Nachlass Alfred Neukamp (Bestand)
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Stadt Minden WN 2 Nachlass Alfred Neukamp
Kommunalarchiv Minden (Archivtektonik)
Form und Inhalt: Der Nachlass von Alfred Neukamp wurde am 5. März 2004 von seiner Witwe Annemarie Neukamp geb. Sitt abgegeben (Tgb.-Nr. 315/2004, Az. E4).
Alfred Neukamp wurde 1905 als Sohn eines jüdischen Vaters und einer protestantischen Mutter geboren. Alfred Neukamp besuchte das Altsprachliche Gymnasium in Minden (heute Ratsgymnasium) und machte dort 1923 Abitur. Danach absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung in einer Mindener Firma. Ab 1933 war er bei der Getreidhandlung Voss in Minden angestellt, 1938 wurde er dort entlassen. Vom Arbeitsamt wurde ihm eine Arbeit im Steinbruch in Kleinenbremen zugewiesen, wo er für die Firma Kuhlmann arbeitete. Nach Kriegsbeginn war er dort mit Büroarbeiten beschäftigt. Später war er in Minden tätig, wo er für dieselbe Firma im Hafen die Erzverladungen koordinierte. Am 31. Juli 1942 sollte er nach Theresienstadt deportiert werden, wurde aber aufgrund eines Reklamationsantrags seines Arbeitgebers vom Transport befreit. Eine zweite Intervention des Arbeitgebers blieb aber erfolglos, so dass er ab Juni 1943 an einem "geschlossenen Arbeitseinsatz für Juden" teilnehmen musste, wo er Gleisbauarbeiten für die Firma Nebelung in Bielefeld durchführte. Bis 1944 lebte er in einem "Umschulungslager" in der Schildeschen Straße in Bielefeld, danach wurde er ins Lager Störmede verschleppt, danach nach Willingen im Sauerland. Von dort aus setzte er sich zu seiner Schwester Else ab, die ins Lager Elben deportiert worden war.
Alfred Neukamp war aktives Mitglied im Turnverein Jahn, wovon zahlreiche Bilder in den Fotoalben zeugen. Er verließ den Turnverein, bevor der sog. Arierparagraf wirksam wurde.
Nach dem Krieg kehrte Alfred Neukamp nach Minden zurück, wo er 1995 starb.
Literatur:
Interview mit Alfred Neukamp. Minden, den 4.3.1985. In: Joachim Meynert / Gudrun Mitschke: Die letzten Augenzeugen zu hören. Interviews mit antisemitsch Verfolgten aus Ostwestfalen. Bielefeld 1998. (Quellen zur Regionalgeschichte 3). S. 143-149.
Quelle:
Kommunalarchiv Minden, KMiLü 50, Amt für Wiedergutmachung, Nr. 211.
Alfred Neukamp wurde 1905 als Sohn eines jüdischen Vaters und einer protestantischen Mutter geboren. Alfred Neukamp besuchte das Altsprachliche Gymnasium in Minden (heute Ratsgymnasium) und machte dort 1923 Abitur. Danach absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung in einer Mindener Firma. Ab 1933 war er bei der Getreidhandlung Voss in Minden angestellt, 1938 wurde er dort entlassen. Vom Arbeitsamt wurde ihm eine Arbeit im Steinbruch in Kleinenbremen zugewiesen, wo er für die Firma Kuhlmann arbeitete. Nach Kriegsbeginn war er dort mit Büroarbeiten beschäftigt. Später war er in Minden tätig, wo er für dieselbe Firma im Hafen die Erzverladungen koordinierte. Am 31. Juli 1942 sollte er nach Theresienstadt deportiert werden, wurde aber aufgrund eines Reklamationsantrags seines Arbeitgebers vom Transport befreit. Eine zweite Intervention des Arbeitgebers blieb aber erfolglos, so dass er ab Juni 1943 an einem "geschlossenen Arbeitseinsatz für Juden" teilnehmen musste, wo er Gleisbauarbeiten für die Firma Nebelung in Bielefeld durchführte. Bis 1944 lebte er in einem "Umschulungslager" in der Schildeschen Straße in Bielefeld, danach wurde er ins Lager Störmede verschleppt, danach nach Willingen im Sauerland. Von dort aus setzte er sich zu seiner Schwester Else ab, die ins Lager Elben deportiert worden war.
Alfred Neukamp war aktives Mitglied im Turnverein Jahn, wovon zahlreiche Bilder in den Fotoalben zeugen. Er verließ den Turnverein, bevor der sog. Arierparagraf wirksam wurde.
Nach dem Krieg kehrte Alfred Neukamp nach Minden zurück, wo er 1995 starb.
Literatur:
Interview mit Alfred Neukamp. Minden, den 4.3.1985. In: Joachim Meynert / Gudrun Mitschke: Die letzten Augenzeugen zu hören. Interviews mit antisemitsch Verfolgten aus Ostwestfalen. Bielefeld 1998. (Quellen zur Regionalgeschichte 3). S. 143-149.
Quelle:
Kommunalarchiv Minden, KMiLü 50, Amt für Wiedergutmachung, Nr. 211.
Annemarie (Hanne) Neukamp geb. Sitt, Salierstr. 12, Minden (Tgb.-Nr. 315/2004, Az. E4)
Alfred Neukamp, Minden
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