverträge des 19. Jahrhunderts zwischen den Familien Witte und Herbers. Sie werden u.a. ergänzt durch Zirkulare, Fotos, illustrierte Preislisten.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