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Freiherren von Hirschberg Amtsbücher und Akten (Bestand)
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Staatsarchiv Amberg (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Staatsarchivs Amberg >> IV. Nichtstaatliches Archivgut >> B. Archive des Adels, adelige Standesherrschaft und Jurisdiktion >> 1. Adelsarchive
1525-1927
Vorwort: Die Freiherren von Hirschberg und ihre Besitzungen Die Familie von Hirschberg saß seit dem späten Mittelalter im Bereich des Fichtelgebirges. Im Lauf der Zeit gehörten der Familie zahlreiche Besitzungen: - Kern ihrer Besitzungen war die Herrschaft Ebnath (Lkr. Tirschenreuth), mit der die Herren von Hirschberg 1355 durch Pfalzgraf Ruprecht d.Ä. belehnt wurden und die über Jahrhunderte bei der Familie blieb. Im Jahr 1595 erfolgte eine Erbteilung in die zwei Sitze Ebnath und Schwarzenreuth, jedoch blieb die Gutsherrschaft Ebnath-Schwarzenreuth stets ein einheitlicher Komplex. Das Herrschaftsgericht umfasste im Jahr 1816 (vgl. Historischer Atlas Kemnath, S. 81ff.) die fünf Steuerdistrikte Ebnath (Ebnath, Grünlas, Hermannsreuth, Hölzlashof, Selingau, Haid, Witzlasreuth und Hackenberg – insgesamt 172 Familien), Schwarzenreuth (Kössein, Schwarzenreuth, Schurbach und Wäsch – insgesamt 34 Familien), Brand (Bärenlohe, Brand, Fuhrmannsreuth, Grünberg, Grünlasmühle und Ölbühl – insgesamt 74 Familien), Höll und Haid (Dreihäuser, Haid, Höll, Kreuzweiher, Langentheilen, Leimgruben – insgesamt 32 Familien) und Pilgramsreuth (Gibitzenhäusel, Jägerhäusel, Masch, Pilgramsreuth, Rothenfurth, Schindellohe und Zottenwies – insgesamt 32 Familien) mit insgesamt 344 Gerichtssassen (625 Familien/ca. 2700 Einwohner). In dem Gebiet waren zahlreiche Gewerbe und Betriebe ansässig. Das seit Anfang des 19. Jahrhunderts bestehende Herrschaftsgericht Ebnath wurde 1831 in ein Patrimonialgericht II. Klasse umgewandelt, später erfolgte die Überleitung an das Landgericht ä.O. Kemnath. - Höll und Haid (Gde. Pullenreuth, Lkr. Tirschenreuth) gehörte ab 1740 Heinrich Ernst Ludwig von Hirschberg auf Ebnath. 1816 trat es Franz Amadeus von Hirschberg wegen Schulden an seinen Schwager Joseph Maria von Hahn ab. - Kaibitz (Stadt Kemnath, Lkr. Tirschenreuth) gehörte ab 1728 den von Buseck und ab 1789 den von Lochner. Durch die Heirat des Karl Ernst von Hirschberg mit der Tochter des Christian Freiherr von Lochner im Jahr 1825 gelangte Kaibitz in den Besitz der Familie von Hirschberg. Im Jahr 1842 ging Kaibitz an die Familie von Künsberg. Gerichtsbarkeit wurde nur über den Ort Kaibitz ausgeübt, 1813 entstand ein Ortsgericht, im Jahr 1819 ein Patrimonialgericht II. Klasse. - Das Gut Landsässerei Oberbruck (Gde. Kulmain, Lkr. Tirschenreuth) wurde im 16. Jahrhundert in die Landsässereien Bruck im Weiher und Bruck am Turm geteilt. Die beiden rechtlich getrennten, aber faktisch meist zusammengehörigen Landsässereien waren lange Zeit im Besitz der Familie der Pfreimbder. 