Nachlass Friedrich Pietsch (* 1896 + 1969) (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 40/4
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Sammlungen >> Sammlungen zur Landesgeschichte und Landeskunde >> Wissenschaftliche Nachlässe von Archivaren und Historikern (20. Jh.)
1943-1967
Überlieferungsgeschichte
Friedrich Pietsch (1896-1969), Oberstaatsarchivrat am Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Inhalt und Bewertung
Materialien, insbesondere Regesten, für Pietschs Werk "Die Urkunden des Archivs der Reichsstadt Schwäbisch Hall" (bis 1479 veröffentlicht in: Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg Bd. 21, 1967, und Bd. 22, 1972; 1480-1802 nicht veröffentlicht)
Dr. Friedrich Pietsch wurde am 9.08.1896 in Steinschönau (Böhmen) geboren. Nach dem Studium in Berlin und Breslau ging er in den höheren Schuldienst. Seine ausgeprägten historischen Interessen und Kenntnisse führten ihn jedoch bald zum Archivar-Beruf. 1932 übernahm er Archivarsaufgaben im Ratsarchiv der Stadt Görlitz, dessen Leitung er 1940 übernahm. Von den Polen verdrängt, fand er bald nach Kriegsende eine neue Beschäftigung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, zuletzt als Oberstaatsarchivrat. Hier baute er eine Fotowerkstatt auf und begann mit der Sicherungsverfilmung von Archivalien, für die er allgemein anerkannte Richtlinien erarbeitete. Seine Richtlinien zur Edition von Lagerbüchern wurden maßgeblich auch für ähnliche Unternehmen in anderen Bundesländern. Die Pflege der Gemeindearchive war ebenfalls ein engagiertes Betätigungsfeld für den Archivar Pietsch. 1962 fanden seine herausragenden beruflichen Leistungen eine wohlverdiente Anerkennung durch die Verleihung des Verdienstkreuzes Erster Klasse des Bundesverdienstordens. Pietsch war ebenfalls wissenschaftlich tätig. Er wurde bald zum Mitglied der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg berufen. Zahlreiche Beiträge zur württembergischen Landesgeschichte, speziell zur Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte sind ihm zu verdanken. Besonders arbeitete er an einer Neuverzeichnung des Archivs der Reichsstadt Schwäbisch Hall, für die er zwei Bände mit Regesten zu den Haller Urkunden vorlegte: "Die Urkunden des Archivs der Reichsstadt Schwäbisch Hall" (bis 1479 veröffentlicht in: Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg Bd. 21, 1967, und Bd. 22, 1972 posthum erschienen; die Regesten für den Zeitraum 1480-1802 wurden nicht mehr veröffentlicht). 1961 trat er in den Ruhestand. Am 4. Juni 1969 verstarb er im 73. Lebensjahr in Stuttgart-Birkach. Die im Bestand verwahrten Unterlagen betreffen hauptsächlich die wissenschaftlichen Aktivitäten von Friedrich Pietsch. Im Zentrum steht die Materialsammlung zu Schwäbisch Hall, die Basis für die beiden genannten Urkundenbände für die ehemalige Reichsstadt. Weitere Materialsammlungen belegen das vielseitige Interesse Pietschs an der südwestdeutschen Landesgeschichte. Weiterhin finden sich Drucke und Manuskripte zu verschiedenen Aufsätze des Archivars im Nachlass. Zur Person und zum Lebensweg ist ausgesprochen wenig enthalten. Die Erschließung der Unterlagen erfolgte durch die Anwärter Steffen Maisch und Tim Odendahl und die Referendare Katharina Weber und Clemens Regenbogen von September bis Dezember 2018 unter Anleitung des Unterzeichnenden, der auch die Redaktion und Endarbeiten übernahm. Den Index erstellte Clemens Regenbogen. Der Bestand "J 40/4 Nachlass Friedrich Pietsch (* 1896 + 1969)" umfasst 144 VE in ca. 3,8 lfd. m mit einer Laufzeit zwischen 1943 und 1967. Stuttgart, im Februar 2019 Dr. Peter Schiffer
Weitere Unterlagen zu Friedrich Pietsch: J 191 Pietsch, Friedrich, Dr. J 40/7 Bü 240
