Die Klage richtet sich dagegen, daß auf Befehl des Kurfürsten der Oberjägermeister mit einspännigen Reitern, Musquetieren und über 100 Schützen in das „unstreitig“ zu Kurtrier gehörende Amt Bergpflege mit brennender Lunte einmarschiert sei, dort Truppen verteilt und Schildwachen aufgestellt und so die Untertanen in Angst und Schrecken versetzt habe. Außerdem habe er beim Residenzschloß Kärlich Jagden abhalten und Hasen fangen und mitnehmen lassen. Der Kölner Kurfürst, der erklärt, auch die anderen Beklagten vertreten zu wollen, bestreitet die Berechtigung des RKG- Verfahrens, das durch falsche Angaben erschlichen sei. Der Oberjägermeister habe lediglich Hasen gejagt und dabei Reiter seiner Leibgarde eingesetzt. Zu den Vorwurf des Landfriedensbruches begründenden Vorgängen sei es dabei nicht gekommen. Kurtrier forderte daraufhin kommissarische Zeugenvernehmung. Nach 1671 sind keine Handlungen protokolliert.
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Die Klage richtet sich dagegen, daß auf Befehl des Kurfürsten der Oberjägermeister mit einspännigen Reitern, Musquetieren und über 100 Schützen in das „unstreitig“ zu Kurtrier gehörende Amt Bergpflege mit brennender Lunte einmarschiert sei, dort Truppen verteilt und Schildwachen aufgestellt und so die Untertanen in Angst und Schrecken versetzt habe. Außerdem habe er beim Residenzschloß Kärlich Jagden abhalten und Hasen fangen und mitnehmen lassen. Der Kölner Kurfürst, der erklärt, auch die anderen Beklagten vertreten zu wollen, bestreitet die Berechtigung des RKG- Verfahrens, das durch falsche Angaben erschlichen sei. Der Oberjägermeister habe lediglich Hasen gejagt und dabei Reiter seiner Leibgarde eingesetzt. Zu den Vorwurf des Landfriedensbruches begründenden Vorgängen sei es dabei nicht gekommen. Kurtrier forderte daraufhin kommissarische Zeugenvernehmung. Nach 1671 sind keine Handlungen protokolliert.
AA 0627, 5643 - T 352/1382
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VIII: S-T
Reichskammergericht, Teil VIII: S-T >> 2. Buchstabe T
1671 - 1680 (1670 - 1671)
Enthaeltvermerke: Kläger: Trierer ErzbischofKarl Kaspar von der Leyen Beklagter: Kurköln und Konsorten, nämlich der Oberjägermeister Ferdinand von und zu Weichs; Untertanen zu Miesenheim und Kell (Kr. Mayen) Prokuratoren (Kl.): Lic. Bernhard Henningh [1657] 1671 - Subst.: Franz Eberhard Albrecht Prokuratoren (Bekl.): für den Kurfürsten: Lic. Johann Walraff [1657] 1671 - Subst.: Franz Eberhard Albrecht Prozeßart: Citationis ad videndum se incidisse in poenam fractae pacis, una cum mandato de restituendo sine clausula Instanzen: RKG 1671 - 1680 (1670 - 1671) Beweismittel: Protokoll einer Zeugenvernehmung (Q 3). Beschreibung: 35 Bl., lose; Q 1 - 8.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:42 AM CEST