Heftige Auseinandersetzungen im Bundestag in der Nacht vom 24. zum 25.11.1949 zwischen Regierung und Opposition über die Richtigkeit des Petersberger Abkommens (Ausschnitt)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/001 D451159/008
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/001 Tondokumente der SDR-Wortdokumentation aus den Jahren 1945 bis 1949
Tondokumente der SDR-Wortdokumentation aus den Jahren 1945 bis 1949 >> Tondokumente des Jahres 1949 >> November 1949
Freitag, 25. November 1949
(O-Ton) Konrad Adenauer, Bundeskanzler: Ergebnis seiner Verhandlungen mit den Hohen Kommissaren. Methode seiner Außenpolitik: Das Vertrauen des Auslandes zu Deutschland kann nur "langsam, Stück für Stück wiedergewonnen werden". Sicherheitsverlangen des Auslandes. (2'48) (Während der folgenden Passage schlägt Adenauer heftig auf den Tisch): "Es ist nicht Aufgabe einer Oppositionspartei, alles unter dem Gesichtspunkt der Opposition zu sehen" - falsche Auffassung. Hat sich um Einstellung der Demontage bemüht. "Zu dieser Frage muß die Opposition Stellung nehmen - das ist die Frage, um die es sich handelt, und um keine andere Frage - Ist sie bereit, einen Vertreter in die Ruhrbehörde zu schicken oder nicht? Und wenn sie erklärt: nein, - dann weiß sie aufgrund der Erklärungen, die mir der General Robertson abgegeben hat, daß die Demontage bis zu Ende durchgeführt wird". (4'30)
Zurufe der Opposition: "Sind Sie noch ein Deutscher" - Sprechen Sie als deutscher Kanzler" ? (O-Ton) Kurt Schumacher, Vorsitzender der SPD: "Der Bundeskanzler der Alliierten!" Tumult im Plenum: lautes Stimmengewirr, Trommeln, heftiges Klingeln des Präsidenten Köhler (gesamt ca. 1'15) (O-Ton) Erich Köhler, Präsident des deutschen Bundestages: Ruft Kurt Schumacher zur Ordnung (0'10)
Nach der Unterbrechung der Sitzung: (O-Ton) Köhler: Mit "Bundeskanzler der Alliierten" hat Kurt Schumacher den Bundeskanzler schwer beleidigt. Ist nicht bereit, seine Äußerung zurückzunehmen. Auf Beschluß des Ältestenrates wird Schumacher für zwanzig Sitzungstage ausgeschlossen. (1'12)
Zurufe der Opposition: "Sind Sie noch ein Deutscher" - Sprechen Sie als deutscher Kanzler" ? (O-Ton) Kurt Schumacher, Vorsitzender der SPD: "Der Bundeskanzler der Alliierten!" Tumult im Plenum: lautes Stimmengewirr, Trommeln, heftiges Klingeln des Präsidenten Köhler (gesamt ca. 1'15) (O-Ton) Erich Köhler, Präsident des deutschen Bundestages: Ruft Kurt Schumacher zur Ordnung (0'10)
Nach der Unterbrechung der Sitzung: (O-Ton) Köhler: Mit "Bundeskanzler der Alliierten" hat Kurt Schumacher den Bundeskanzler schwer beleidigt. Ist nicht bereit, seine Äußerung zurückzunehmen. Auf Beschluß des Ältestenrates wird Schumacher für zwanzig Sitzungstage ausgeschlossen. (1'12)
0:11:20
Audio-Visuelle Medien
Alliierte
Außenpolitik
Besatzungszeit: Demontage
Bundeskanzler
Bundestag: Opposition
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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