Staatliches Nebenarchiv Mergentheim (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, E 62 b
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Ober- und Mittelbehörden 1806-um 1945 >> Geschäftsbereich Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten und Staatsministerium
1809-1869
Überlieferungsgeschichte
Nach dem Übergang Mergentheims an Württemberg 1810 wurde dort ein Staatliches Nebenarchiv errichtet, das nicht nur das Hauptarchiv des Deutschen Ordens, sondern auch nicht-deutschordische Bestände aufnahm. 1868 wurde es als erstes der drei Staatlichen Nebenarchive in das Schloß Ludwigsburg verlegt; es bildete so die Keimzelle des Staats(filial)archivs Ludwigsburg.
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält v.a. Diarien (ab 1840) und Kanzleiakten.
Vorbemerkung: Die im Folgenden verzeichneten Bände und Akten waren bislang im Bestand E 62, Staatsarchiv Ludwigsburg, enthalten und mit diesem provisorisch von K. O. Müller verzeichnet. Bei den Vorarbeiten für die Ordnung und Verzeichnung dieses Bestandes zeigte sich, dass die Vorakten der 1869 in das Staatsfilialarchiv Ludwigsburg überführten Staatlichen Nebenarchive leicht aus dem Hauptbestand herauszulösen waren. In Analogie zu dem schon 1954 gebildeten Bestand E 62 a, Staatliches Nebenarchiv Ellwangen, wurden daher die Bestände E 62 b, Staatliches Nebenarchiv Mergentheim und E 62 c, Staatliches Nebenarchiv Stuttgart- Heilbronn, gebildet. Das Staatliche Nebenarchiv Mergentheim hat eine bedeutende Tradition, war es doch die Nachfolgebehörde des Hauptarchivs des Deutschen Ordens in der Residenz des Hoch- und Deutschmeisters. Bereits 1568 wurde für dieses Archiv beim Umbau des Schlosses Mergentheim ein eigenes feuerfestes Archivgebäude errichtet und 1774-1800 bedeutend erweitert. Nachdem Napoleon durch Dekret vom 24.04.1809 die Auflösung des Deutschen Ordens in den Rheinbundstaaten verfügt und den Fürsten von Baden, Bayern und Württemberg die nach den schon 1805 erfolgten Besetzungen von Ordensgebieten noch verbliebene Ordenbesitzungen zugesprochen hatte, fiel Mergentheim mit dem Hauptarchiv des Ordens und dem Schriftgut seiner Zentralbehörden an das Königreich Württemberg. Das Archiv blieb an Ort und Stelle, wurde zum Staatlichen Nebenarchiv gemacht und ab 1813 von dem früheren Deutschordenssekretär Paul Anton Breitenbach betreut. 1812/1815 trat zur Regelung der durch die Auflösung des Deutschen Ordens entstandenen Probleme der Mergentheimer Kongress (vgl. Bestand B 242) zusammen, bei dem man sich hinsichtlich der Archivbestände dahingehend einigte, dass dem in Österreich - mit Zentralsitz in Wien - fortbestehenden Orden alle Archivalien zugesprochen wurden, die nicht die Besitzungen des Deutschen Ordens in den Nachfolgestaaten sowie die Generalia des Meistertums, der Ballei Franken und Elsaß-Burgland in weltlichen Angelegenheiten betrafen: Nämlich alles Personalia betr. die Ordensritter, Unterlagen über die innere Ordnung und Organisation, sowie die Tätigkeit und Zielsetzung des Ordens. Die Nachfolgestaaten erhielten nach dem Grundsatz der Lokalpertinenz die ihre neuen Besitzungen betr. Archivalien. In Mergentheim verblieben zusätzlich zu dem dadurch Württemberg zugesprochenen Archivgut die nicht aufteilbaren Generalia. Damit wurde, entgegen dem 1809 erstellten Gutachten des damaligen Ordensarchivars Polzer das Deutschordenarchiv ohne Rücksicht auf seine Provenienzen völlig auseinandergerissen. Die dem fortbestehenden Deutschen Orden und anderen Nachfolgestaaten zugesprochenen Archivalien wurden im Laufe des 19. Jh., zuletzt noch 1907/1908aus Mergentheim bzw. den Staatsarchiven in Stuttgart und Ludwigsburg an die zuständigen Archive abgegeben. Der verbleibende württembergische Anteil ist heute im Staatsarchiv Ludwigsburg konzentriert: rund 550 lfd. m Akten und Bände sowie knapp 2000 Pergamenturkunden in den Beständen B 231 - B 342 g. Nur die Akten der Ballei Elsaß-Burgund (B 343 - B 350) befinden sich im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Das Nebenarchiv Mergentheim hatte neben den Ordensarchivalien nach 1813 eine größere Anzahl anderer neuwürttembergischer Archivbestände (Stift Comburg, Kloster Schöntal, Ritterkantone Odenwald und Kraichgau usw.) aufzunehmen. Bis 1834 wurde es von Paul Anton Breitenbach, danach von seinem Neffen Anton Breitenbach verwaltet, der 1825 als Assistent eintrat und 1868 verstarb (Personalakte siehe Büschel 74). 