Streit um Kohlekraftwerk - Wo soll der Strom in Zukunft herkommen?
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/019 R080008/103
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/019 Fernsehsendungen von SWR Fernsehen aus dem Jahre 2008
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6. März 2008
Noch in diesem Frühjahr will die EnBW am Rheinhafen in Karlsruhe ein neues großes Kohlekraftwerk bauen. Insgesamt sollen in Deutschland 25 weitere Kraftwerke diesen Typs folgen. Damit soll die Energielücke geschlossen werden, die mit dem Abschalten der Kernkraftwerke entsteht.
Doch Kohlekraftwerke sind wegen ihres hohen CO2 Ausstoßes Klimakiller, zudem können sie wegen Feinstaubemissionen die Gesundheit gefährden. Umweltschützer fordern deswegen verstärkt alternative Energien wie Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse zu fördern. Kann man damit den Strombedarf in Zukunft decken?
Kohlekraftwerk? Nein Danke!
Die Luft in Karlsruhe gehört zu den schlechtesten im Land und sie könnte noch viel schlechter werden. Denn geht es nach den Plänen des Energiekonzerns EnBW qualmt das Rheinhafen-Dampfkraftwerk bald aus einem weiteren Schlot. Spätestens ab 2012 soll hier ein neuer Steinkohleblock Strom liefern. Die Gesamtleistung des Kraftwerks würde sich damit mehr als verdoppeln. Doch an der Kohle entzündet sich in Karlsruhe breiter Protest.
Ein Aktionsbündnis aus Bürgervereinen, Naturschützern, Kinderärzten und den Grünen will das neue Steinkohlekraftwerk verhindern. Die Befürchtung: Doppelt so viel Leistung bedeutet trotz moderner Systeme auch nahezu eine Verdopplung des Ausstoßes von CO2 sowie von gesundheitsschädlichem Feinstaub und Schwermetallen. Die EnBW hat aber eine erhebliche Reduzierung der Emissionen des Kraftwerks angekündigt. Der Karlsruher Gemeinderat hat dem Bau des Kohlekraftwerks mehrheitlich zugestimmt. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wird spätestens Ende April über das Projekt entscheiden. Ministerpräsident Günther Oettinger hat sich zum Karlsruher Kohleofen bekannt: "Wir brauchen die Kohle für eine sichere Energieversorgung", sagte er am Dienstag.
Strom aus Gas - ein Modell mit Zukunft?
Der Streit um das neue Steinkohlekraftwerk in Karlsruhe, dem ein weiteres im Land in Mannheim folgen soll, wirft die Frage nach Alternativen auf. Vor allem Gas wird als sauberere Lösung gehandelt und auch für den Standort Karlsruhe von Gegnern der Steinkohle als Option betrachtet. Denn seine Verbrennung sei wesentlich effizienter, es entstehe nur halb soviel CO2 wie bei der Verbrennung von Kohle und keine giftigen Nebenstoffe. Gegen eine verstärkte Nutzung von Gas spricht aber die daraus folgende Abhängigkeit von Lieferanten im Ausland. Die Verfügbarkeit und der Preis von Steinkohle seien einfach besser kalkulierbar, meint die EnBW. Sie hält neue Kohlekraftwerke wie in Karlsruhe für notwendig um ältere Kohle- und Kernkraftwerke zu ersetzen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) setzt hingegen auf Erneuerbare Energien. Bis zum Jahr 2020 soll ein Drittel des Stroms aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse gewonnen werden. Doch das Potential der Erneuerbaren Energien wird sehr unterschiedlich beurteilt.
Der Strom der Zukunft in Baden-Württemberg
Die Landesregierung hält die vom Bund angepeilte Steigerung des Anteils der Erneuerbaren Energien bis 2020 von heute zwölf auf 20 Prozent für ein ehrgeiziges Ziel. Der Energiemix in Baden-Württemberg soll sich dann so zusammensetzen: 20 Prozent erneuerbare Energieträger, 30 Prozent fossile Energie wie Kohle, Öl und Gas und 50 Prozent Kernkraft. Kritik übt die SPD-Landtagsfraktion: "Oettinger spielt auf Zeit und hofft auf die Verlängerung der AKW-Laufzeiten, statt arbeitsplatzschaffende erneuerbare Energien zu fördern", sagt der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thomas Knapp.
Doch wo soll die Energie der Zukunft herkommen? Und welchen Anteil soll die Kohle einnehmen? Darüber diskutiert Jürgen Rose in LÄNDERSACHE mit Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern, Befürwortern und Gegnern der Kohleverstromung. An der Debatte nehmen teil Harry Block, Bürgeriniativen gegen den Bau eines Kohlekraftwerkes in Karlsruhe; Paul Nehmet, energiepolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion; Johannes Stober, Landtagsabgeordneter der SPD in Karlsruhe und Franz Untersteller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag.
