Klage des Trompeters Peter Sibill gegen seinen Schwager Niklas Glasing wegen angeblicher Entführung
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B-Acta crim, 231
B-Acta crim Acta criminalia (Kriminalakten)
Acta criminalia (Kriminalakten) >> 1601-1700
1646 - 1648
Enthält: Klage des Trompeters Peter Sibill, früher in Wesel, gegen seinen Schwager Niklas Glasing, in Haft, angeblich früher Rittmeister unter Piccolomini: Der Beklagte war verheiratet mit Anna Kamans aus Halberstadt. Deren Schwester Katharina ist die Frau des Klägers. Im J. 1646, als der Kläger in Kriegsdiensten Wesel verlassen musste, soll der Beklagte nach Wesel gekommen sein und bei der Frau des Klägers gewohnt haben. Er hat sie dann angeblich entführt, ist mit ihr zu Schiff nach Emmerich gefahren, wo sie im Weißen Adler übernachteten und ist dann auf einer Karre mit ihr nach Arnheim gefahren; unterwegs haben sie in Alt-Deventer Rast gemacht. Seitdem ist die Frau des Klägers verschwunden; der Beklagte hat sich von ihr 30 Taler geben lassen. Der Beklagte behauptet, er sei mit der Anna Katharina Kampfers, der Frau eines Kommissarius, die jetzt in Hamburg weile, von Wesel weggegangen. Erwähnt werden Herman Sibill, Sohn des Klägers; statischer Reiter Herman Jansen; Feldtrompeter Hans Koddebusch; Martin Kiferer; Landtrompeter Jolian Pens; Trompeter Melchior Goll; Trompeter Bernd Brower; Johan Loveke; ferner aus Wesel; die Schöffen Johan von Bracht und Johan Becker; Dominikus Weber; Dietrich Becker; Johan zum Aldenhoff; Soldatenfrau Anna Pins; Aus Emmerich: die Schöffen Godfrid von Osterwich und Wilhelm Hochwandt; Georg Geismar; Elisabeth Hilbrandt.
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.0008, 11:53 MEZ
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