Streitgegenstand ist das Kölner Lehen Ulmen. Die Appellanten beanspruchen es als Testat- wie nächste Intestaterben des letzten Lehensträgers, Hugo Augustin von Schönberg, für sich, der Appellat beansprucht es für sich als Mannlehen, und da der letzte Lehensträger es nicht rechtsförmlich erbeten habe, so daß die Ansprüche der Appellanten auf sein Erbe sich auf dieses Lehen nicht beziehen könnten. Hauptstreitpunkt am RKG war die Frage der Zulässigkeit der trotz eingelegter Appellation erfolgten Belehnung des Appellaten, wogegen die Appellanten Attentatsvorwurf erhoben. Der Appellat erklärt dagegen, der Bescheid des Kurfürsten, ihm als Agnaten das Lehen zu geben, falls er mit den Appellanten zu einem Vergleich komme, widrigenfalls aber wegen der nicht erfolgten Mutung Hugo Augustin von Schönbergs kraft Heimfallsrechtes das Lehen nach eigener Entscheidung zu vergeben, sei rechtskräftig geworden; die Appellation richte sich erst gegen die Anordnung zur Ausführung dieses Urteils. Er bestreitet die Zulässigkeit der Appellation. Zudem hätten die Appellanten sich nach eingelegter Appellation mehrfach an den Kurfürsten gewandt und auch damit die Appellation desert werden lassen. In diesem Sinne argumentierte nach Arctiores compulsoriales (16. Oktober 1618) und schließlich Citatio ad videndum se incidisse in poenam inhibitionis et cassari attentata (28. Januar 1620) auch der Kölner Kurfürst.
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Streitgegenstand ist das Kölner Lehen Ulmen. Die Appellanten beanspruchen es als Testat- wie nächste Intestaterben des letzten Lehensträgers, Hugo Augustin von Schönberg, für sich, der Appellat beansprucht es für sich als Mannlehen, und da der letzte Lehensträger es nicht rechtsförmlich erbeten habe, so daß die Ansprüche der Appellanten auf sein Erbe sich auf dieses Lehen nicht beziehen könnten. Hauptstreitpunkt am RKG war die Frage der Zulässigkeit der trotz eingelegter Appellation erfolgten Belehnung des Appellaten, wogegen die Appellanten Attentatsvorwurf erhoben. Der Appellat erklärt dagegen, der Bescheid des Kurfürsten, ihm als Agnaten das Lehen zu geben, falls er mit den Appellanten zu einem Vergleich komme, widrigenfalls aber wegen der nicht erfolgten Mutung Hugo Augustin von Schönbergs kraft Heimfallsrechtes das Lehen nach eigener Entscheidung zu vergeben, sei rechtskräftig geworden; die Appellation richte sich erst gegen die Anordnung zur Ausführung dieses Urteils. Er bestreitet die Zulässigkeit der Appellation. Zudem hätten die Appellanten sich nach eingelegter Appellation mehrfach an den Kurfürsten gewandt und auch damit die Appellation desert werden lassen. In diesem Sinne argumentierte nach Arctiores compulsoriales (16. Oktober 1618) und schließlich Citatio ad videndum se incidisse in poenam inhibitionis et cassari attentata (28. Januar 1620) auch der Kölner Kurfürst.
AA 0627, 6145 - W 1203/3281
AA 0627 Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben
Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben >> 3. Buchstabe W
1615 - 1628 (1592 - 1625)
Enthaeltvermerke: Kläger: Gebrüder Joachim von Wildberg, Domsänger zu Worms, Domkapitular zu Mainz und Speyer, und Anton von Wildberg; 1623 Anton von Wildberg zu Hartelstein Beklagter: Johann Reichard von Schönberg, kaiserlicher Kriegsrat und Obrist, für sich und als Vormund der Söhne (Hans Philipp, Philipp Dietrich) seines Bruders Johann Meinhard von Schönberg; 1618 nach Johann Reichards Tod als Vormünder von dessen Neffen, Johann Philipp von Schönberg, die Kurmainzer Räte und Hofgerichtsbeisitzer Johann Carl von Schönberg und Dr. Caspar Beusser; 1620 die Brüder Philipp Dietrich und Hans Philipp von Schönberg Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Pistorius [1612] 1615 - Dr. Nikolaus Adolff [1617] 1617 - Lic. Peter Paul Steyernagel 1623 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Jakob Kremer [1602] 1615, [1618] 1618, [1620] 1620 - Schmitt (1622) - Lic. Wilhelm Fabritius [1621] 1622 - für den Kurfürsten: Dr. Johann Konrad Lasser 1621 Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Erzbischofvon Köln 1612 - 1614 - 2. RKG 1615 - 1628 (1592 - 1625) Beweismittel: Acta priora (Bd. 2). Instrument der Possessionsergreifung des Schönbergschen Hauses Ulmen durch Joachim von Wildberg nach dem Tode seines Vetters Hugo Augustin von Schönberg zu Hartelstein und Ulmen, Kurtrierer Rat und Amtmann zu Prüm, 1612 (Q 11). Lehensbrief des Kölner Kurfürsten (Ernst) für Joachim von Wildberg über den Schönbergschen Anteil an Haus Ulmen und den Anteil, den bisher seine Vettern, die Gebrüder von Kronberg, innegehabt hatten, 1592 (Q 12). Lehensbrief des Kölner Kurfürsten (Ferdinand) über Haus und Herrschaft Ulmen für Philipp Dietrich von Schönberg auch im Namen seines Bruders Hans Philipp, 1616 (Q 47, 77). Gedruckte (Mainz 1617) Leichenpredigt für Hans Reichard von Schönberg gehalten von Dr. Gisbert Schevichavius (Scheuichauius), SJ (Q 49). Beschreibung: 2 Bde., 15 cm; Bd. 1: 264 Bl., lose; Q 1 - 65, 67 - 77, es fehlen Q 34, 40, 63 (Vollmacht Schmidt); Bd. 2: 355 Bl., geb. = Q 66. Vgl. RKG Koblenz 2675 (W 1200/3278) und 2676 (W 1201/3279).
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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28.04.2026, 8:46 AM CEST
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- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben (Archival holding)
- 3. Buchstabe W (Classification)