1744 gelangten sie an die von Pistorini, 1781 an Veit Christoph von Hirschberg. Mit Ausnahme von 2 Häusern in Eisersdorf befanden sich sämtliche Anwesen der beiden Landsässereien in Oberbruck. 1818 entstand das Patrimonialgericht II. Klasse Bruck am Turm und Weiher, 1840 wurde die gutsherrliche Gerichtsbarkeit eingezogen. - Riglasreuth (Gde. Neusorg, Lkr. Tirschenreuth) wurde 1780 durch Franz Berhnard von Hirschberg ersteigert. Es umfasste folgende Gerichtsorte: Haselbrunn, Neuweiher, Mengersreuth, Riglasreuth und Weihermühle. Im Jahr 1816 wurde ein Ortsgericht gebildet, 1818 ein Patrimonialgericht I. Klasse, das schon 1822 in eines II. Klasse umgewandelt wurde. Gerichtssitz war Ebnath, 1848 wurde die Gerichtsbarkeit eingezogen. - Theuern (Gde. Kümmersbruck, Lkr. Amberg-Sulzbach) wurde 1811 nach dem Tod des Franz Ludwig von Lochner durch Rittmeister Graf Hermann von Hirschberg erworben, ging aber bereits 1814 nach dessen Tod an die Familie von Mann. - Trautenberg (Gde. Krummennaab, Lkr. Tirschenreuth) gehörte von 1597 bis 1630 der Familie von der Grün, ab 1651 der Familie von Rabenstein. 1685 wurde es an Hans Christoph Gottfried von Hirschberg zu Ebnath verkauft. Es umfasste die Orte Bernstein, Eiglasdorf, Naabdemenreuth, Pleisdorf, Trautenberg, Wäldern und Wetzldorf. Im Jahr 1819 wurde für Trautenberg und Weihersberg ein Patrimonialgericht I. Klasse gebilligt, das 1833 in ein Patrimonialgericht II. Klasse umgewandelt wurde. 1845 verzichteten die Freiherren von Hirschberg auf die gutsherrliche Gerichtsbarkeit. - Die Hofmark Unterbruck (Gde. Kastl, Lkr. Tirschenreuth) bestand aus zwei Landsassengütern, die zur Unterscheidung teilweise auch Unterbruck und Oberbruck genannt wurden. Die Freiherren von Hirschberg waren von 1725 bis 1745 Besitzer der Güter. Sämtliche Anwesen der Landsässerei befanden sich in Unterbruck. - Weihersberg (Gde. Trabitz, Lkr. Neustadt a.d.Waldnaab) war ab 1563 im Besitz der Familie von der Grün. Um 1640 wurde es an die Familie von Hirschberg (Hans Wilhelm von Hirschberg) verkauft. Nachfolgende Besitzer waren unter anderem Johann Christoph Erdmann (1696), Veit Christoph Erdmann (1707), Johann Christoph Erdmann (1709), Heinrich Ernst Ludwig (1747), Georg Karl Adam (1748), Christine Eleonore (1762) für ihren Sohn Karl Heinrich (später großherzoglich würzburgischer Kämmerer und bayerischer Landesdirektionsrat in Würzburg). Weihersberger Gerichtsuntertanen lebten auch in Zessau. 1819 wurde – zusammen mit Trautenberg – ein Patrimonialgericht I. Klasse gebilligt. 1833 wurde es in ein Patrimonialgericht II. Klasse umgewandelt. - Das Landsassengut Wildenau, das die Orte Ober- und Unterwildenau (Gde. Luhe-Wildenau, Lkr. Neustadt a.d.Waldnaab) umfasste, entwickelte sich aus einem Hammergut. Besitzer seit 1808 war Franz Amand Freiherr von Hirschberg, der Wildenau von seinem Schwiegervater Anton Ignaz von Hann erworben hatte. 