Gutsarchiv Tylsen (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
H 236 (Benutzungsort: Wernigerode)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.02. Gutsarchive
1265 - 1944
Findhilfsmittel: Findbuch von 1956. Neues Findbuch 2017 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Tylsen gehört zur Hansestadt Salzwedel, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt.
Tylsen erscheint 956 in einer Schenkung Ottos I. an das Reichsstift Quedlinburg, das noch 1178 Grundherr war. Im späten Mittelalter gehörte Tylsen zur Altmark, die sich im 13./14. Jh. als Territorium herausbildete und 1449 endgültig unter die Landesherrschaft der Kurfürsten von Brandenburg gelangte. 1816 wurde die Altmark Teil der preußischen Provinz Sachsen, die bis 1945 bestand.
1354 erwarb Paridam von dem Knesebeck das Burglehen Tylsen von Gebhard von Alvensleben. 1436 werden die von dem Knesebeck weißer Linie wegen Tylsen von der brandenburgischen Kanzlei als Schlossgesessene bezeichnet. Um 1620 verließ Thomas d.Ä. von dem Knesebeck, Landeshauptmann der Altmark, das auf dem Burggelände befindliche Alte Schloss und errichtete am anderen Ende des Dorfes ein Neues Schloss im Renaissancestil, das bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 Familiensitz blieb.
Zum 1842 landtagsfähigen Rittergut gehörte die Patrimonialgerichtsbarkeit und das Pfarrpatronat über Tylsen sowie die eingepfarrten Schäfereivorwerke Niephagen (schon 1572 zugehörig) und Wötz.
Bestandsinformationen: Das Gutsarchiv Tylsen der Familie von dem Knesebeck wurde vom Volksbildungsamt Salzwedel geborgen und im Sommer 1949 durch das damalige Landesarchiv Magdeburg übernommen.
Im Frühjahr 1950 erfolgte die Ordnung und Verzeichnung des Bestandes.
Ein Repertorium war nicht vorhanden. Lediglich ein alter Lagerungsplan stand zur Verfügung, der jedoch infolge der Verluste nicht voll verwendet werden konnte.
Die Akten wurden nach meist neu aufgestellten Betreffen gegliedert, die Urkunden chronologisch an den Anfang, die Druckschriften an das Ende gelegt. Die Urkunden wurden unter Sichtung der Originale anhand vorhandener Urkundenregesten im Mai 2013 neu verzeichnet und kartoniert.
An Hand des Bestandes konnte festgestellt werden, dass die älteren Aktenbände durch den Kammerherren Carl Ludwig von dem Knesebeck in der Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt worden waren. Die Einteilung der Personalia stammt vermutlich von dem Major Alfred von dem Knesebeck, der das Manuskript "Aus dem Leben der Vorfahren des Schlosses zu Tylsen" verfasst hat.
Bemerkenswert ist die Sammlung des Materials zur Geschichte des Geschlechts von dem Knesebeck von dem Geheimen Justizrat von dem Knesebeck aus Göttingen.
Nicht zu vermutende Archivalien: Über den Streit der wittingischen mit der langenapelschen Linie um das lüneburgische Erbkammeramt befinden sich zwei umfangreiche Bände in der Gruppe "Angelegenheiten anderer Zweige der Familie". Durch die Heirat des Landeshauptmanns Karl Wilhelm von dem Knesebeck mit der Freiin Theodore Adriane von Mylendonk erbten die Knesebecks im Laufe des 18. Jahrhunderts die Besitzungen dieser Familie im Niederrheinischen. Die hierüber handelnden Akteneinheiten bilden eine eigene Sachgruppe.
Das Protokoll des Obristen Wolf von Erlach über seinen Prozess mit dem Kurfürsten von Köln dürfte Anna Lukrezie von Erlach, die Gemahlin Hempos von dem Knesebeck in die Familie eingebracht haben.
Ungeklärt sind die Herkunft des Reichsabschiedes von 1654 und der Bibliothekskataloge.
Der Bestand umfasst 6,3 lfm.