1868/1869 wurde das Nebenarchiv Mergentheim mit allen Beständen in das Schloss Ludwigsburg verlegt und zum Staatsfilialarchiv Ludwigsburg erhoben, das 1869 auch die Bestände der bisherigen Nebenarchive Heilbronn und Ellwangen aufnahm. Das Nebenarchiv Mergentheim ist daher als die eigentliche Keimzelle des Staatsarchivs Ludwigsburg anzusehen, das seine kontinuierliche Tradition zu Recht auf das ehemalige Hauptarchiv des Deutschen Ordens zurückzuführen kann, obwohl inzwischen die räumlichen und sachlichen Kompetenzen erhebliche Ausweitungen erfahren haben. Die Ordnung des vorliegenden Repertoriums folgt der vorgefundenen Bestandsordnung. Geschäftstagebücher (Bände 1-8) sind nur für die Jahre 1840-1868 vorhanden; die im laufenden Geschäftsverkehr erwachsenen und nach Serienprinzip abgelegten Dienstakten ("Kanzleiakten") des Archivs sind als Bü 10-67 angeschlossen, sie werden durch das alphabetische Register für die Jahre 1811-1858 (Bü 9) erschlossen. neben den Kanzleiakten wurden Sachaktenansätze (Bü 68-73, 77-84) vorgefunden und bei der Neuverzeichnung belassen; die Bü 74-76 enthalten die Personalakten von Anton Breitenbach und der Archivdiener Keller und Fuchs. Die Titelaufnahmen wurden 1977 von dem Archivangestellten Erwin Biemann gefertigt, die Abschlussarbeiten sowie die Vorbemerkung besorgte der Unterzeichnete. Der Bestand E 62 b umfasst 84 Bände und Büschel = 1,6 lfd.m. Ludwigsburg, November 1977 Dr. Schmierer Literatur: Gesamtübersicht über die Bestände der Staatlichen Archive Württembergs in planmäßiger Einteilung. Bearbeitung von K. O. Müller (Heft 2 der Veröffentlichungen der württembergischen Archivverwaltung), Stuttgart 1937, S. 12. Übersicht über die Bestände des Hauptarchivs Stuttgart - Neuwürttembergische Herrschaften vor 1803 bzw. 1806-1810 (B-Bestände) usw. Bearbeitung von Margarete Bull-Reichenmiller (Band 34 der Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung B.-W.), Stuttgart 1976, S. 15 ff.
Nach dem Übergang Mergentheims an Württemberg 1810 wurde dort ein Staatliches Nebenarchiv errichtet, das nicht nur das Hauptarchiv des Deutschen Ordens, sondern auch nicht-deutschordische Bestände aufnahm. 1868 wurde es als erstes der drei Staatlichen Nebenarchive in das Schloß Ludwigsburg verlegt; es bildete so die Keimzelle des Staats(filial)archivs Ludwigsburg.
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält v.a. Diarien (ab 1840) und Kanzleiakten.
Vorbemerkung: Die im Folgenden verzeichneten Bände und Akten waren bislang im Bestand E 62, Staatsarchiv Ludwigsburg, enthalten und mit diesem provisorisch von K. O. Müller verzeichnet. Bei den Vorarbeiten für die Ordnung und Verzeichnung dieses Bestandes zeigte sich, dass die Vorakten der 1869 in das Staatsfilialarchiv Ludwigsburg überführten Staatlichen Nebenarchive leicht aus dem Hauptbestand herauszulösen waren. In Analogie zu dem schon 1954 gebildeten Bestand E 62 a, Staatliches Nebenarchiv Ellwangen, wurden daher die Bestände E 62 b, Staatliches Nebenarchiv Mergentheim und E 62 c, Staatliches Nebenarchiv Stuttgart- Heilbronn, gebildet. Das Staatliche Nebenarchiv Mergentheim hat eine bedeutende Tradition, war es doch die Nachfolgebehörde des Hauptarchivs des Deutschen Ordens in der Residenz des Hoch- und Deutschmeisters. Bereits 1568 wurde für dieses Archiv beim Umbau des Schlosses Mergentheim ein eigenes feuerfestes Archivgebäude errichtet und 1774-1800 bedeutend erweitert. Nachdem Napoleon durch Dekret vom 24.04.1809 die Auflösung des Deutschen Ordens in den Rheinbundstaaten verfügt und den Fürsten von Baden, Bayern und Württemberg die nach den schon 1805 erfolgten Besetzungen von Ordensgebieten noch verbliebene Ordenbesitzungen zugesprochen hatte, fiel Mergentheim mit dem Hauptarchiv des Ordens und dem Schriftgut seiner Zentralbehörden an das Königreich Württemberg. Das Archiv blieb an Ort und Stelle, wurde zum Staatlichen Nebenarchiv gemacht und ab 1813 von dem früheren Deutschordenssekretär Paul Anton Breitenbach betreut. 