Doch Kohlekraftwerke sind wegen ihres hohen CO2 Ausstoßes Klimakiller, zudem können sie wegen Feinstaubemissionen die Gesundheit gefährden. Umweltschützer fordern deswegen verstärkt alternative Energien wie Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse zu fördern. Kann man damit den Strombedarf in Zukunft decken?
Kohlekraftwerk? Nein Danke!
Die Luft in Karlsruhe gehört zu den schlechtesten im Land und sie könnte noch viel schlechter werden. Denn geht es nach den Plänen des Energiekonzerns EnBW qualmt das Rheinhafen-Dampfkraftwerk bald aus einem weiteren Schlot. Spätestens ab 2012 soll hier ein neuer Steinkohleblock Strom liefern. Die Gesamtleistung des Kraftwerks würde sich damit mehr als verdoppeln. Doch an der Kohle entzündet sich in Karlsruhe breiter Protest.
Ein Aktionsbündnis aus Bürgervereinen, Naturschützern, Kinderärzten und den Grünen will das neue Steinkohlekraftwerk verhindern. Die Befürchtung: Doppelt so viel Leistung bedeutet trotz moderner Systeme auch nahezu eine Verdopplung des Ausstoßes von CO2 sowie von gesundheitsschädlichem Feinstaub und Schwermetallen. Die EnBW hat aber eine erhebliche Reduzierung der Emissionen des Kraftwerks angekündigt. Der Karlsruher Gemeinderat hat dem Bau des Kohlekraftwerks mehrheitlich zugestimmt. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wird spätestens Ende April über das Projekt entscheiden. Ministerpräsident Günther Oettinger hat sich zum Karlsruher Kohleofen bekannt: "Wir brauchen die Kohle für eine sichere Energieversorgung", sagte er am Dienstag.
Strom aus Gas - ein Modell mit Zukunft?
Der Streit um das neue Steinkohlekraftwerk in Karlsruhe, dem ein weiteres im Land in Mannheim folgen soll, wirft die Frage nach Alternativen auf. Vor allem Gas wird als sauberere Lösung gehandelt und auch für den Standort Karlsruhe von Gegnern der Steinkohle als Option betrachtet. Denn seine Verbrennung sei wesentlich effizienter, es entstehe nur halb soviel CO2 wie bei der Verbrennung von Kohle und keine giftigen Nebenstoffe. Gegen eine verstärkte Nutzung von Gas spricht aber die daraus folgende Abhängigkeit von Lieferanten im Ausland. Die Verfügbarkeit und der Preis von Steinkohle seien einfach besser kalkulierbar, meint die EnBW. Sie hält neue Kohlekraftwerke wie in Karlsruhe für notwendig um ältere Kohle- und Kernkraftwerke zu ersetzen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) setzt hingegen auf Erneuerbare Energien. Bis zum Jahr 2020 soll ein Drittel des Stroms aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse gewonnen werden. Doch das Potential der Erneuerbaren Energien wird sehr unterschiedlich beurteilt.
Der Strom der Zukunft in Baden-Württemberg
Die Landesregierung hält die vom Bund angepeilte Steigerung des Anteils der Erneuerbaren Energien bis 2020 von heute zwölf auf 20 Prozent für ein ehrgeiziges Ziel. Der Energiemix in Baden-Württemberg soll sich dann so zusammensetzen: 20 Prozent erneuerbare Energieträger, 30 Prozent fossile Energie wie Kohle, Öl und Gas und 50 Prozent Kernkraft. Kritik übt die SPD-Landtagsfraktion: "Oettinger spielt auf Zeit und hofft auf die Verlängerung der AKW-Laufzeiten, statt arbeitsplatzschaffende erneuerbare Energien zu fördern", sagt der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thomas Knapp.
Doch wo soll die Energie der Zukunft herkommen? Und welchen Anteil soll die Kohle einnehmen? Darüber diskutiert Jürgen Rose in LÄNDERSACHE mit Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern, Befürwortern und Gegnern der Kohleverstromung. An der Debatte nehmen teil Harry Block, Bürgeriniativen gegen den Bau eines Kohlekraftwerkes in Karlsruhe; Paul Nehmet, energiepolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion; Johannes Stober, Landtagsabgeordneter der SPD in Karlsruhe und Franz Untersteller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag.
0:19:00; 0'19
Audio-Visuelle Medien
Block, Harry; Lehrer, Kommunalpolitiker, Umweltaktivist
Nehmet, Paul
Karlsruhe KA; Kohlekraftwerk
Energie: Kohle
Zukunft
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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21.11.2025, 15:31 MEZ
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