Friedrich Pietsch (1896-1969), Oberstaatsarchivrat am Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Inhalt und Bewertung
Materialien, insbesondere Regesten, für Pietschs Werk "Die Urkunden des Archivs der Reichsstadt Schwäbisch Hall" (bis 1479 veröffentlicht in: Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg Bd. 21, 1967, und Bd. 22, 1972; 1480-1802 nicht veröffentlicht)
Dr. Friedrich Pietsch wurde am 9.08.1896 in Steinschönau (Böhmen) geboren. Nach dem Studium in Berlin und Breslau ging er in den höheren Schuldienst. Seine ausgeprägten historischen Interessen und Kenntnisse führten ihn jedoch bald zum Archivar-Beruf. 1932 übernahm er Archivarsaufgaben im Ratsarchiv der Stadt Görlitz, dessen Leitung er 1940 übernahm. Von den Polen verdrängt, fand er bald nach Kriegsende eine neue Beschäftigung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, zuletzt als Oberstaatsarchivrat. Hier baute er eine Fotowerkstatt auf und begann mit der Sicherungsverfilmung von Archivalien, für die er allgemein anerkannte Richtlinien erarbeitete. Seine Richtlinien zur Edition von Lagerbüchern wurden maßgeblich auch für ähnliche Unternehmen in anderen Bundesländern. Die Pflege der Gemeindearchive war ebenfalls ein engagiertes Betätigungsfeld für den Archivar Pietsch. 1962 fanden seine herausragenden beruflichen Leistungen eine wohlverdiente Anerkennung durch die Verleihung des Verdienstkreuzes Erster Klasse des Bundesverdienstordens. Pietsch war ebenfalls wissenschaftlich tätig. Er wurde bald zum Mitglied der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg berufen. Zahlreiche Beiträge zur württembergischen Landesgeschichte, speziell zur Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte sind ihm zu verdanken. Besonders arbeitete er an einer Neuverzeichnung des Archivs der Reichsstadt Schwäbisch Hall, für die er zwei Bände mit Regesten zu den Haller Urkunden vorlegte: "Die Urkunden des Archivs der Reichsstadt Schwäbisch Hall" (bis 1479 veröffentlicht in: Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg Bd. 21, 1967, und Bd. 22, 1972 posthum erschienen; die Regesten für den Zeitraum 1480-1802 wurden nicht mehr veröffentlicht). 1961 trat er in den Ruhestand. Am 4. Juni 1969 verstarb er im 73. Lebensjahr in Stuttgart-Birkach. Die im Bestand verwahrten Unterlagen betreffen hauptsächlich die wissenschaftlichen Aktivitäten von Friedrich Pietsch. Im Zentrum steht die Materialsammlung zu Schwäbisch Hall, die Basis für die beiden genannten Urkundenbände für die ehemalige Reichsstadt. Weitere Materialsammlungen belegen das vielseitige Interesse Pietschs an der südwestdeutschen Landesgeschichte. Weiterhin finden sich Drucke und Manuskripte zu verschiedenen Aufsätze des Archivars im Nachlass. Zur Person und zum Lebensweg ist ausgesprochen wenig enthalten. Die Erschließung der Unterlagen erfolgte durch die Anwärter Steffen Maisch und Tim Odendahl und die Referendare Katharina Weber und Clemens Regenbogen von September bis Dezember 2018 unter Anleitung des Unterzeichnenden, der auch die Redaktion und Endarbeiten übernahm. Den Index erstellte Clemens Regenbogen. Der Bestand "J 40/4 Nachlass Friedrich Pietsch (* 1896 + 1969)" umfasst 144 VE in ca. 3,8 lfd. m mit einer Laufzeit zwischen 1943 und 1967. Stuttgart, im Februar 2019 Dr. Peter Schiffer
Weitere Unterlagen zu Friedrich Pietsch: J 191 Pietsch, Friedrich, Dr. J 40/7 Bü 240
144 VE (3,81 lfd. m)
Bestand
Pietsch, Friedrich; Archivar, 1896-1969
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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13.11.2025, 2:39 PM CET
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