Der Bestand wird auf Grundlage eines 2014 geschlossenen Vertrages als Depositum im Landesarchiv Sachsen-Anhalt verwahrt.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Registraturbildner: Tylsen gehört zur Hansestadt Salzwedel, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt.
Tylsen erscheint 956 in einer Schenkung Ottos I. an das Reichsstift Quedlinburg, das noch 1178 Grundherr war. Im späten Mittelalter gehörte Tylsen zur Altmark, die sich im 13./14. Jh. als Territorium herausbildete und 1449 endgültig unter die Landesherrschaft der Kurfürsten von Brandenburg gelangte. 1816 wurde die Altmark Teil der preußischen Provinz Sachsen, die bis 1945 bestand.
1354 erwarb Paridam von dem Knesebeck das Burglehen Tylsen von Gebhard von Alvensleben. 1436 werden die von dem Knesebeck weißer Linie wegen Tylsen von der brandenburgischen Kanzlei als Schlossgesessene bezeichnet. Um 1620 verließ Thomas d.Ä. von dem Knesebeck, Landeshauptmann der Altmark, das auf dem Burggelände befindliche Alte Schloss und errichtete am anderen Ende des Dorfes ein Neues Schloss im Renaissancestil, das bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 Familiensitz blieb.
Zum 1842 landtagsfähigen Rittergut gehörte die Patrimonialgerichtsbarkeit und das Pfarrpatronat über Tylsen sowie die eingepfarrten Schäfereivorwerke Niephagen (schon 1572 zugehörig) und Wötz.
Bestandsinformationen: Das Gutsarchiv Tylsen der Familie von dem Knesebeck wurde vom Volksbildungsamt Salzwedel geborgen und im Sommer 1949 durch das damalige Landesarchiv Magdeburg übernommen.
Im Frühjahr 1950 erfolgte die Ordnung und Verzeichnung des Bestandes.
Ein Repertorium war nicht vorhanden. Lediglich ein alter Lagerungsplan stand zur Verfügung, der jedoch infolge der Verluste nicht voll verwendet werden konnte.
Die Akten wurden nach meist neu aufgestellten Betreffen gegliedert, die Urkunden chronologisch an den Anfang, die Druckschriften an das Ende gelegt. Die Urkunden wurden unter Sichtung der Originale anhand vorhandener Urkundenregesten im Mai 2013 neu verzeichnet und kartoniert.
An Hand des Bestandes konnte festgestellt werden, dass die älteren Aktenbände durch den Kammerherren Carl Ludwig von dem Knesebeck in der Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt worden waren. Die Einteilung der Personalia stammt vermutlich von dem Major Alfred von dem Knesebeck, der das Manuskript "Aus dem Leben der Vorfahren des Schlosses zu Tylsen" verfasst hat.
Bemerkenswert ist die Sammlung des Materials zur Geschichte des Geschlechts von dem Knesebeck von dem Geheimen Justizrat von dem Knesebeck aus Göttingen.
Nicht zu vermutende Archivalien: Über den Streit der wittingischen mit der langenapelschen Linie um das lüneburgische Erbkammeramt befinden sich zwei umfangreiche Bände in der Gruppe "Angelegenheiten anderer Zweige der Familie". Durch die Heirat des Landeshauptmanns Karl Wilhelm von dem Knesebeck mit der Freiin Theodore Adriane von Mylendonk erbten die Knesebecks im Laufe des 18. Jahrhunderts die Besitzungen dieser Familie im Niederrheinischen. Die hierüber handelnden Akteneinheiten bilden eine eigene Sachgruppe.
Das Protokoll des Obristen Wolf von Erlach über seinen Prozess mit dem Kurfürsten von Köln dürfte Anna Lukrezie von Erlach, die Gemahlin Hempos von dem Knesebeck in die Familie eingebracht haben.
Ungeklärt sind die Herkunft des Reichsabschiedes von 1654 und der Bibliothekskataloge.
Der Bestand umfasst 6,3 lfm.
Der Bestand wird auf Grundlage eines 2014 geschlossenen Vertrages als Depositum im Landesarchiv Sachsen-Anhalt verwahrt.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Laufmeter: 5.8
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
14.04.2025, 08:12 MESZ