Bäckerinnung (Bestand)
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E 5/4
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Das bayerische Gewerbegesetz von 1869 brachte die Gewerbefreiheit und führte damit auch zur Auflösung der Gewerbevereine alter Prägung. Die Nürnberger Bäcker schlossen sich daraufhin zu einem freien Bäckerverein zusammen. Mit der Erhebung der Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes zum Reichsgesetz 1882 wurde die Bildung von Innungen mit öffentlich-rechtlichem Charakter ermöglicht, was 1885 auch die Gründung einer freien Innung der Nürnberger Bäcker nach sich zog. Die außerhalb dieser Innung stehenden Meister gründeten 1891 einen Bäckermeisterverein, der sich 1909 in die freie Bäckerinnung Bavaria Nürnberg umwandelte. Erst 1914 kam es zum Zusammenschluss der beiden bis dahin bestehenden Organisationen. Da es sich um eine freie Innung handelte, gehörten ihr nicht alle in Nürnberg ansässigen Bäckereibetriebe an. 1885 waren von den 234 im Stadtgebiet ansässigen Bäckern nur 179 Mitglied der neuen Innung. 1893 vereinigte sich die Landinnung mit der Bäckerinnung Nürnberg. Somit stieg die Mitgliederzahl auf insgesamt 237 an. In diesem Jahr wurde auch die Innungskrankenkasse gegründet. Im Jahr 1901 erfolgte dann die Gründung der Nürnberger Bäckereieinkaufsgenossenschaft (heute heißt sie BÄKO Franken Oberbayern Nord e. G. mit Sitz in Langenzenn). Am 24. Juli 1903 wurde der Bäcker-Spar- und Kreditverein Mittelfranken gegründet. Daraus leitete sich der Name des Kreditinstitutes "Bäcker Bank Nürnberg" ab. Im Jahr 1909 hatte die Bäcker-Innung Nürnberg bereits 330 aktive Mitglieder. Im ersten Weltkrieg kam es dann zur Gründung der "Zwangsinnung für die Nürnberger Bäcker", 1937 hat man die Bäcker-Innung Nürnberger Land mit der Bäcker-Innung Nürnberg zusammengelegt, die bis 1945 fortbestand. Nach 1945 wurde die Bäckerinnung als freie Innung weitergeführt. Im Jahr 2000 zählte die Bäcker-Innung Nürnberg insgesamt 128 aktive und rund 200 passive Mitglieder.Das vorliegende Archiv der Bäckerinnung gelangte bereits vor 1945 als Depositum an das StadtAN (die Liste datiert von 1941). Es enthält Mandate und Ordnungen zum Handwerk, Ratsverlass-, Raitungs- und Musterbücher, Meisterbücher, Meister- und Gesellenlisten, Unterlagen über das Backen, über Getreideeinkauf und -vorrat, Rechnungsbücher und ähnliches mehr. Zu erwähnen sind auch Archivalien der Hoffmann'schen Bäckerstiftung und die Rechnung über den Bau der Bäckerherberge "Zum Goldenen Hirschen".Die mit übernommenen Urkunden wurden seinerzeit der Urkundenreihe (heute Bestand A 1 (Urkundenreihe) zugeordnet und verblieben auch nach der Neuordnung der Handwerksarchive 1998 bis 2003 dort.Die übrigen Archivalien wurden zum Bestand E 5/4 formiert, (angefangen mit der Bestellnr. 22, da die Nummerierung des Bestandes im Anschluss zum Bestand E 5/3 weitergeführt wurde), technisch aufbereitet und signiert. Der Bestand wurde 2015 in die Datenbank eingegeben und enthält nun 200 Einheiten, 18 Einzelblattverzeichnungen und 18 Quellenhinweise.
Einheiten: 200
Bestand
Deutsch
Bäckerinnung
Bäckerinnung Bavaria Nürnberg
Bäckermeisterverein
Bäckerstiftung, Hoffmann'sche
Bäckerverein
Depositum
Gesellenlisten
Getreidekauf
Getreidevorrat
Handwerksarchive (Einzelbestände)
Hoffmann'sche Bäckerstiftung
Innung: Bäcker-
Mandate (zum Handwerk)
Meisterbücher
Meisterlisten
Musterbücher
Raitungsbücher
Ratsverlassbücher
Rechnungsbücher
Urkunden
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 11:18 MESZ