1812/1815 trat zur Regelung der durch die Auflösung des Deutschen Ordens entstandenen Probleme der Mergentheimer Kongress (vgl. Bestand B 242) zusammen, bei dem man sich hinsichtlich der Archivbestände dahingehend einigte, dass dem in Österreich - mit Zentralsitz in Wien - fortbestehenden Orden alle Archivalien zugesprochen wurden, die nicht die Besitzungen des Deutschen Ordens in den Nachfolgestaaten sowie die Generalia des Meistertums, der Ballei Franken und Elsaß-Burgland in weltlichen Angelegenheiten betrafen: Nämlich alles Personalia betr. die Ordensritter, Unterlagen über die innere Ordnung und Organisation, sowie die Tätigkeit und Zielsetzung des Ordens. Die Nachfolgestaaten erhielten nach dem Grundsatz der Lokalpertinenz die ihre neuen Besitzungen betr. Archivalien. In Mergentheim verblieben zusätzlich zu dem dadurch Württemberg zugesprochenen Archivgut die nicht aufteilbaren Generalia. Damit wurde, entgegen dem 1809 erstellten Gutachten des damaligen Ordensarchivars Polzer das Deutschordenarchiv ohne Rücksicht auf seine Provenienzen völlig auseinandergerissen. Die dem fortbestehenden Deutschen Orden und anderen Nachfolgestaaten zugesprochenen Archivalien wurden im Laufe des 19. Jh., zuletzt noch 1907/1908aus Mergentheim bzw. den Staatsarchiven in Stuttgart und Ludwigsburg an die zuständigen Archive abgegeben. Der verbleibende württembergische Anteil ist heute im Staatsarchiv Ludwigsburg konzentriert: rund 550 lfd. m Akten und Bände sowie knapp 2000 Pergamenturkunden in den Beständen B 231 - B 342 g. Nur die Akten der Ballei Elsaß-Burgund (B 343 - B 350) befinden sich im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Das Nebenarchiv Mergentheim hatte neben den Ordensarchivalien nach 1813 eine größere Anzahl anderer neuwürttembergischer Archivbestände (Stift Comburg, Kloster Schöntal, Ritterkantone Odenwald und Kraichgau usw.) aufzunehmen. Bis 1834 wurde es von Paul Anton Breitenbach, danach von seinem Neffen Anton Breitenbach verwaltet, der 1825 als Assistent eintrat und 1868 verstarb (Personalakte siehe Büschel 74). 1868/1869 wurde das Nebenarchiv Mergentheim mit allen Beständen in das Schloss Ludwigsburg verlegt und zum Staatsfilialarchiv Ludwigsburg erhoben, das 1869 auch die Bestände der bisherigen Nebenarchive Heilbronn und Ellwangen aufnahm. Das Nebenarchiv Mergentheim ist daher als die eigentliche Keimzelle des Staatsarchivs Ludwigsburg anzusehen, das seine kontinuierliche Tradition zu Recht auf das ehemalige Hauptarchiv des Deutschen Ordens zurückzuführen kann, obwohl inzwischen die räumlichen und sachlichen Kompetenzen erhebliche Ausweitungen erfahren haben. Die Ordnung des vorliegenden Repertoriums folgt der vorgefundenen Bestandsordnung. Geschäftstagebücher (Bände 1-8) sind nur für die Jahre 1840-1868 vorhanden; die im laufenden Geschäftsverkehr erwachsenen und nach Serienprinzip abgelegten Dienstakten ("Kanzleiakten") des Archivs sind als Bü 10-67 angeschlossen, sie werden durch das alphabetische Register für die Jahre 1811-1858 (Bü 9) erschlossen. neben den Kanzleiakten wurden Sachaktenansätze (Bü 68-73, 77-84) vorgefunden und bei der Neuverzeichnung belassen; die Bü 74-76 enthalten die Personalakten von Anton Breitenbach und der Archivdiener Keller und Fuchs. Die Titelaufnahmen wurden 1977 von dem Archivangestellten Erwin Biemann gefertigt, die Abschlussarbeiten sowie die Vorbemerkung besorgte der Unterzeichnete. Der Bestand E 62 b umfasst 84 Bände und Büschel = 1,6 lfd.m. Ludwigsburg, November 1977 Dr. Schmierer Literatur: Gesamtübersicht über die Bestände der Staatlichen Archive Württembergs in planmäßiger Einteilung. Bearbeitung von K. O. Müller (Heft 2 der Veröffentlichungen der württembergischen Archivverwaltung), Stuttgart 1937, S. 12. Übersicht über die Bestände des Hauptarchivs Stuttgart - Neuwürttembergische Herrschaften vor 1803 bzw. 1806-1810 (B-Bestände) usw. Bearbeitung von Margarete Bull-Reichenmiller (Band 34 der Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung B.-W.), Stuttgart 1976, S. 15 ff.
89 Büschel (2,7 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 2:40 PM CET