Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 30. Sept. 1603, wodurch das Urteil der ersten Instanz vom 14. Juni 1600, die der Diffamationsklage der Appellanten stattgegeben hatte, aufgehoben wurde und die Appellanten verurteilt wurden, den Appellaten Haus Schloßberg nebst Pertinenzien nach dem Tod des Johann von Merode zu Schloßberg „in solidum“ und andere Güter zu einem Drittel einzuräumen. Die Appellaten fordern einen Erbanteil an der Hinterlassenschaft des 1597 verstorbenen Johann von Merode zu Schloßberg, des ältesten Bruders ihrer Schwiegermutter bzw. Mutter Anna von Merode, insbesondere an Schloß Schloßberg mit seinen Pertinenzien und an zwei Höfen zu Oberzier und Müddersheim. Die Appellanten lehnen dies ab, weil ihre Schwester Anna von Merode einen Erbverzicht geleistet habe. Der Tatsache, daß die beiden Töchter der Anna von Merode aus der zweiten Ehe mit Otto von Oye(n) keine Erbansprüche geltend machen, könne man entnehmen, daß auch die Töchter aus erster Ehe keinerlei Erbrecht an Schloßberg hätten. Einrede des Herzogs von Jülich gegen die Appellation unter Verweis auf das Privilegium de non appellando in possessorio von 1566. Das RKG verweist mit Urteil vom 5. Juni 1610 die Sache an das zweite Appellationsverfahren in dieser Sache (vgl. RKG 3732 (M 820/2289)).
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Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 30. Sept. 1603, wodurch das Urteil der ersten Instanz vom 14. Juni 1600, die der Diffamationsklage der Appellanten stattgegeben hatte, aufgehoben wurde und die Appellanten verurteilt wurden, den Appellaten Haus Schloßberg nebst Pertinenzien nach dem Tod des Johann von Merode zu Schloßberg „in solidum“ und andere Güter zu einem Drittel einzuräumen. Die Appellaten fordern einen Erbanteil an der Hinterlassenschaft des 1597 verstorbenen Johann von Merode zu Schloßberg, des ältesten Bruders ihrer Schwiegermutter bzw. Mutter Anna von Merode, insbesondere an Schloß Schloßberg mit seinen Pertinenzien und an zwei Höfen zu Oberzier und Müddersheim. Die Appellanten lehnen dies ab, weil ihre Schwester Anna von Merode einen Erbverzicht geleistet habe. Der Tatsache, daß die beiden Töchter der Anna von Merode aus der zweiten Ehe mit Otto von Oye(n) keine Erbansprüche geltend machen, könne man entnehmen, daß auch die Töchter aus erster Ehe keinerlei Erbrecht an Schloßberg hätten. Einrede des Herzogs von Jülich gegen die Appellation unter Verweis auf das Privilegium de non appellando in possessorio von 1566. Das RKG verweist mit Urteil vom 5. Juni 1610 die Sache an das zweite Appellationsverfahren in dieser Sache (vgl. RKG 3732 (M 820/2289)).
AA 0627, 3731 - M 819/2288
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VI: M-O
Reichskammergericht, Teil VI: M-O >> 1. Buchstabe M
1604 - 1616 (1594 - 1609)
Enthaeltvermerke: Kläger: Werner und Degenhard von Merode, Gebrüder, seit 1604 Elisabeth Quadt zu Wickrath, Witwe des Degenhard von Merode zu Schloßberg, Amtmanns und Statthalters von Heinsberg, namens ihres im Ausland weilenden ältesten Sohns Johann Degenhard und ihrer minderjährigen Söhne Wilhelm und Werner von Merode zu Schloßberg, auch Anna, Alverada, Elisabeth und Margaretha von Merode zu Schloßberg, (Kl.) Beklagter: Wilhelm von Cortenbach zu Cortenbach (Kurtenbach), jül. Stallmeister, namens seiner Gattin Margarethe von der Lipp gen. Hoen und ihrer Schwester Veronika von der Lipp gen. Hoen, Witwe des Jakob von Marnix, Töchter der Anna von Merode zu Schloßberg aus deren erster Ehe mit Diederich von der Lipp gen. Hoen und Nichten der Appellanten, (Bekl.) Prokuratoren (Kl..): Dr. Johann Gödelmann 1604 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Andreas Pfeffer [1602] 1604 - Dr. Christodorus Engelhardt 1603 - Dr. Walther Aach 1603 Prozeßart: Primae appellationis Instanzen: 1. Hauptgericht (Schultheiß und Schöffen) zu Jülich 1597 - 1600 - 2. Jül.-berg. Hofgericht (Räte und Kommissare) zu Düsseldorf 1600 - 1603 - 3. RKG 1604 - 1616 (1594 - 1609) Beweismittel: Zeugenrotulus von 1599 (II 189 - 300). Register der Erbzinse und anderer Einkünfte zu Girbelsrath und Merzenich von 1595 (II 527 - 434). Verzeichnis des Einkommens an Erb- und Jahrespachten zu Oberzier, Müddersheim, Hoven, Glehn, Ülpenich, Lürken (Lurcken), in der „Usiff“ (Oseiffe), Schloßberg und des Zehnten zu Merzenich (II 434 - 439). Testament des Johann von Merode zu Schloßberg, Amtmanns von Kaster, von 1594 (II 695 - 717). Beschreibung: 2 Bde., 14,5 cm; Bd. I: 2,5 cm, 82 Bl., lose, Q 1 - 8, 10 - 11, 13 - 18, Q 19*, 21 - 22, es fehlen Q 12* und 20*; Bd. II: 12 cm, 737 Bl., gebunden, Q 9 (Priora). Lit.: E. Richardson, Geschichte der Familie Merode, Bd. 1, Prag 1877, S. 68. E. von Oidtman, Der ehemalige Rittersitz Schlossberg bei Birkesdorf, in: ZAGV 13 (1891) S. 150ff. Engelhart Frhr. von Weichs, Inventar des Archivs von Schloss Eicks, Köln 1985 (=Inventare nichtstaatl. Archive, Archivberatungsstelle Rheinland, Bd. 29) S. 291ff. Vgl. RKG 3175 (M 801/2266).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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28.04.2026, 8:17 AM CEST