Reichsstädtische Deputationen (Bestand)
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B 19
Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Nürnberg >> Bestandsgruppe B: Amtliche Provenienzen der reichsstädtischen Zeit >> B 19 - Reichsstädtische Deputationen
Für die Erledigung meist eng umschriebener Aufgaben und die Wahrnehmung entsprechender Kompetenzen ständiger oder temporärer Art bildete der Innere Rat der Reichsstadt sogenannte Deputationen, verantwortliche Kollegien, die meist aus nur zwei Ratsmitgliedern bestanden. Für Bereiche, die sich der Rat zur Entscheidung vorbehielt, lieferten die Deputationen Gutachten oder referierten mündlich in den Ratssitzungen. Häufig hatten sie die Oberaufsicht über das Rechnungswesen bzw. die Einnahmen ihres Kompetenzbereichs und übten, sofern ihnen Beamte zur Seite gestellt waren, die Niedergerichtsbarkeit über diesen Personenkreis aus. Oft entwickelten sich aus oder unter den Deputationen erst die entsprechenden reichsstädtischen ämter. Bedingt vergleichbar sind sie den heutigen Stadtratsausschüssen, Pflegschaften und berufsmäßigen Stadträten (Referenten).Die Zahl der Deputationen schwankte stark und konnte, durch Zeitereignisse bedingt, bis zu 100 betragen. Am 1. Nov. 1800 wurden die Deputationen (95) infolge eines von der kaiserlichen Subdelegationskommission herbeigeführten Reichshofratsbeschlusses vom 30. Juni 1800 aufgelöst, ihre Kompetenzen auf reichsstädtische ämter verteilt.Bereits seit 1909 sind Verzeichnungen einiger weniger Deputationsbestände (durchweg Splitterbestände) im StadtAN nachweisbar. Ende der 1970er Jahre wurden diese Bestandssplitter mit einschlägigen Unterlagen aus anderen Beständen des Archivs (vor allem B 10 (Polizeidepartement), A 26 (Abgaben des Staatsarchivs Nürnberg 1888 und 1909), dem ehem. Bestand A 24 (Y- und YY-Akten)) und bis dahin nicht erschlossenem Material zusammengefasst und im Rep. B 19 verzeichnet. Die Dokumente der Deputation zum Ungeldamt verblieb, da seinerzeit dort bereits integriert, bei der eigens gebildeten ämterprovenienz B 15 (Ungeldamt)). Die Dokumente der Deputation zum Quartierwesen wurde 2010 hier integriert (zuvor bei B 6 - Kriegsamt).Nachgewiesen sind Bestände (durchweg Splitter) folgender Deputationen:Braugewerbe; Buchdrucker; Collegium Medicum et Pharmaceuticum; Contagion (Ansteckung, Seuchen); Eich und Gewicht; Einquartierungen; Feuerstätten und Schlöte; Gefängnisse; Getreide- und Malzaufschlagsamt; Hochzeiten (und Beerdigungen); Aufsicht über die Kaufleute; Landsteuer-Renovatur; Markt; Mühl- und Bäckerwerk (Bäckerwesen); Musik; Ochsen- und Unschlittamt; Pegnitz; Polizei, auch: Verbesserung der Polizei/Justiz; Salzhandel; Aufsicht über die Schauspiele; Schießgräben; Sterbsleufften (Pest); Empfang der Subdelegationskommission; Zeughaus; Zucht- und Werkhaus (Armen- und Arbeitshaus).2005 wurde das alte Findbuch in eine Datenbank eingegeben und ein neuer Ausdruck der Indizes erstellt.
lfd. Meter: 3,50
Bestand
Deutsch
Deputation zum Quartierwesen
Deputation zum Ungeldamt
Deputationen
Quartierwesen, Deputation zum
Ratsdeputationen
Ungeldamt, Deputation
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 11:18 MESZ