Testament
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A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Nr. A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Nr. 0824
A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 1-6)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 1-6) >> Bd. 2 Testamente
1577 November 17, Sonntag
Regest: Margreth Betzin, M. Hans Mautzen selig hinterlassene Witib, Bürgerin zu Reutlingen, bestimmt über ihre Hinterlassenschaft: ... 3), daß ihres Hauswirts Hans Mautz beiden Schwestern Anna und Catharina, wohnhaft zu Gmindt (= Gmünd), jeder 25 Gulden zustehen sollen, 4) Samuel Seybolt wegen erzeigter treuer Nachbarschaft ihre junge Kuh, so sie in ihrem Stall stehen hat. 5) Der Rosina Küenin (?) von Pfullingen, ihrer Dienerin, vermacht sie wegen treuer Dienste und vielfältiger Pflege eine Bettstatt und 5 Gulden zusamt ihrem verdienten Lohn. 6) Gertraut Betzin, ihres Vaters Schwester, 10 Gulden und dann Anna Schleherin (?) auch wegen treuer Pfleg 5 Gulden. 7) Ihrer Schwester Anna soll der Trog (= die Truhe), der in ihrer Behausung außen vor der Stubentür steht, samt Inhalt gehören. 8) Nachdem sie bei ihrem Bruder Matheus Betz und ihrem Schwager Hans Grieninger je 50 Gulden ausständige Schuld hat, sollen diese Ausstände deren Kindern vorbehalten sein, doch die Eltern sollen Zeit ihres Lebens usum fructum (= die Nutznießung) davon haben und ohne Zerschleißung des Hauptguts brauchen und auf ihre Kinder kommen lassen. Insonderheit sollen die Kinder gemeint sein, die ihr Schwager Hans Grieninger mit ihrer Schwester Anna Betzin ehelich erzielt hat und noch künftig erzeugen mag. 9) Nach Entrichtung dieser Legata sollen ihre übrige Hinterlassenschaft erben ihr Bruder Matheus Betz und ihre Schwester Anna Betzin, beide Bürger zu Reutlingen, oder derselben eheliche Leibeserben (wobei die Kinder ihres Schwagers Hans Grieninger von seiner vorigen Hausfrau, der Uberin, ausgeschlossen sein sollen) und dann der Sohn ihrer verstorbenen Schwester, Matheus, den sie dem lateinischen Schulmeister M. Eusebius Beger geboren. Es soll also ihre übrige Hinterlassenschaft in drei Teile erblich fallen. Sollte der Matheus Beger ledigen Standes oder ohne Leibeserben sterben, so soll das von ihr ererbte Gut auf ihren oben genannten Bruder und ihre Schwester oder deren eheliche Leibeserben und sonst niemand fallen. Doch behält sie sich ausdrücklich vor, diesen ihren letzten Willen künftig zu ändern oder aufzuheben.
Testamentarien und Exactoren: Peter Vogelwaid, Stadtschultheiß; Nicolaus Staud, Notar. Für ihre Mühe werden jedem 2 Taler verehrt.
Testamentarien und Exactoren: Peter Vogelwaid, Stadtschultheiß; Nicolaus Staud, Notar. Für ihre Mühe werden jedem 2 Taler verehrt.
Beschreibstoff: Pg.
Archivale
Siegel (Erhaltung): Das Testament ist von dem Stadtschreiberamtsverweser und Notar Nicolaus Staud abgefaßt, geschrieben, unterschrieben und mit "gewohnlichem Notariat-Zeichen bezeichnet." Diese Zeichnung ist links unten angebracht (offenbar statt Siegels).
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Zeugen: Peter Vogelwaid, Stadtschultheiß; Hans Dentzel des Rats; Samuel Seybolt; Peter Hauser; Matheus Geiger; Michael Baur; Matheus Luibinger - alle Bürger zu Reutlingen
Genetisches Stadium: Or.
Ausstellungsort: Reutlingen
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Zeugen: Peter Vogelwaid, Stadtschultheiß; Hans Dentzel des Rats; Samuel Seybolt; Peter Hauser; Matheus Geiger; Michael Baur; Matheus Luibinger - alle Bürger zu Reutlingen
Genetisches Stadium: Or.
Ausstellungsort: Reutlingen
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