Klage des Konrad Schneider aus Hohenstein gegen Hans Maul von Unterartelshofen wegen Körperverletzung und Beleidigung
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E 49/II Nr. 1253
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
28.06.1784 - 31.08.1785
Enthält:
1784 Juni 29: Schreiben des Johann Conrad Gröschel aus Artelshofen an die Fideikommissadministration in Nürnberg:
Anbei die Unterlagen zur Klage des Conrad Schneider aus Hohenstein gegen den hiesigen Untertanen Hans Maul.
Anderer Fall:
Der Maurer (Jakob) Pickel erscheint trotz Aufforderung durch den Amtsknecht nicht zur Schloss-Arbeit. Mal hat er keine Zeit, mal will er mit der Herrschaft reden usf.
Dabei:
1784 Juni 28: Protokoll, Artelshofen.
Am 25. d.M. war es auf der hiesigen Pflanz-Reuth zu einer Kontroverse zwischen dem Hohensteinischen Untertanen und Büttnermeister Conrad Schneider und dem hiesigen Untertanen Hans Maul gekommen. Beide wollten ihre Pflanzen an zwei kaufinteressierte Frauen veräußern. Der Streit entbrannte, weil - so Maul - Schneider ihm die Käuferinnen abspenstig gemacht hatte. Kläger hingegen behauptet, von Maul mehrfach geohrfeigt und beleidigt worden zu sein. Dafür habe er Zeugen.
Dabei:
1784 Juni 29: Protokoll, Artelshofen.
Aussage des hiesigen Untertanen und Schneidermeisters Johann Reges, sowie Aussage des Erhard Windisch aus Oberartelshofen. Beide stimmen darin überein, dass sie gesehen haben, wie Schneider davongelaufen, und Maul ihm noch ein Stück nachgegangen sei. Von Schlägen oder Beleidigungen ist ihnen nichts bekannt.
1784 Dezember 5: PS des Gröschel an Herrn (Ulrich Nikolaus) Volland in Nürnberg.
Die Sache des Maul wurde von Herrn Kriegsrat (Johann Sigmund) Haller dahingehend entschieden, dass Maul 1 Gulden Strafe zahlen musste, welche aber auf sein Bitten auf 45 Kreuzer reduziert wurden. Diese hat er bezahlt.
1785 August 31: Schreiben (Konzept) des J. S. Haller, Nürnberg, an Jobst Wilhelm von Furtenbach in Lauf, qua Pfleger in Hohenstein.
Die beiden Fideikommissuntertanen Johann Konrad Eichenmüller und Georg Schramm zu Oberartelshofen verlangen seit geraumer Zeit, von Konrad Schneider in Hohenstein Geld für diesem verkaufte Pflanzen zu bekommen - leider bislang ohne Ergebnis.
Schneider weigert sich, weil er in der Sache mit Hans Maul von Unterartelshofen keine Satisfaktion erhalten hatte. Nun ist Maul aber tatsächlich bestraft worden, Schneider kann froh sein, dass man ihn wegen seiner Schmutzkonkurrenz nicht belangt hat.
1784 Juni 29: Schreiben des Johann Conrad Gröschel aus Artelshofen an die Fideikommissadministration in Nürnberg:
Anbei die Unterlagen zur Klage des Conrad Schneider aus Hohenstein gegen den hiesigen Untertanen Hans Maul.
Anderer Fall:
Der Maurer (Jakob) Pickel erscheint trotz Aufforderung durch den Amtsknecht nicht zur Schloss-Arbeit. Mal hat er keine Zeit, mal will er mit der Herrschaft reden usf.
Dabei:
1784 Juni 28: Protokoll, Artelshofen.
Am 25. d.M. war es auf der hiesigen Pflanz-Reuth zu einer Kontroverse zwischen dem Hohensteinischen Untertanen und Büttnermeister Conrad Schneider und dem hiesigen Untertanen Hans Maul gekommen. Beide wollten ihre Pflanzen an zwei kaufinteressierte Frauen veräußern. Der Streit entbrannte, weil - so Maul - Schneider ihm die Käuferinnen abspenstig gemacht hatte. Kläger hingegen behauptet, von Maul mehrfach geohrfeigt und beleidigt worden zu sein. Dafür habe er Zeugen.
Dabei:
1784 Juni 29: Protokoll, Artelshofen.
Aussage des hiesigen Untertanen und Schneidermeisters Johann Reges, sowie Aussage des Erhard Windisch aus Oberartelshofen. Beide stimmen darin überein, dass sie gesehen haben, wie Schneider davongelaufen, und Maul ihm noch ein Stück nachgegangen sei. Von Schlägen oder Beleidigungen ist ihnen nichts bekannt.
1784 Dezember 5: PS des Gröschel an Herrn (Ulrich Nikolaus) Volland in Nürnberg.
Die Sache des Maul wurde von Herrn Kriegsrat (Johann Sigmund) Haller dahingehend entschieden, dass Maul 1 Gulden Strafe zahlen musste, welche aber auf sein Bitten auf 45 Kreuzer reduziert wurden. Diese hat er bezahlt.
1785 August 31: Schreiben (Konzept) des J. S. Haller, Nürnberg, an Jobst Wilhelm von Furtenbach in Lauf, qua Pfleger in Hohenstein.
Die beiden Fideikommissuntertanen Johann Konrad Eichenmüller und Georg Schramm zu Oberartelshofen verlangen seit geraumer Zeit, von Konrad Schneider in Hohenstein Geld für diesem verkaufte Pflanzen zu bekommen - leider bislang ohne Ergebnis.
Schneider weigert sich, weil er in der Sache mit Hans Maul von Unterartelshofen keine Satisfaktion erhalten hatte. Nun ist Maul aber tatsächlich bestraft worden, Schneider kann froh sein, dass man ihn wegen seiner Schmutzkonkurrenz nicht belangt hat.
Archivale
Indexbegriff Person: Eichenmüller, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Furtenbach, Jobst Wilhelm von
Indexbegriff Person: Gröschel, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Haller, Johann Sigmund
Indexbegriff Person: Maul, Hans
Indexbegriff Person: Pickel, Jakob
Indexbegriff Person: Reges, Johann
Indexbegriff Person: Schneider, Konrad
Indexbegriff Person: Schramm, Georg
Indexbegriff Person: Volland, Ulrich Nikolaus
Indexbegriff Person: Windisch, Erhard
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Indexbegriff Person: Furtenbach, Jobst Wilhelm von
Indexbegriff Person: Gröschel, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Haller, Johann Sigmund
Indexbegriff Person: Maul, Hans
Indexbegriff Person: Pickel, Jakob
Indexbegriff Person: Reges, Johann
Indexbegriff Person: Schneider, Konrad
Indexbegriff Person: Schramm, Georg
Indexbegriff Person: Volland, Ulrich Nikolaus
Indexbegriff Person: Windisch, Erhard
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Artelshofen - Oberes Dorf
Artelshofen - Unteres Dorf
Artelshofen, Pflanzreut
Hohenstein
Lauf
Verwalter Artelshofen
Hieronymus Wilhelm Ebner'sche Fideikommiss-Administration
Untertan
Büttnermeister
Flurname
Pflanzenverkauf
Streit
Körperverletzung
Beleidigung
Konkurrenz
Zeugen
Protokoll
Schneidermeister
Strafe
Entscheidung
Pfleger, Hohenstein
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.06.2025, 1:00 PM CEST
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