Klage gegen die Mandate der bischöflichen Zweiundzwanzig zu Lüttich, wonach der zu Aachen inhaftierte Emond von Blitterswick gen. Passart, Lütticher Adeliger, Beamter zu Bilsen, „cubicularius“ des Erzbischofs von Köln und Herr zu Meer, aus der Haft zu entlassen sei. Emond von Blitterswick gen. Passart hat am 3. März 1603 stilo vetere in der Herberge „zu Barben“ bei der „St. Hubertskirche“ zu Lüttich den Floris Hoen von Carthyls erstochen. Die nächsten Verwandten und Freunde des Getöteten haben den Mörder vor dem Schöffenstuhl zu Aachen peinlich angeklagt. Durch allerlei Einreden gegen den Gerichtsstand und Appellationen an das RKG und an den Erzbischof von Köln als Bischof von Lüttich versuchte der Angeklagte den Prozeß zu verhindern.
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Klage gegen die Mandate der bischöflichen Zweiundzwanzig zu Lüttich, wonach der zu Aachen inhaftierte Emond von Blitterswick gen. Passart, Lütticher Adeliger, Beamter zu Bilsen, „cubicularius“ des Erzbischofs von Köln und Herr zu Meer, aus der Haft zu entlassen sei. Emond von Blitterswick gen. Passart hat am 3. März 1603 stilo vetere in der Herberge „zu Barben“ bei der „St. Hubertskirche“ zu Lüttich den Floris Hoen von Carthyls erstochen. Die nächsten Verwandten und Freunde des Getöteten haben den Mörder vor dem Schöffenstuhl zu Aachen peinlich angeklagt. Durch allerlei Einreden gegen den Gerichtsstand und Appellationen an das RKG und an den Erzbischof von Köln als Bischof von Lüttich versuchte der Angeklagte den Prozeß zu verhindern.
AA 0627, 1204 - C 867/1977
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1603 - 1606 (1603 - 1604)
Enthaeltvermerke: Kläger: Wilhelm von und zu Cortenbach, fürstl. jül. Stallmeister, und Heinrich Hoen von Carthyls Beklagter: Die bischöflichen Zweiundzwanzig zu Lüttich (viginti duo electi in provinciis episcopatus Leodiensis) Prokuratoren (Kl.): Dr. Christodorus Engelhardt 1603 - Dr. Johann Jakob Kölblin 1603 - Dr. Johann Friedrich Haug 1603 Prozeßart: Mandati inhibitorii et cassatorii sine clausula Instanzen: RKG 1603 - 1606 (1603 - 1604) Beweismittel: Dekret von Schöffenmeister und Schöffen der Stadt Aachen vom 18. Juli 1603 in Kriminalsachen der Edlen Johann Hoen von Carthyls, Gerhard von dem Busch gen. Moupertin (Moppertingen), Wilhelm von und zu Cortenbach und Heinrich Hoen von Carthyls ./. Emond von Blitterswick gen. Passart (in Q 2). RKG- „Mandatum de non molestando nec impediendo sine clausula“ vom 24. Juli 1603 in Sachen Wilhelm von Cortenbach und Heinrich Hoen von Carthyls ./. Erzbischof von Köln (Q 3). 3 lateinische Mandate der Beklagten von 1603 in Sachen Emond Blitterswick gen. Passart, Herr zu Meer, Drost zu Bilsen und „cubicularius“ des Erzbischofs von Köln ./. Johann Hoen von Carthyls zu Rummen und Boetzelaer, Gerhard von (vor) der Bosch zu Moppertingen und Konsorten (Q 4 - 6). RKG-(Bei-)Urteil vom 16. Nov. 1603 (Prot.). Beschreibung: 1 cm, 35 Bl., lose; Q 1 - 8. Vgl. RKG 852 (C 124/293), sowie (C 866/1976) im Stadtarchiv Aachen, RKG 1205 (C 868/1978) und 1206 (C 870/1980), 1207 (C 871/1981) und 1208 (C 872/1982). Vgl. P. L. Néve: Het rijkskammergerecht en de Nederlanden, Assen 1972 (Maaslandse Monographien Bd. 14) S. 286f.
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.05.2026, 09:48 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.4. Reichsbehörden (Tektonik)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Tektonik)
- Reichskammergericht AA 0627 (Tektonik)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Bestand)
- 1. Buchstabe C (Gliederung)