Chef der Heeresbüchereien (Bestand)
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BArch RH 63
call number: RH 63
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1936-1943
Bestandsbeschreibung: Der Chef der Heeresbüchereien wurde am 1.1.1941 ernannt. Ihm unterstanden mehrere Heeresbüchereien in verschiedenen Standorten. Die Dienststellung des Chefs war anfänglich durch Oberstleutnant i.G. Frhr. Rüdt von Collenberg und 1943 durch Oberst i.G. Brückner besetzt.
Nach der Dienstanweisung vom 5. Juni 1943 hatte er folgende Dienststellung und Aufgaben (siehe RH 53-5/53):
1. Er war eine nachgeordnete Dienststelle des OKH und unterstand dem "Beauftragten des Führers für die militärische Geschichtsschreibung". Er war nach dessen näheren Anordnungen berechtigt, den vom OKH in Büchereifragen zu führenden Schriftwechsel zu unterzeichnen.
2. Dem Chef der Heeresbüchereien waren unterstellt:
a) die Heeresbüchereien Berlin, Prag und Wien
b) im Rahmen fachlicher Aufsicht auch alle übrigen Büchereien des Heeres mit und ohne eigenem Personal, soweit sie Ihre Mittel durch den Chef der Heeresbüchereien zugewiesen erhieten.
c) die Beauftragten in den besetzten Gebieten nach besonderer Regelung.
3. Aufgaben:
a) Nutzbarmachung des Schrifttums für die soldatische und allgemeine geistige Fortbildung im Heere. Auswahl und Zusammenstellung von Schrifttum für dienstliche Zwecke.
b) Wissenschaftliche Auskunftserteilung an militärische Dienststellen.
c) Erfassung des in- und ausländischen Schrifttums zum Weltkrieg und Bearbeitung einer Schrifttums-Kartei.
d) Bearbeitung und Herausgabe der Wehrwissenschaftlichen Quellenkunde.
e) Personelle fachliche Besetzung der Büchereien des Heeres mit eigenem Personal.
f) Ersatz und Ausbildung des fachlichen Personalnachwuchses für die Büchereien des Heeres mit eigenem Personal.
g) Anfordern und Verteilen der Haushaltsmittel für die Büchereien des Heeres.
h) Zentrale Beschaffung von Büchern, Zeitschriften und militärischen Fachzeitschriften für die Dienststellen des Heeres.
i) Regelung des Austausches von Doppelstücken zwischen den Büchereien des Heeres und der Abgabe von nicht benötigten überzähligen Exemplaren an die Reichstauschstelle
Der Chef der Heeresbüchereien hatte die Befugnisse eines Brigadekommandeurs. In territorialen Angelegenheiten war er die Weisungen des Befehlshabers Wehrkreis III gebunden.
Inhaltliche Charakterisierung: Über das Schicksal der umfangreichen Deutschen Heeresbücherei in Berlin gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Inzwischen scheint gesichert, dass die Bestände (ca. 400.000 Bände, 250.000 Karten und 500 Handschriften) zuerst nach Potsdam und von dort auf das Schloss Rothenburg bei Altmark / Niesky ausgelagert worden sind. Dort fielen sie bei Kriegsende wahrscheinlich den sowjetischen Truppen in die Hände und wurden in die UdSSR abtransportiert. Es ist zu vermuten, dass die Deutsche Heeresbücherei heute nicht mehr als Ganzes oder in größeren geschlossenen Teilen existiert, sondern auf mehrere sowjetische bzw. russische Bibliotheken verteilt worden ist. Ausgeglichen werden kann dieser Verlust teilweise durch die geretteten (und ab 1962 von den Library of Congress in Washington zurückgegebenen) Teile der bayerischen Armeebibliothek und der Wehrkreisbüchereien. Die Bayerische Armeebibliothek, von der ebenfalls ein Teil als verloren gegangen bezeichnet werden muss, befindet sich heute im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt. Die Registraturen der Heeresbüchereien sind vollständig verlorengegangen, der Bestand RH 63 besteht lediglich aus zwei Akten.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind einige Unterlagen der Wehrkreisbücherei des Wehrkreiskommandos V (20 Bände) mit Grundsatzdokumenten im Bestand RJH 53-5.
Erschließungszustand: Online-Findbuch
Umfang, Erläuterung: 2 AE
Zitierweise: BArch RH 63/...
Nach der Dienstanweisung vom 5. Juni 1943 hatte er folgende Dienststellung und Aufgaben (siehe RH 53-5/53):
1. Er war eine nachgeordnete Dienststelle des OKH und unterstand dem "Beauftragten des Führers für die militärische Geschichtsschreibung". Er war nach dessen näheren Anordnungen berechtigt, den vom OKH in Büchereifragen zu führenden Schriftwechsel zu unterzeichnen.