1821 wurde ein Patrimonialgericht II. Klasse errichtet, das 1848 dem Landgericht Vohenstrauß übertragen wurde. Bestandsgeschichte und archivische Bearbeitung Die Freiherren von Hirschberg überließen 1933 ihr im Schloss Weihersberg befindliches Archiv dem Staatsarchiv Amberg (Zugang: 7/1933 vom 18.10.1933). In den Jahren 1952/53 wurden vom Staatsarchiv Amberg ergänzend Unterlagen aus dem Besitz des Ahnenforschers Kurt Mayerding de Ahna, Berlin, erworben. Teile des Freiherr von Hirschberg’schen Schlossarchivs in Ebnath übernahm das Staatsarchiv Amberg im Jahr 1961. Drei Archivalien, die sich schon lange im Staatsarchiv Amberg befunden hatten, wurden wegen ihrer Provenienz in den Bestand eingereiht (Freiherren von Hirschberg Amtsbücher und Akten 924 [Altsignatur: Appellationsgericht 2443]; Freiherren von Hirschberg Amtsbücher und Akten 924 [Altsignatur: Appellationsgericht 2381]; Freiherren von Hirschberg Amtsbücher und Akten 956 [Altsignatur: Regierung Kammer der Finanzen 9973]). Schon bald nachdem das Archiv aus Schloss Weihersberg in das Staatsarchiv gelangt war, wurde dort mit den Ordnungsarbeiten an dem Bestand begonnen. In den Jahren 1934-1936 wurden durch Archivrat Dr. Hipper 68 Urkunden und ca. 300 Akten und Bände geordnet und auf Zetteln verzeichnet (Altsignaturen: Hirschbergsches Archiv B[ände] bzw. Hirschbergsches Archiv). Der größere Teil des Schlossarchivs blieb jedoch unbearbeitet. Im Jahr 1986 erfolgte eine Grobaufnahme des noch nicht verzeichneten Teils durch Michael Neubauer, diese Archivalien wurden als „Hirschbergsches Archiv Prov[isorische]. Nr. [X]“ bezeichnet. In den Jahren 2011-2015 erfasste der Unterzeichner die bisher nur hand- bzw. maschinenschriftlich vorliegenden Erschließungsinformationen in der Datenbank, zugleich erfolgte eine sprachliche Überarbeitung. Insbesondere bei den Archivalien mit „Provisorischen Nummern“ handelte es sich dabei über weite Strecken um eine Neuverzeichnung. Außerdem wurden einige bisher noch überhaupt nicht verzeichnete Unterlagen verzeichnet. Briefprotokolle wurden entnommen und in die entsprechenden Briefprotokollselekte eingereiht (Briefprotokolle Erbendorf 325/1 und Briefprotokolle Eschenbach 401/1, 417/1, 431-434). Der Bestand enthält 956 Archivalieneinheiten mit einer Laufzeit von 1525 (Abschriften und Beilagen reichen bis 1434 zurück) bis 1927. Die Mehrzahl der Archivalien stammt aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Die Überlieferung nach dem Jahr 1870, als die Freiherren von Hirschberg den Kondominatsbesitz Ebnath und Schwarzenreuth an den Grafen von Castell-Rüdenhausen verkauften, ist nur noch sehr dünn. Ausdrücklich muss darauf hingewiesen werden, dass die Aktenbildung bei Teilen des Bestandes problematisch ist. Da die Bearbeitung des Bestandes ursprünglich als reines Retrokonversionsprojekt geplant war und erst im Laufe der Erfassung aufgrund des Ordnungszustandes und der sehr uneinheitlichen Erschließungsinformationen immer mehr zu einer Neuverzeichnung übergegangen wurde, wurde hier nur teilweise korrigierend eingegriffen. In vielen Archivalien sind mehrere Sachverhalte, aber auch Unterlagen über verschiedene Besitzungen der Freiherren von Hirschberg vermengt. Dadurch erwies sich die Gliederung des Bestandes als schwierig, so dass eine