Stift Buchauische Herrschaft Straßberg: Akten und Amtsbücher (Bestand)
Show full title
Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, FAS DS 38 T 1
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen (Archivtektonik) >> Fürstlich Hohenzollernsches Haus- und Domänenarchiv (Dep. 39) >> Domänenarchiv Hohenzollern-Sigmaringen >> Erworbene weltliche Herrschaften, säkularisierte Klöster und Stifte >> Geistliche Herrschaften und Stifte
(1345) 1364-1847
Überlieferungsgeschichte
Die Herrschaft Straßberg geht ursprünglich auf den Ort Burc im Scherragau (südlich von Albstadt-Ebingen) zurück, die zusammen mit der dortigen Verenakirche 854 dem Kloster St. Gallen, 1005 dem Kloster Stein am Rhein geschenkt wurde. In engem Zusammenhang mit Burc erscheint 1253 auf der anderen Seite der Schmeie Straßberg, das seit dem 14. Jahrhundert im Besitz von Stift Buchau und bis 1354 an die Grafen von Hohenberg verliehen war, von denen es an die Herren von Reischach ging. Nach mehreren Zwischenstufen wurde die Herrschaft dann an die Herren von Homburg verliehen, die 1511 auch die hohe Gerichtsbarkeit erwarben. 1532 verkauften sie die Herrschaft an Adolf Dietheg von Westerstetten. Nach dem Aussterben derer von Westerstetten zog das Stift Buchau die Herrschaft, die aus den Orten Straßberg, Kaiseringen und Frohnstetten bestand, ein und verwaltete sie selbst. Die Herrschaft Straßberg wurde 1803 vom Haus Thurn und Taxis säkularisiert, das das Stift Buchauische Oberamt als Thurn und Taxissches Oberamt weiterführte.
Dr. Otto Becker
Vorbericht
Die Abteilung "Herrschaft Straßberg" ist wenig umfangreich und enthält im Ganzen nur 209 Nummern. Außer dem Ort Straßberg kommen noch hier in Betracht: Frohnstetten und Kaiseringen. Ob dieselben von jeher zusammen gehörten und vereint die Herrschaft Straßberg bildeten, geht aus dem hier vorliegenden Urkundenmaterial nicht hervor. Es sollen die drei Orte schon bei der Gründung des späteren fürstlichen Reichsstiftes Buchau an das Kloster gekommen sein. Im Jahre 1342 verkauft Graf Heinrich von Hohenberg den Herren von Jungingen neben anderen Besitzungen auch das Dorf Kaiseringen. Ob dasselbe ihm eigen war oder zu dem Buchauer Lehen Straßberg gehörte, ist in der Urkunde nicht gesagt. Gemäß einer Urkunde von 1345 übergibt die Äbtissin Anna von Buchau dem Rudolf von Reischach die Herrschaft Straßberg als Lehen, in welcher Eigenschaft die Hohenberg dieselbe ebenfalls von Buchau inne gehabt hatten. Auch hier ist nicht ausdrücklich gesagt, dass Kaiseringen und Frohnstetten mit einbegriffen seien. Von den Reischach ging Straßberg an die von Honburg über. Wann dies geschah, darüber liegt kein Nachweis vor. Im Jahr 1532 verkauft Wolf von Honburg mit Genehmigung des fürstlichen Stifts Buchau die Herrschaft Straßberg mit namentlicher Aufführung der Ortschaften Straßberg, Frohnstetten und Kaiseringen um 10.000 fl. an Dietrich Dietegen von Westerstetten. Nach Aussterben dieses Geschlechtes (1622) nahm Buchau die Herrschaft in eigene Verwaltung und behielt sie mit Ausnahme der Jahre 1696-1708, während welcher Zeit Franz Joseph zu Pflummern sie als Beständer inne hatte, bis zum Jahre 1802, wo sie durch Reichsdeputationshauptschluss unter Oberhoheit des Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen an das fürstliche Haus Thurn und Taxis kam. Durch Kaufvertrag zwischen dem Fürstlich Thurn und Taxisschem Rentamt Straßberg und dem Gräflich Langensteinschen Rentamt Stetten a.k.M. ging die Herrschaft Straßberg am 3. Juli 1835 an letzteres über, um, jedoch schon am 13. März 1836 laut Zessionsurkunde des Großherzoglich Badenschen Geheimen Rats von Engeßer als Mitglied der Gräflich Langensteinschen Kuratel d[e] d[ato] Karlsruhe, 14. Dezember 1835 (diese Zessionsurkunde ist hier nicht vorhanden, c[on]f[er] jedoch Rubrik 151 Nr. 10) für 80.000 fl. an das Fürstliche Haus Hohenzollern-Sigmaringen zu kommen. Das vorliegende Repertorium ist nach Rubriken aufgrund der hofkammerlichen Registraturordnung veranlagt. Das Aktenmaterial besteht aus den Akten und Urkunden des Fürstlichen Domänenarchivs und aus den von dem Königlichen Staatsarchiv zu Sigmaringen ausgefolgten Akten, ferner aus einigen Nummern der sogenannten "Alten Hofkammerakten". Über den speziellen wie summarischen Inhalt des Repertoriums siehe die beigefügten Register.
