02.01.23.03. Helldorff'sches oder Schall'sches Gut
Show full title
A 35 (Benutzungsort: Wernigerode) Späteres Oberlandesgericht Naumburg. Ältere Lehnsakten aus den Regierungsbezirken Merseburg und Erfurt
Späteres Oberlandesgericht Naumburg. Ältere Lehnsakten aus den Regierungsbezirken Merseburg und Erfurt >> 02 Spezialia >> 02.01. Orte und Güter mit A >> 02.01.23. Artern
Laufzeit: 1602 - 1873
Zusatzinformationen: Helldorffsches oder Schallsches Gut
Besitzer: Das dritte Lehngut in Artern befand sich ursprünglich im Besitz der Familie von Helldorff. Als erster Besitzer des in der Neustadt gelegenen Gutes ist namentlich Hans von Helldorff nachgewiesen, der um 1575 verstarb. Der Besitz ging an dessen vier Söhne John, Reinhart, Caspar und Merten über. Reinhart verstarb früh, so daß die drei Brüder zunächst gemeinsam das Lehngut verwalteten, bis es in den alleinigen Besitz des John von Helldorff überging. Nach dessen Tode wurde dessen Sohn Vollrath Albrecht von Helldorf am 11. März 1653 mit dem Gut belehnt. Er verstarb im November 1683 und hinterließ als Erben seinen Sohn Christoph Heinrich von Helldorff. Dieser fiel unverheiratet im Krieg gegen Frankreich am 19. Juli 1693 in der Schlacht bei Wangen und das Gut ging damit an die mitbelehnten drei Brüder Hans Georg, Christoph Heinrich und Carl Heinrich von Meusebach über. Nach dem Tod Christoph Heinrichs am 2. Juli 1704 teilten sich die verbliebenen Brüder den Besitz. Beide starben 1719 und hinterließen Lehngüter in Voigtstedt und das Helldorffsche Gut in Artern, das zunächst an dessen Kinder fiel. Von diesen übernahm der spätere Hauptmann Johann Wilhelm von Meusebach 1722 das Erbe, das er wiederkäuflich Gustav Friedrich Gebeser überließ. Johann Wilhelm von Meusebach verkaufte am 6. August 1742 für 7850 Taler den Gutsbesitz an Johann August Kettembeil. Dieser gräflich-wertherische Lehnsdi-rektor veräußerte am 18. April 1764 sein zu Artern gelegenes schriftsässiges freies Mannlehn-Rittergut samt Zubehör für 12500 Taler an Johann Anton Lüttich, damals Pächter des v. Witzlebenschen Klosterguts Roßleben. Dieser richtete ein „herrl. Lüttisches Gericht zu Artern“ ein. Johann Anton Lüttich (gest. 1801) verkaufte das Rit-tergut am 16. Dezember 1797 an seinen Sohn Johann Friedrich Lüttich für 16000 Taler. Letzterer übte in den folgenden Jahren auch das Amt des Postmeisters in Artern aus und besaß bereits den dortigen Unterhof. Kurz vor seinem Tode 1816 setzte Johann Friedrich Lüttich 1816 seine 13- und 11jährigen Söhne Ottomar und Edu-ard Theodor als Erben des Mannlehn-Ritterguts ein. Die zwei neuen Besitzer verkauften das Rittergut 1829 an den Kammerrat Johann Traugott Schall, der es am 19. Juni 1830 an seinen Sohn, den Kaufmann Christian Friedrich Schall in Frankenhausen, abtrat. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts kam das Gut durch Heirat wieder in den Besitz der Familie Lüttich, die bis 1945 noch als Besitzer des (vereinten) Ritterguts Artern genannt wird.
Zusatzinformationen: Helldorffsches oder Schallsches Gut
Besitzer: Das dritte Lehngut in Artern befand sich ursprünglich im Besitz der Familie von Helldorff. Als erster Besitzer des in der Neustadt gelegenen Gutes ist namentlich Hans von Helldorff nachgewiesen, der um 1575 verstarb. Der Besitz ging an dessen vier Söhne John, Reinhart, Caspar und Merten über. Reinhart verstarb früh, so daß die drei Brüder zunächst gemeinsam das Lehngut verwalteten, bis es in den alleinigen Besitz des John von Helldorff überging. Nach dessen Tode wurde dessen Sohn Vollrath Albrecht von Helldorf am 11. März 1653 mit dem Gut belehnt. Er verstarb im November 1683 und hinterließ als Erben seinen Sohn Christoph Heinrich von Helldorff. Dieser fiel unverheiratet im Krieg gegen Frankreich am 19. Juli 1693 in der Schlacht bei Wangen und das Gut ging damit an die mitbelehnten drei Brüder Hans Georg, Christoph Heinrich und Carl Heinrich von Meusebach über. Nach dem Tod Christoph Heinrichs am 2. Juli 1704 teilten sich die verbliebenen Brüder den Besitz. Beide starben 1719 und hinterließen Lehngüter in Voigtstedt und das Helldorffsche Gut in Artern, das zunächst an dessen Kinder fiel. Von diesen übernahm der spätere Hauptmann Johann Wilhelm von Meusebach 1722 das Erbe, das er wiederkäuflich Gustav Friedrich Gebeser überließ. Johann Wilhelm von Meusebach verkaufte am 6. August 1742 für 7850 Taler den Gutsbesitz an Johann August Kettembeil. Dieser gräflich-wertherische Lehnsdi-rektor veräußerte am 18. April 1764 sein zu Artern gelegenes schriftsässiges freies Mannlehn-Rittergut samt Zubehör für 12500 Taler an Johann Anton Lüttich, damals Pächter des v. Witzlebenschen Klosterguts Roßleben. Dieser richtete ein „herrl. Lüttisches Gericht zu Artern“ ein. Johann Anton Lüttich (gest. 1801) verkaufte das Rit-tergut am 16. Dezember 1797 an seinen Sohn Johann Friedrich Lüttich für 16000 Taler. Letzterer übte in den folgenden Jahren auch das Amt des Postmeisters in Artern aus und besaß bereits den dortigen Unterhof. Kurz vor seinem Tode 1816 setzte Johann Friedrich Lüttich 1816 seine 13- und 11jährigen Söhne Ottomar und Edu-ard Theodor als Erben des Mannlehn-Ritterguts ein. Die zwei neuen Besitzer verkauften das Rittergut 1829 an den Kammerrat Johann Traugott Schall, der es am 19. Juni 1830 an seinen Sohn, den Kaufmann Christian Friedrich Schall in Frankenhausen, abtrat. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts kam das Gut durch Heirat wieder in den Besitz der Familie Lüttich, die bis 1945 noch als Besitzer des (vereinten) Ritterguts Artern genannt wird.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
17.04.2025, 3:32 PM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik)
- 01. Territoriale Vorgänger der preußischen Provinz Sachsen (902 - 1807/16) (Archival tectonics)
- 01.07. Territorienübergreifende Bestände (Archival tectonics)
- 01.07.04. Späteres Oberlandesgericht Naumburg (Archival tectonics)
- Späteres Oberlandesgericht Naumburg. Ältere Lehnsakten aus den Regierungsbezirken Merseburg und Erfurt (Archival holding)
- 02 Spezialia (Classification)
- 02.01. Orte und Güter mit A (Classification)
- 02.01.23. Artern (Classification)
- 02.01.23.03. Helldorff'sches oder Schall'sches Gut (Classification)