strenge Trennung nach den drei Bereichen Familie – Hofmark/Patrimonialgericht – Gutsverwaltung häufig nicht konsequent möglich war. Ebenso beziehen sich viele Akten auf mehrere Besitzungen. Somit stellt die Klassifikation des Bestandes nur eine erste Hinführung dar. Innerhalb des Gliederungspunkts Familie von Hirschberg wurden für folgende Personen eigene Gliederungspunkte gebildet, da von ihnen und über sie vergleichsweise viele Unterlagen vorliegen: - Georg Karl Adam von Hirschberg (1714-1772), durch dessen hohe Funktionen beim Deutschen Orden auch zahlreiche Unterlagen zur Geschichte des Deutschen Ordens (v.a. in Mergentheim und Ellingen) im Bestand vorhanden sind - Karl Heinrich Anton von Hirschberg (1762-1833), der sich durch seine Tätigkeit als Oberamtmann und Landesdirektionsrat lange Zeit in der Gegend um Würzburg aufhielt - sein Sohn Franz Adam Bernhard von Hirschberg (1783-1864), der in der bayerischen Armee Karriere machte - die Kinder des letzteren, Anton (1823-1867), Ernst (1825-1867), Marie Isabella (geb. 1828), Bernhard (geb. 1830) und Otto (geb. 1832) von Hirschberg Eine Besonderheit stellen die Reichslehen im Raum Münchberg (Lkr. Hof) dar. Dort war die Familie von Hirschberg im 14. Jahrhundert vor allem ansässig, bevor sie sich mit dem Erwerb von Ebnath im Jahr 1355 in die Oberpfalz verlagerte. Dass eine Familie des Niederadels über Jahrhunderte bis zum Ende des Alten Reichs reichslehenbare Güter empfing, war eher unüblich. Dabei handelte es sich um ein Geschlechtslehen, das jeweils an den Ältesten der Familie verliehen wurde. Es umfasste Anwesen in Gefrees (Lkr. Bayreuth), Grossenau (Gde. Zell, Lkr. Hof), Hampelshof bei Fleisnitz (Gde. Stammbach, Lkr. Hof), Lösten (Gde. Zell, Lkr. Hof), Markersreuth (Gde. Münchberg, Lkr. Hof), Marktschorgast (Lkr. Kulmbach), Mödlenreuth (Gde. Zell, Lkr. Hof), Münchberg (Lkr. Hof), Stockenroth (Gde. Sparneck, Lkr. Hof) und Walpenreuth (Gde. Zell, Lkr. Hof) sowie den Marktzoll in Münchberg. In der Zeit von 1821 bis 1848 gehörte den Freiherrn von Hirschberg das Patrimonialgericht II. Klasse Grossenau. Verweise Es sei auf folgende Bestände hingewiesen, die ergänzend herangezogen werden können: - Freiherren von Hirschberg Urkunden - Herrschaft Ebnath - Hofmark Theuern - Patrimonialgericht Trautenberg - Landsässerei Weihersberg - Briefprotokolle (Ebnath und Schwarzenreuth: Briefprotokolle Kemnath 451-562, Höll und Haid: Briefprotokolle Kemnath 607-613, Kaibitz: Briefprotokolle Kemnath 613/1-672, Riglasreuth: Briefprotokolle Kemnath 781-803, Theuern: Briefprotokolle Amberg 597-600, Trautenberg: Briefprotolle Erbendorf 300-345, Weihersberg und Trautenberg: Briefprotokolle Eschenbach 401-424, 431-434, Wildenreuth: Briefprotokolle Erbendorf 410-446) - Fürstlich Castell'sches Archiv (Rathausplatz 1, 97355 Castell): Ein Auszug aus dem Findbuch dieses Archivs zu Unterlagen über Ebnath und den Freiherren von Hirschberg ist dem gedruckten Findbuch beigelegt. Amberg, November 2020 Dr. Till Strobel
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.