2. Dem Chef der Heeresbüchereien waren unterstellt:
a) die Heeresbüchereien Berlin, Prag und Wien
b) im Rahmen fachlicher Aufsicht auch alle übrigen Büchereien des Heeres mit und ohne eigenem Personal, soweit sie Ihre Mittel durch den Chef der Heeresbüchereien zugewiesen erhieten.
c) die Beauftragten in den besetzten Gebieten nach besonderer Regelung.
3. Aufgaben:
a) Nutzbarmachung des Schrifttums für die soldatische und allgemeine geistige Fortbildung im Heere. Auswahl und Zusammenstellung von Schrifttum für dienstliche Zwecke.
b) Wissenschaftliche Auskunftserteilung an militärische Dienststellen.
c) Erfassung des in- und ausländischen Schrifttums zum Weltkrieg und Bearbeitung einer Schrifttums-Kartei.
d) Bearbeitung und Herausgabe der Wehrwissenschaftlichen Quellenkunde.
e) Personelle fachliche Besetzung der Büchereien des Heeres mit eigenem Personal.
f) Ersatz und Ausbildung des fachlichen Personalnachwuchses für die Büchereien des Heeres mit eigenem Personal.
g) Anfordern und Verteilen der Haushaltsmittel für die Büchereien des Heeres.
h) Zentrale Beschaffung von Büchern, Zeitschriften und militärischen Fachzeitschriften für die Dienststellen des Heeres.
i) Regelung des Austausches von Doppelstücken zwischen den Büchereien des Heeres und der Abgabe von nicht benötigten überzähligen Exemplaren an die Reichstauschstelle
Der Chef der Heeresbüchereien hatte die Befugnisse eines Brigadekommandeurs. In territorialen Angelegenheiten war er die Weisungen des Befehlshabers Wehrkreis III gebunden.
Inhaltliche Charakterisierung: Über das Schicksal der umfangreichen Deutschen Heeresbücherei in Berlin gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Inzwischen scheint gesichert, dass die Bestände (ca. 400.000 Bände, 250.000 Karten und 500 Handschriften) zuerst nach Potsdam und von dort auf das Schloss Rothenburg bei Altmark / Niesky ausgelagert worden sind. Dort fielen sie bei Kriegsende wahrscheinlich den sowjetischen Truppen in die Hände und wurden in die UdSSR abtransportiert. Es ist zu vermuten, dass die Deutsche Heeresbücherei heute nicht mehr als Ganzes oder in größeren geschlossenen Teilen existiert, sondern auf mehrere sowjetische bzw. russische Bibliotheken verteilt worden ist. Ausgeglichen werden kann dieser Verlust teilweise durch die geretteten (und ab 1962 von den Library of Congress in Washington zurückgegebenen) Teile der bayerischen Armeebibliothek und der Wehrkreisbüchereien. Die Bayerische Armeebibliothek, von der ebenfalls ein Teil als verloren gegangen bezeichnet werden muss, befindet sich heute im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt. Die Registraturen der Heeresbüchereien sind vollständig verlorengegangen, der Bestand RH 63 besteht lediglich aus zwei Akten.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind einige Unterlagen der Wehrkreisbücherei des Wehrkreiskommandos V (20 Bände) mit Grundsatzdokumenten im Bestand RJH 53-5.
Erschließungszustand: Online-Findbuch
Umfang, Erläuterung: 2 AE
Zitierweise: BArch RH 63/...
Chef der Heeresbüchereien, 1936-1943
7 Aufbewahrungseinheiten; 0,1 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: RH 53-5 Bücherei des Wehrkreiskommandos V
RW 9 Beauftragter des Führers für die militärische Geschichtsschreibung
Amtliche Druckschriften: RHD 4/6/1-3 Verzeichnis übersandter Vorschriften Russlands, Englands und Frankreichs
Literatur: Genge, Hans-Joachim: Militärbibliotheken im Dritten Reich. In: Bibliotheken während des Nationalsozialismus. Hrsg. von Peter Vodosek und Manfred Komorowski. Teil 2. Wiesbaden 1992 (= Wolfenbütteler Schriften zur Geschichte des Buchwesens, 16), S. 169-187
Genge, Hans-Joachim: Zum Verbleib militärischer Bibliotheken nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Militärgeschichtliche Mitteilungen Bd. 58/1999, S. 529-547
RW 9 Beauftragter des Führers für die militärische Geschichtsschreibung
Amtliche Druckschriften: RHD 4/6/1-3 Verzeichnis übersandter Vorschriften Russlands, Englands und Frankreichs
Literatur: Genge, Hans-Joachim: Militärbibliotheken im Dritten Reich. In: Bibliotheken während des Nationalsozialismus. Hrsg. von Peter Vodosek und Manfred Komorowski. Teil 2. Wiesbaden 1992 (= Wolfenbütteler Schriften zur Geschichte des Buchwesens, 16), S. 169-187
Genge, Hans-Joachim: Zum Verbleib militärischer Bibliotheken nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Militärgeschichtliche Mitteilungen Bd. 58/1999, S. 529-547
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
24.04.2026, 10:58 AM CEST
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- Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) (Archival tectonics)
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