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Kartei der „Sachdokumente“ der Sammlungsgruppe Inhaftierung und Verfolgung (Bestand)
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Einleitung: Biografische Angaben:
Die Aufgabe der (bis 1978 bestehenden) Historischen Abteilung des International Tracing Service (ITS) bestand erstens im sogenannten „Dokumentenerwerb“, d. h. in der Sammlung allgemeiner Unterlagen zum Personenkreis, für den der ITS zuständig ist, also sowohl Opfer von Verfolgung und Terror des NS-Regimes als auch „Fremdarbeiter“ und Displaced Persons. Der Fokus lag auf den Unterlagen zur Verfolgung und Inhaftierung in den Konzentrationslagern.
Zweitens sollten die Dokumente internen und externen Personen zugänglich gemacht werden. Dies würde eine Kartei mit vier thematischen Einstiegen - Sachkartei, Ablageorts-Kartei, Aussteller- und Provenienzkartei sowie Adressatenkartei - erleichtern.
Dritte Aufgabe war die Auswertung der Materialien, u.a. um den anderen Abteilungen innerhalb des ITS zuzuarbeiten.
1979 gingen die Aufgaben der Historischen Abteilung in die Zuständigkeit der Abteilung Sachdokumente über. In den 1980er Jahren lag der Aufgabenschwerpunkt auf der Unterstützung der anderen ITS-Abteilungen bei der Erfüllung ihres humanitären Mandats. Die Unterstützung der historischen Forschung wurde mehr und mehr als außerhalb des eigentlichen Mandats der Institution angesehen. Im April 1982 wurde eine Neubewertung der Aufgaben der Abteilung vorgenommen, die Arbeiten an der Kartei der "Sachdokumente" nicht weiter verfolgt und diese nebst erläuternden Unterlagen von der Arbeitsgruppe Sachregister an die Abteilung Sachdokumente abgegeben. Stattdessen wurde der Fokus auf die die Personenrecherche unterstützenden Ordnungsarbeiten gelegt.
Der Dokumentenerwerb, d. h. die gezielte Recherche und Übernahme von Originalen, Verfilmungen oder Kopien von Unterlagen aus anderen Archiven, wurde bis 2006 weiter geführt. Die dabei übernommenen Unterlagen sind jedoch nicht in der Kartei erschlossen.
Der Gesamtumfang der Dokumente der Abteilung betrug im Jahr 2008 164 laufende Meter. Im Zuge der Gründung der Forschungsabteilung 2007 wurde die Abteilung Sachdokumente aufgelöst.
Bestandsgeschichte:
Die von der Historischen Abteilung und der Abteilung Sachdokumente akquirierten, verwalteten, erschlossenen und ausgewerteten Dokumente fanden auf zwei Wegen Eingang in den ITS: zum einen durch fallbezogene Zusendungen aus Verwaltungsstellen (z.B. Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg), privaten Einrichtungen, Archiven (z.B. Bundesarchiv und Institut für Zeitgeschichte) und Privatpersonen, zum anderen über gezielten Dokumentenerwerb durch Mitarbeiter/innen des ITS bis 2006. Dies passierte in der Absicht, die teils großen Lücken der jeweiligen Lagergeschichte zumindest zu verringern, denn von den Konzentrationslagern und ihren Außenkommandos sind lediglich die Dokumente der Konzentrationslager Buchenwald und Dachau nahezu vollständig vorhanden. Andere Lager sind gut oder nur teilweise, spärlich oder überhaupt nicht mit personenbezogenen Dokumenten (z.B. Häftlingspersonalbogen) belegt.
Unter „Sachdokumente“ wurden beim ITS Unterlagen verstanden, die die personenbezogenen Unterlagen ergänzen. Hierunter wurden zum Teil direkt bei den nationalsozialistischen Behörden und Organisationen oder aber auf Veranlassung der Alliierten und humanitärer Organisationen nach der Befreiung entstandene Dokumente zusammengefasst.
Neben den im Original vorhandenen liegen in den Sammlungen des ITS viele Dokumente als Kopie vor.