Sigmaringen, im November 1880
Dr. Karl Theodor Zingeler
Fürstlich Hohenzollernscher Archivassessor
Die Titelaufnahmen wurden im Sommer 2017 retrokonvertiert.
Inhalt und Bewertung
Der Splitterbestand enthält vornehmlich Archivalien betreffend Lehensachen, Liegenschaftsgeschäfte, Verpachtungen, Kirchen- und Klostersachen, Kirchendiener und -dienste sowie Rechnungsunterlagen, auch Unterlagen des Fürstlich Thurn und Taxisschen Oberamtes Straßberg und des Fürstlich Hohenzollernschen Rentamts Straßberg.
Archivalien gleicher Provenienz finden sich sich in den Beständen Ho 162 und Dep. 30/14 des Staatsarchivs Sigmaringen und im Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv Regensburg. Neben der Provenienz "Herrschaft Straßber" kommen noch folgende Provenienzen vor: Thurn und Taxissches Rentamt Straßberg, Thurn und Taxissches Oberamt Straßberg, Hohenzollern-Sigmaringensches Oberamt Straßberg und Fürstlich Hohenzollernsche Regierung Sigmaringen
Die Herrschaft Straßberg geht ursprünglich auf den Ort Burc im Scherragau (südlich von Albstadt-Ebingen) zurück, die zusammen mit der dortigen Verenakirche 854 dem Kloster St. Gallen, 1005 dem Kloster Stein am Rhein geschenkt wurde. In engem Zusammenhang mit Burc erscheint 1253 auf der anderen Seite der Schmeie Straßberg, das seit dem 14. Jahrhundert im Besitz von Stift Buchau und bis 1354 an die Grafen von Hohenberg verliehen war, von denen es an die Herren von Reischach ging. Nach mehreren Zwischenstufen wurde die Herrschaft dann an die Herren von Homburg verliehen, die 1511 auch die hohe Gerichtsbarkeit erwarben. 1532 verkauften sie die Herrschaft an Adolf Dietheg von Westerstetten. Nach dem Aussterben derer von Westerstetten zog das Stift Buchau die Herrschaft, die aus den Orten Straßberg, Kaiseringen und Frohnstetten bestand, ein und verwaltete sie selbst. Die Herrschaft Straßberg wurde 1803 vom Haus Thurn und Taxis säkularisiert, das das Stift Buchauische Oberamt als Thurn und Taxissches Oberamt weiterführte.
