Innenministerium, Geschäftsteil S: Staatliche Sportaufsicht und öffentliche Sportpflege (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, E 151/33
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Kabinett, Geheimer Rat, Ministerien 1806-1945 >> Ministerium des Innern/Innenministerium >> Weitere Bestände des Innenministeriums
1940-1946
Überlieferungsgeschichte
1990 vom Ministerium für Kultus und Sport abgegeben
Inhalt und Bewertung
Enthält v.a.: Sportstättenbau und -pflege sowie Verleihung des Reichssportabzeichens.
Vorbemerkung: Vorliegender Bestand des württembergischen Innenministeriums, Geschäftsteil S (Staatliche Sportaufsicht und öffentliche Sportpflege) wurde bei Ordnungsarbeiten in der Altregistratur des für das Sportwesen zuständigen Ministeriums für Kultus und Sport aufgefunden und im Frühjahr 1990 an das Hauptstaatsarchiv abgeliefert. Trotz des geringen Umfangs stellen die Akten nach Ausweis der vorhandenen Registraturhilfsmitteln (vgl. Einsenderkartei E 151/33 Bü 2), Registratur-Anweisungen (E 151/33 Bü 1) offenbar die gesamte Schriftgut-Produktion dieses 1941/42 geschaffenen Geschäftsteils dar. Mit Rücksicht auf die lückenhafte Überliefeung der NS-Zeit und angesichts der Geschlossenheit der Überlieferung wurden sämtliche Unterlagen für archivwürdig erklärt. Die Schaffung dieses Geschäftsteils ging auf eine Initiative des Reichsinnenministeriums zurück. Nachdem 1936 ein zentrales Reichssportamt unter Reichssportführer von Tschammer und Osten mit ehrenamtlichen, regionalen Beauftragten geschaffen worden war, versuchte Minister Frick im Juni 1940, diese Kompetenz stärker in den staatlichen Instanzenzug einzugliedern (RGBl. I, S. 900). Er wies die Sportaufsicht in der Mittelstufe den Innenministerien der Länder, in der Unterstufe den Landräten bzw. Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte in staatlicher Auftragsverwaltung zu. Allerdings musste er sich des Personals des NS-Reichsbunds für Leibesübungen (NSRL) bedienen, der 1938 nach einer zweiten Gleichschaltungswelle aus dem Deutschen Rechsbund für Leibesübungen (DRL) hervor gegangen war. Gaubeauftragter des Reichssportführers und zugleich Sportbereichsführer im Gau XV (Württemberg) war SA-Führer Dr. Eugen Klett, außerdem noch Gauschulungsleiter der NSDAP. Er wurde Anfang 1941 zum nebenamtlichen Sortaufsichtsdezernenten im Innenministerium ernannt (vgl. E 151/01 Bü 298; E 130b B 1198). Der Bestand liefert daher auch Material für die polxkratische Struktur des NS-Systems; um so mehr ist das Fehlen der Überlieferung der Gliederungen des NS-Reichsbund für Leibesübungen zu bedauern. War zunächst eine Angliederung der staatlichen Sportaufsicht an die Kommunalabteilung vorgesehen, so entschied sich Ministerialdirektor Dr. Dill vom Innenministerium im Februar 1941 für die Schaffung eines selbstständigen Geschäftsteils. Die Gestaltungsmöglichkeiten waren angesichts der Entwicklung des Regimes und des Kreges gering. Die wichtigste verbliebene Aufgabe war die Verleihung des Reichssportabzeichens, die im August 1944 eingestellt wurde, während das Versehrtensportabzeichren als "besonders kriegswichtig" weiter verliehen werden sollte (E 151/33 Bü 6). Der Bestand wurde mit Hilfe der Datenverarbeitung auf der Basis des Programmpakets Midosa der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg im Mai 1990 verzeichnet. Der Bestand umfasst 17 Bschel mit 0,75 lfd. m. Stuttgart, im Mai 1990 Roland Müller
1990 vom Ministerium für Kultus und Sport abgegeben
Inhalt und Bewertung
Enthält v.a.: Sportstättenbau und -pflege sowie Verleihung des Reichssportabzeichens.
Vorbemerkung: Vorliegender Bestand des württembergischen Innenministeriums, Geschäftsteil S (Staatliche Sportaufsicht und öffentliche Sportpflege) wurde bei Ordnungsarbeiten in der Altregistratur des für das Sportwesen zuständigen Ministeriums für Kultus und Sport aufgefunden und im Frühjahr 1990 an das Hauptstaatsarchiv abgeliefert. Trotz des geringen Umfangs stellen die Akten nach Ausweis der vorhandenen Registraturhilfsmitteln (vgl. Einsenderkartei E 151/33 Bü 2), Registratur-Anweisungen (E 151/33 Bü 1) offenbar die gesamte Schriftgut-Produktion dieses 1941/42 geschaffenen Geschäftsteils dar. Mit Rücksicht auf die lückenhafte Überliefeung der NS-Zeit und angesichts der Geschlossenheit der Überlieferung wurden sämtliche Unterlagen für archivwürdig erklärt. Die Schaffung dieses Geschäftsteils ging auf eine Initiative des Reichsinnenministeriums zurück. Nachdem 1936 ein zentrales Reichssportamt unter Reichssportführer von Tschammer und Osten mit ehrenamtlichen, regionalen Beauftragten geschaffen worden war, versuchte Minister Frick im Juni 1940, diese Kompetenz stärker in den staatlichen Instanzenzug einzugliedern (RGBl. I, S. 900). Er wies die Sportaufsicht in der Mittelstufe den Innenministerien der Länder, in der Unterstufe den Landräten bzw. Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte in staatlicher Auftragsverwaltung zu. Allerdings musste er sich des Personals des NS-Reichsbunds für Leibesübungen (NSRL) bedienen, der 1938 nach einer zweiten Gleichschaltungswelle aus dem Deutschen Rechsbund für Leibesübungen (DRL) hervor gegangen war. Gaubeauftragter des Reichssportführers und zugleich Sportbereichsführer im Gau XV (Württemberg) war SA-Führer Dr. Eugen Klett, außerdem noch Gauschulungsleiter der NSDAP. Er wurde Anfang 1941 zum nebenamtlichen Sortaufsichtsdezernenten im Innenministerium ernannt (vgl. E 151/01 Bü 298; E 130b B 1198). Der Bestand liefert daher auch Material für die polxkratische Struktur des NS-Systems; um so mehr ist das Fehlen der Überlieferung der Gliederungen des NS-Reichsbund für Leibesübungen zu bedauern. War zunächst eine Angliederung der staatlichen Sportaufsicht an die Kommunalabteilung vorgesehen, so entschied sich Ministerialdirektor Dr. Dill vom Innenministerium im Februar 1941 für die Schaffung eines selbstständigen Geschäftsteils. Die Gestaltungsmöglichkeiten waren angesichts der Entwicklung des Regimes und des Kreges gering. Die wichtigste verbliebene Aufgabe war die Verleihung des Reichssportabzeichens, die im August 1944 eingestellt wurde, während das Versehrtensportabzeichren als "besonders kriegswichtig" weiter verliehen werden sollte (E 151/33 Bü 6). Der Bestand wurde mit Hilfe der Datenverarbeitung auf der Basis des Programmpakets Midosa der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg im Mai 1990 verzeichnet. Der Bestand umfasst 17 Bschel mit 0,75 lfd. m. Stuttgart, im Mai 1990 Roland Müller
17 Büschel
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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