2009 wurde die Dokumentensammlung der Abteilung Sachdokumente in die Tektonik des ITS-Archivs eingegliedert. Dies hatte eine thematische Aufteilung des Dokumentenbestands unter anderem als „Allgemeine Informationen“ der Konzentrationslager-Sammlungen (DE ITS 1.1.x.0 Allgemeine Informationen x) zur Folge. 2010 und 2011 wurden die Sammlungen gescannt und über das digitale Archivdatenbanksystem der internen und externen Benutzung zur Verfügung gestellt.
Form und Inhalt:
Kartei der „Sachdokumente“:
Beschreibungen u. a. zu den allgemeinen Dokumenten der Konzentrationslager-Sammlungen. Ihre Ordnung folgt einer mehrstufigen Klassifikation zu den Rahmenthemen Konzentrationslager, SS-Baubrigaden, SS-Eisenbaubrigaden, Vernichtungslager, Jugendschutzlager, Polizeihaftlager unter dem Befehlshaber der Sicherheitspolizei, Zwangsarbeitslager für Juden, Ghettos und einem Chronologischen Verzeichnis.
Die referenzierte Sammlung enthält u.a.:
Korrespondenz, Erlasse und Befehle des Reichssicherheitshauptamtes und des SS Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes, allgemeine und statistische Befehle und Anordnungen einzelner Konzentrationslager, Berichte über die Zustände in den Haftstätten und über das Schicksal von Zeugen (von Generalstaatsanwälten nach dem Krieg gesammelt).
Ordnung und Klassifikation:
In ihrer physischen Ordnung folgen die Unterlagen keiner Systematik. Für den Zugriff auf die Dokumente wurde eine umfassende feingliederige sachthematische Klassifikation entwickelt. Die auf bis zu fünf Ebenen vorhandenen Klassen haben eine eindeutige dezimale Kennung. Zur übersichtlicheren Darstellung und aufgrund der umfangreicheren Möglichkeiten der elektronischen Suche wurden nur die ersten drei Ebenen der Klassifikation im retrokonvertierten Findmittel abgebildet.
Aufbewahrungsort von Kopien:
Digitale Kopien der ITS Sammlungen:
Dokumentations- und Forschungszentrum über den Widerstand, Luxemburg; Französisches Nationalarchiv, Paris; Institut für nationales Gedenken, Warschau; Staatsarchiv Belgien; USHMM, Washington; Wiener Library, London; Yad Vashem, Jerusalem.
Anmerkungen:
In ihrer Struktur und inhaltlichen Tiefe weicht die Kartei der „Sachdokumente“ der Sammlungsgruppe 1 Inhaftierung und Verfolgung von konventionellen archivischen Findmitteln ab. Daher bedarf es an dieser Stelle einer ausführlichen Erklärung:
- Generell wird bei nicht vorhandenen Angaben der Vermerk „nicht angeführt“ eingetragen.
- Signatur: Bildnummer der Karte innerhalb der Kartei.
- Altsignatur1: Gibt die Kartonnummer der referenzierten Verzeichnungseinheit an, z. B. „Buchenwald 66“.
- Altsignatur2: Nennt die Bezeichnung des Historischen Ordners (Zahlen mit ggf. einem ohne Leerzeichen folgenden Zusatz eines kleinen Buchstabens) bzw. des Informationsordners (Zahlen, wie bei den Historischen Ordnern, denen ein „I“ ohne Leerzeichen vorangestellt ist) mit der Seitenzahl. Die Seiten werden immer in Folio angegeben. Dies ist die maßgebliche Referenz zur Ermittlung des Dokuments. Wird innerhalb von Enthält-Vermerken auf die Ordnerangaben hingewiesen, geschieht dies nach diesem Muster.
- Titel: Gibt den Betreff eines Dokuments wieder. Ist dieser nicht aussagekräftig genug oder ist keiner vorhanden, steht im Klammerzusatz ein durch den Bearbeiter neu gebildeter Titel. Sofern kein neuer Titel gebildet wurde, wird auf den Inhalt des Textfeldes verwiesen.
- Laufzeit: Die Laufzeit ist tag- oder monatsgenau angegeben. Ist das Datum unbekannt, ist der Wert „20. Jahrhundert“ gesetzt.
- Ersteller/ Provenienz: Benennung des Absenders eines Schriftstücks.
