E 10/N 159 Nachlass Hans Russ (Bestand)
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E 10/N 159
Stadtarchiv Tübingen (Archivtektonik) >> E: Fremdprovenienzen >> E 10: Kleinere Nachlässe
ca. 1930-1980
Form und Inhalt: Herr Hans Russ (geb. 20. 12. 1913 in Nürnberg), Im Schönblick 19, Tübingen, Tel. 64641, hat dem Stadtarchiv am 2. Oktober. 2007 geschenkweise ein Konvolut seiner Zeichnungen, teils Original, teils Drucke übergeben.
Es handelt sich überwiegend um Zeichnungen, die im 2. Weltkrieg 1943 in der Ukraine beim Vormarsch und Rückzug der Wehrmacht entstanden. Seine Einheit des 125. Infanterie-regiments, Standort Sigmaringen (?) wurde nicht in Stalingrad eingekesselt, sondern nach Sü-den abgedrängt. Nach einer abenteuerlichen Flucht über Rumänien fand er in Frankreich An-schluss an andere deutsche Truppenteile und geriet dort in Kriegsgefangenschaft der Ameri-kaner. Ein Teil der Blätter zeigt ein PW-Lager (Prisoner of War) bei Rouen bzw.
Valencienne. Neben deutschen Kameraden sind auch Amerikaner porträtiert, eine Ansicht zeigt eine amerikanische Reparaturwerkstätte für Pkw.
In Anschluss an seine Freilassung kam er nach Tübingen. Nach einer Anstellung in der
Druckerei Laupp (1946) hat er sich als Werbegrafiker selbstständig gemacht. Das Büro befand sich anfangs in der Schwärzlocher Straße. Zu den Kunden zählten u. a. Essig-Schweickhardt, der Metz-Verlag, die Konzertagentur Reder. Ein kleiner Umschlag enthält: Plakate oder Ent-würfe für Kompositionsabend Georg Krietsch mit Gertrud Seifert als Sopran am 21. Novem-ber 1946 im Museum, „Die Fledermaus“ von Johann Strauß o. D., Chopin (Klavierabend?) o. D., „La Traviata“ von Puccini o. D.
Im Oktober 2007 übergab Herr Russ geschenkweise weitere Entwürfe bzw. Drucke seiner Werbegrafiken, u. a. für die Firmen Gautier und Wackenhut sowie drei Zeugnisse aus seiner beruflichen Laufbahn: Besuch der Meisterklasse für das Buchgewerbe an der städtischen Be-rufsoberschule in Nürnberg (1933/34), Besuch der gewerblichen Fachschule Augsburg (1937-1939).
Überformate und Plakate aus der Aktenabgabe werden dem Bestand D 21/49 zugeordnet.
Reproduktionen von Plakaten, die Hans Russ für die Gemeinde St. Paulus in den Jahren 1980 bis 1997 entworfen hat, wurden eingescannt (siehe Fotosammlung 377-000 Pauluskirche).
Der Bestand ist noch ungeordnet und unverzeichnet. Die Entwürfe, Werbegrafiken, Prospekte, Zeichnungen, persönlichen Dokumente sowie der Entwurf für die Ehrenbürgerurkunden der Stadt Tübingen befinden sich in Zeichenmappen.
Es handelt sich überwiegend um Zeichnungen, die im 2. Weltkrieg 1943 in der Ukraine beim Vormarsch und Rückzug der Wehrmacht entstanden. Seine Einheit des 125. Infanterie-regiments, Standort Sigmaringen (?) wurde nicht in Stalingrad eingekesselt, sondern nach Sü-den abgedrängt. Nach einer abenteuerlichen Flucht über Rumänien fand er in Frankreich An-schluss an andere deutsche Truppenteile und geriet dort in Kriegsgefangenschaft der Ameri-kaner. Ein Teil der Blätter zeigt ein PW-Lager (Prisoner of War) bei Rouen bzw.
Valencienne. Neben deutschen Kameraden sind auch Amerikaner porträtiert, eine Ansicht zeigt eine amerikanische Reparaturwerkstätte für Pkw.
In Anschluss an seine Freilassung kam er nach Tübingen. Nach einer Anstellung in der
Druckerei Laupp (1946) hat er sich als Werbegrafiker selbstständig gemacht. Das Büro befand sich anfangs in der Schwärzlocher Straße. Zu den Kunden zählten u. a. Essig-Schweickhardt, der Metz-Verlag, die Konzertagentur Reder. Ein kleiner Umschlag enthält: Plakate oder Ent-würfe für Kompositionsabend Georg Krietsch mit Gertrud Seifert als Sopran am 21. Novem-ber 1946 im Museum, „Die Fledermaus“ von Johann Strauß o. D., Chopin (Klavierabend?) o. D., „La Traviata“ von Puccini o. D.
Im Oktober 2007 übergab Herr Russ geschenkweise weitere Entwürfe bzw. Drucke seiner Werbegrafiken, u. a. für die Firmen Gautier und Wackenhut sowie drei Zeugnisse aus seiner beruflichen Laufbahn: Besuch der Meisterklasse für das Buchgewerbe an der städtischen Be-rufsoberschule in Nürnberg (1933/34), Besuch der gewerblichen Fachschule Augsburg (1937-1939).
Überformate und Plakate aus der Aktenabgabe werden dem Bestand D 21/49 zugeordnet.
Reproduktionen von Plakaten, die Hans Russ für die Gemeinde St. Paulus in den Jahren 1980 bis 1997 entworfen hat, wurden eingescannt (siehe Fotosammlung 377-000 Pauluskirche).
Der Bestand ist noch ungeordnet und unverzeichnet. Die Entwürfe, Werbegrafiken, Prospekte, Zeichnungen, persönlichen Dokumente sowie der Entwurf für die Ehrenbürgerurkunden der Stadt Tübingen befinden sich in Zeichenmappen.
Russ, Hans
0,8 lfd. m
Bestand
Russ, Hans
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.04.2025, 8:21 AM CEST