Curatorium Huck ./. Modersohn
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B-Vormund, 1
B-Vormund Vormundschaften (Causae pupillares)
Vormundschaften (Causae pupillares) >> 1601-1700
1606
Enthält: Die Eheleute Herbert Modersohn und Bilia Huck in Münster hatten einen Sohn Henrich. Nach dem Tode der Mutter heiratete der Vater wieder und schichtete mit dem Sohn. Vormünder des Sohnes bei der Schichtung waren von Rats wegen der + Bernt Meyer und der + Herman Herdinck und von Vaters Seite dessen Bruder Johan Modersohn senior. Henrich Modersohn ging 1599 nach Breda, trat in niederländischen Kriegsdienst und fiel im Juli 1600 in der großen Schlacht in Flandern. Da sein Vater gestorben war, wurden seine Erben die Geschwister seiner Mutter, nämlich Johan Huck in Werne und Anna Huck, Witwe Georg Niess in Dortmund auf dem Ostenhellweg. Johan Huck starb am 3. Mai 1601. Seine Kinder sind Maria, Bertold und Georg; Maria ist verheiratet mit dem Lizentiaten Philipp Münsterman in Werne, welcher zusammen mit dem Kemner Henrich Becker in Werne auch Vormund über Bertold und Georg ist. Münsterman und Becker, sowie die Witwe Georg Niess, welche durch ihren Sohn Lambert Niess in Dortmund vertreten wird, wenden sich im uni 1606 an den Rat in Münster und klagen gegen Johan Modersohn auf Rechnungslegung und Herausgabe des Vermögens des Henrich Modersohn. Dieser wendet ein: Henrich Modersohn habe noch mehrere Vormünder gehabt, zunächst Herman Huck, nach dessen Tode Hans Huck - beide in Dortmund und Brüder seiner Mutter - endlich Hans Ewinghaus, der noch jetzt in Dortmund lebe; diese hätten das Vermögen verwaltet; zudem habe Henrich Modersohn sein Vermögen teils aufgezehrt, teils seinem Vater zur Bezahlung von Schulden überlassen. Die Kläger entgegnen: Die beiden Hucks und Ewinghaus seien nur Bevollmächtigte des Beklagten gewesen. Der Beklagte stirbt Ende 1606 oder Anfang 1607; sein Erbe ist sein Schwiegersohn Jakob Modersohn; nach dessen Tod 1625 tritt dessen Witwe in den Rechtsstreit ein. Die Eltern von Sibilla (Bilia), Johan und Anna Huck waren Georg Huck und Barbara N.; der Vater des Beklagten war Hinrich Modersohn. An der Erbschaft der Frau Lambert Bockholt in Dortmund, einer Verwandten der Hucks, soll Henrich Modersohn beteiligt gewesen sein. Kaspar Degginck, Richter, und Godfrid Brugman, Gerichtsschreiber in Dortmund, vernehmen 1617 die Dortmunder Bürger Dietrich Blencken und Martin Brinckman über die Verwandtschaft der Witwe Niess. Ein Bescheid des Rats in Münster vom 2. 5. 1616 ist unterschrieben von Dr. Bernhard von der Bosch. Dietrich Rumpsthoff, Richter in Lünen, kauft 1591 Land bei Hörde, das dem Henrich Modersohn gehört. Erwähnt werden Aus Münster: Bernard Loman; Mathias von Münster, verheiratet mit der Witwe Herbert Modersohn, geb. Marg. Eickholt (?); die Notare Bernard Witfelt und Johan Elverfelt; Henrich Niland 1610; die Notare Jakob zum Busche und Boldewin Kerckering 1618; Johan Mittrup 1618; Wennemar Schumacher, Dortmundscher Bote; Rotger zur Wellen 1621; Georg Höter 1621; Notar Johan Biesten 1625; Johan Letmate 1625; Gerhard Kerkering 1609; Henrich Beer 1609; Aus Werne: Stadtsekretär Johan Brockman; Melchior Textorius, Notar und Gerichtsschreiber; Aus Dortmund: Johan Dorper 1595; Henrikus Heidtmanns, Notar; Robert Cracht 1616; Henrich Konnig 1616; Dr. jur. Dietherich Weynck 1618; Thonis Thammesfeldt, Stadtdiener.
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 11:32 MEZ