- Enthält-Vermerk:
o Adressat: Nennung der Stellen, denen die Dokumente zugestellt wurden.
o Anlage: Gibt Information darüber, ob das Dokument ursprünglich über Anlagen verfügte und welche Anzahl diese hatten.
o Textfeld: Gibt kurz und prägnant eine erschöpfende Inhaltsangabe des Dokuments und kann auf mehrere Karten aufgeteilt sein.
Z.T. sind hier neben dem Sprachen-Feld auch Informationen zu angefertigten Übersetzungen enthalten.
- Verwandte Materialien: Nennung von Aktenzeichen bzw. zeitgenössischen Referenzen auf verwandte Dokumente. Diese müssen sich nicht in den Beständen des ITS befinden.
Physische Beschaffenheit und technische Anforderungen: Mit dem Präfix „Art:“ ist das physische Charakteristikum des Dokuments, z.B. Original oder Fotokopie, beschrieben.
Informationen des Bearbeiters:
Grundlage für die Verzeichnung bildeten die „Erfassung der Historischen bzw. allgemeinen Dokumente“ vom März 1970 im Allgemeinen sowie im Speziellen die „Richtlinien für Dokumentenauswertung“, welche Beispielerfassungen enthält. Die Erfassung, die in ihrer Ausführlichkeit von Dokumenten- bis hin zur Konvoluten-Erschließung reicht, orientiert sich an den 1969 von dem damaligen ITS-Direktor Nicolas Burckhardt festgelegten Prioritäten, die sich aus dem Mandat des ITS ableiten ließen. Die Erfassungsanweisung verweist auf das Beispiel, dass Dokumente zur „Schutzhaft“ und zu den Konzentrationslagern von hoher Bedeutung sind. Dokumente zur „Euthanasie“ wurden zum Zeitpunkt der Erschließung als weniger wichtig angesehen. Bei letzteren Themen wurde eine summarische Verzeichnung vorgenommen.
Im Laufe der Erschließungsarbeiten wurden die Informationen nicht einheitlich in die Felder der Karteikarten eingetragen, was heute eine Vielzahl unterschiedlich strukturierter Inhalte auf den Karten zur Folge hat.
Ursprünglich wurde bei der Kartei mit zahlreichen Abkürzungen gearbeitet, welche zum großen Teil während der Retrokonversion aufgelöst wurden.
Die historischen bzw. die Sachdokumente sollten für die internen und externen Benutzer zugänglich gemacht werden. Aufgrund der Pertinenzordnung der Sammlung erforderte dies bei der Erschließung eine andere Herangehensweise als normalerweise in einem Archiv üblich.
Die genannten Richtlinien können auf Anfrage beim International Tracing Service in Bad Arolsen eingesehen werden.
Im Rahmen der Veröffentlichung im Web wurden die Erschließungsgrundsätze weitestgehend an ISAD (G) angeglichen.
Die Veröffentlichung dieser Findkartei erfolgte 2016 mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Informationen zur Bearbeitung:
Die historischen bzw. allgemeinen Dokumente des International Tracing Service wurden von Mitarbeitern der Historischen Abteilung (1970-1978) und der Abteilung Sachdokumente (1979-1982) erschlossen. Die notwendigen Arbeiten im Vorfeld der Veröffentlichung im Web wurden zwischen 2013 und 2016 von dem Referat Archivische Erschließung in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister durchgeführt.
Im Rahmen dieser Arbeiten wurden schutzwürdige personenbezogene Angaben anonymisiert. Sollten trotz der dabei angewandten Sorgfalt Informationen übersehen worden sein bittet der ITS um Mitteilung damit dies noch nachträglich geändert werden kann.
1970 - 1982
International Tracing Service (ITS)
International Tracing Service (ITS), Arbeitsgruppe Sachregister (Working group Subject File)
640 Ordner
Art: Originale, Kopien
Bestand
Kartei der „Sachdokumente“:Deutsch/ Latein Referenzierte Quellen in der Kartei der „Sachdokumente“:Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Russisch, Tschechisch/ Hebräisch, Kyrillisch, Latein
Innerhalb des ITS: DE ITS 1 Inhaftierung und Verfolgung
Sowohl die Kartei der „Sachdokumente“ als auch die in ihr referenzierten Archivalien sind retrokonvertiert bzw. vollständig digitalisiert, aber aus konservatorischen Gründen grundsätzlich nur in digitaler Form einsehbar.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.