Dr. Otto Becker
Vorbericht
Die Abteilung "Herrschaft Straßberg" ist wenig umfangreich und enthält im Ganzen nur 209 Nummern. Außer dem Ort Straßberg kommen noch hier in Betracht: Frohnstetten und Kaiseringen. Ob dieselben von jeher zusammen gehörten und vereint die Herrschaft Straßberg bildeten, geht aus dem hier vorliegenden Urkundenmaterial nicht hervor. Es sollen die drei Orte schon bei der Gründung des späteren fürstlichen Reichsstiftes Buchau an das Kloster gekommen sein. Im Jahre 1342 verkauft Graf Heinrich von Hohenberg den Herren von Jungingen neben anderen Besitzungen auch das Dorf Kaiseringen. Ob dasselbe ihm eigen war oder zu dem Buchauer Lehen Straßberg gehörte, ist in der Urkunde nicht gesagt. Gemäß einer Urkunde von 1345 übergibt die Äbtissin Anna von Buchau dem Rudolf von Reischach die Herrschaft Straßberg als Lehen, in welcher Eigenschaft die Hohenberg dieselbe ebenfalls von Buchau inne gehabt hatten. Auch hier ist nicht ausdrücklich gesagt, dass Kaiseringen und Frohnstetten mit einbegriffen seien. Von den Reischach ging Straßberg an die von Honburg über. Wann dies geschah, darüber liegt kein Nachweis vor. Im Jahr 1532 verkauft Wolf von Honburg mit Genehmigung des fürstlichen Stifts Buchau die Herrschaft Straßberg mit namentlicher Aufführung der Ortschaften Straßberg, Frohnstetten und Kaiseringen um 10.000 fl. an Dietrich Dietegen von Westerstetten. Nach Aussterben dieses Geschlechtes (1622) nahm Buchau die Herrschaft in eigene Verwaltung und behielt sie mit Ausnahme der Jahre 1696-1708, während welcher Zeit Franz Joseph zu Pflummern sie als Beständer inne hatte, bis zum Jahre 1802, wo sie durch Reichsdeputationshauptschluss unter Oberhoheit des Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen an das fürstliche Haus Thurn und Taxis kam. Durch Kaufvertrag zwischen dem Fürstlich Thurn und Taxisschem Rentamt Straßberg und dem Gräflich Langensteinschen Rentamt Stetten a.k.M. ging die Herrschaft Straßberg am 3. Juli 1835 an letzteres über, um, jedoch schon am 13. März 1836 laut Zessionsurkunde des Großherzoglich Badenschen Geheimen Rats von Engeßer als Mitglied der Gräflich Langensteinschen Kuratel d[e] d[ato] Karlsruhe, 14. Dezember 1835 (diese Zessionsurkunde ist hier nicht vorhanden, c[on]f[er] jedoch Rubrik 151 Nr. 10) für 80.000 fl. an das Fürstliche Haus Hohenzollern-Sigmaringen zu kommen. Das vorliegende Repertorium ist nach Rubriken aufgrund der hofkammerlichen Registraturordnung veranlagt. Das Aktenmaterial besteht aus den Akten und Urkunden des Fürstlichen Domänenarchivs und aus den von dem Königlichen Staatsarchiv zu Sigmaringen ausgefolgten Akten, ferner aus einigen Nummern der sogenannten "Alten Hofkammerakten". Über den speziellen wie summarischen Inhalt des Repertoriums siehe die beigefügten Register.
Sigmaringen, im November 1880
Dr. Karl Theodor Zingeler
Fürstlich Hohenzollernscher Archivassessor
Die Titelaufnahmen wurden im Sommer 2017 retrokonvertiert.
Inhalt und Bewertung
Der Splitterbestand enthält vornehmlich Archivalien betreffend Lehensachen, Liegenschaftsgeschäfte, Verpachtungen, Kirchen- und Klostersachen, Kirchendiener und -dienste sowie Rechnungsunterlagen, auch Unterlagen des Fürstlich Thurn und Taxisschen Oberamtes Straßberg und des Fürstlich Hohenzollernschen Rentamts Straßberg.
Archivalien gleicher Provenienz finden sich sich in den Beständen Ho 162 und Dep. 30/14 des Staatsarchivs Sigmaringen und im Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv Regensburg. Neben der Provenienz "Herrschaft Straßber" kommen noch folgende Provenienzen vor: Thurn und Taxissches Rentamt Straßberg, Thurn und Taxissches Oberamt Straßberg, Hohenzollern-Sigmaringensches Oberamt Straßberg und Fürstlich Hohenzollernsche Regierung Sigmaringen
191 VE (2,00 lfd.m)
Bestand
Buchau BC; Damenstift; Herrschaft Straßberg
Straßberg BL; Buchauische Herrschaft
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
03.04.2025, 8:37 AM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen (Archivtektonik)
- Fürstlich Hohenzollernsches Haus- und Domänenarchiv (Dep. 39) (Archival tectonics)
- Domänenarchiv Hohenzollern-Sigmaringen (Archival tectonics)
- Erworbene weltliche Herrschaften, säkularisierte Klöster und Stifte (Archival tectonics)
- Geistliche Herrschaften und Stifte (Archival tectonics)
- Stift Buchauische Herrschaft Straßberg: Akten und Amtsbücher (Archival holding)