Bitte um Unterstützung in einem Rechtsstreit am Gericht zu Bergheim wegen eines Wegs
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GerKer, 1105
GerKer Schöffengericht Kerpen
Schöffengericht Kerpen >> 7 Prozesse anderer Gerichte >> 7.2 Sonstige
1686 September 11
Enthält: Gerhard Simons aus Esch im Amt Kaster wendet sich Rechtshilfe suchend an einen Notar. Ein Mann aus dem benachbarten Angelsdorf hatte ihn in einer Wegebausache ("wegen reparation eines mir zu unrecht ufftringenden Wegß") in einen Rechtsstreit am Gericht Bergheim, in dessen Gerichtsbezirk der umstrittene Weg lag, gezogen, den er verlor. Daraufhin hatte der Mann im Namen der ganzen Gemeinde Angelsdorf an das Obergericht in Düren appelliert. Simon sucht nun nach einem Argument, um den Appellationsprozess zu gewinnen. Im war zu Ohren gekommen, dass die Angelsdorfer insgesamt von dem Prozess gar keine Kenntnis hatten. Dies sollte der Notar durch eine Vernehmung in Gegenwart von zwei Zeugen herausfinden. Er sollte befragen, 1. ob sie gemeinsam, durch Glockenschlag zusammengerufen - wie es üblich war, einen solchen Prozess beschlossen hätten und ihnen befohlen worden wäre, gegen ihn auszusagen - wenn ja, 2. ob sie auch bereit wären, sich an den Kosten zu beteiligen. Diese Vernehmung sollte der Notar protokollieren und ihm die Aufzeichnungen aushändigen. Bei der Vernehmung streitet die Mehrzahl ihre Kenntnis von einem Prozess ab (einige schicken ihre Hausfrauen vor, denen sie aber nichts von einem solchen Beschluss erzählt hatten). Einige geben zu, dass ein Prozess beschlossen worden war. Einig sind sich die Nachbarn aber darin, dass jeder sich, was immer in der Sache folge, solidarisch und loyal zur Gemeinde verhalten werde ("wolle eß in allem mit seinen Nachbarn halten"). (Namen: Hilger Kautz Frau, Jacob Krichel, Wilhelm Kochs, Theiß Müller, Johannes Brucks, Wilhelm Halfe, Hans Georg Vaßem, Quirin Schlomer, Reinahrd Groeß, Quirin Bendt, Werner Müller, Hillbrandt Gravens Frau, Wilhelm Bertrams, Dham Lexus, Peter Krebs, Nelles Feilenmecher, Offermann Wilhelm Paar, Werner Zimmermanns Frau, Mewiß Groß, Servas Kutz).
Schriftstücke: 2
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
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09.01.2026, 11:28 MEZ